Basketball-Bundesliga Männer

BG Göttingen: Das Rätsel um Anderson

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Nicht zum Zunge schnalzen: Im Duell der Spielmacher war Göttingens Kyan Anderson (rechts) nur zweiter Sieger gegen Vechtas Josh Young (20 Punkte). 

Göttingen – Ist diese „Beziehung“ noch zu retten? Nach der dritten Niederlage von Basketball-Bundesligist BG Göttingen im dritten Punktspiel scheint sich immer mehr zu bestätigen, dass die Zusammenarbeit zwischen Trainer Johan Roijakkers und Spielmacher Kyan Anderson – vorsichtig formuliert – unter keinem guten Stern steht. Bleibt der Nachfolger von Michael Stockton weiter bei den Veilchen oder gibt es in Kürze eine andere Lösung?

Ein heikles Thema! Die Fußstapfen, die Stockton nach zwei starken Spielzeiten bei der BG hinterlassen hat, sind groß. Da hineinzuschlüpfen, wäre für jeden ungeheuer schwierig. Anderson hat es – so realistisch muss man sein – bislang nicht geschafft. Bezeichnend seine Einsatzzeiten bei der zweiten Heimpleite gegen Vechta: 1:11 Minuten im ersten Viertel, 2:46 min. im zweiten, 1:36 min. im dritten und 1:20 min. im vierten Abschnitt. Macht zusammen kümmerliche 6:53 Minuten. Den Rest auf der Pointguard-Position erhielt Jungspund Bennet Hundt: 33:07 Minuten. Er kam auf 11 Punkte und 11 Rebounds – zweiter „Double-Double“ in Folge. Stark! Punkte von Anderson: Null. Zuschauer hinter der BG-Bank wollen gehört haben, dass die Kommunikation zwischen Roijakkers Richtung Anderson nicht gerade freundschaftlich war. Anderson saß gesenkten Hauptes auf der Bank wie ein Häufchen Elend.

Johan Roijakkers ging als Trainer in seine achte BG-Saison

Krass unterschiedlich auch die Beurteilung Andersons durch den Coach: Einmal unterstellte er Anderson Lustlosigkeit und fehlendes Engagement, andererseits lobte Roijakkers ihn zum Beispiel im vorbildlichen Umgang mit den BG-Jugendspielern.

Andersons Zeit bei der BG war bisher nicht einfach. Im Sommer hatte er eine Daumen-Operation. Im ersten Test gegen Jena verletzte er sich nach neun Minuten – Oberschenkelprobleme. Die nächsten Tests fehlte er. Gegen zwei belgische Teams kam er Ende August zurück. Roijakkers war unzufrieden, äußerte dies gegenüber den lokalen Medien.

Andersons bisherige Erstliga-Bilanz: Gegen Braunschweig 22:56 min./5 Punkte; in Würzburg 30:16 min/14 Punkte; gegen Vechta 6:53/null Punkte. Sein bestes Spiel, nicht nur wegen der Punkte, sondern vor allem wegen seines couragierten und engagierten Auftritts, machte er beim Pokalsieg in Frankfurt: 30:05min, 20 Punkte.

Die Zahlen belegen die großen Leistungsschwankungen. Wie geht es jetzt weiter? BG-Chef Frank Meinertshagen: „Anderson muss in der Abwehr zulegen und fitter werden. Einen Wechsel gibt es nicht.“

Was wird mit Waterman?

Neben Anderson gibt es noch eine zweite Personal-Baustelle: Zane Waterman. Der smarte US-Boy konnte bisher auch noch nicht unter Beweis stellen, dass er eine Verstärkung ist. Als „Rookie“ (Neuling) ist das auch schwer. 

Zane Waterman kam bei der BG bisher nicht zur Geltung

Gegen Vechta musste er als siebter Ausländer Platz machen für den vergangene Woche verpflichteten 2,06m-Center Dylan Osetkowski. Nach HNA-Informationen soll sein Berater ihn schon anderweitig angeboten haben. Dass Waterman mit seiner Rolle bei der BG nicht glücklich ist, dürfte kaum im Zweifel stehen. Meinertshagen: „Dass er kein Starter sein wird, wusste er vorher. Zane hängt sich rein, macht keine Probleme. Positiv, dass wir Konkurrenzkampf im Training haben.“

Wie die Baustellen jetzt behandelt werden, dürfte mitentscheidend für den weiteren Saisonverlauf der BG sein.

Pech mit der Uhrzeit: Im Pokal-Viertelfinale muss die BG am 14. Dezember zum Spätspiel in Ulm (430 km Anreise) antreten. Tip-off ist erst um 20.30 Uhr. Rückkehr zirka 4 Uhr früh. haz/gsd-nh, wg/gsd

85:84 - Außenseiter Bonn schmeißt FC Bayern aus dem Achtelfinale

Den Telekom Baskets Bonn ist beim großen Favoriten Bayern München im Achtelfinale des Basketball-Pokals eine Überraschung geglückt. Nur zwei Tage nach der höchsten Heimniederlage der Vereinsgeschichte gewannen die Rheinländer 85:84 (53:40) und warfen den deutscher Meister aus dem Wettbewerb. Im Vergleich zum desaströsen 82:114-Auftritt gegen die Crailsheim Merlins waren die Bonner am Montag nicht wiederzuerkennen. Nach einem starken Auftritt in der ersten Halbzeit führten die Baskets kurz nach Wiederbeginn mit 15 Punkten Vorsprung, doch dann häuften sich die Ballverluste, Schrittfehler und Fehlwürfe. Im letzten Durchgang wurde Bayern seiner Favoritenrolle beinahe noch gerecht: Spielmacher Maodo Lo war mit 19 Punkten bester Schütze und riss die Partie an sich. Doch in der Schlussminute war es Martin Breunig, der die Nerven behielt und drei Freiwürfe zum 85:84-Auswärtssieg verwandelte. Im Viertelfinale am 15. Dezember trifft Bonn auf Oldenburg. dpa

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