Basketball-Bundesliga

BG Göttingen-Trainer Roel Moors: „Ich erwarte viel mehr“

Coach mit Kapitän: Lagebesprechung zwischen Trainer Roel Moors und dem zur BG Göttingen zurückgekehrten Akeem Vargas (links).
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Coach mit Kapitän: Lagebesprechung zwischen Trainer Roel Moors und dem zur BG Göttingen zurückgekehrten Akeem Vargas (links).

Nach acht Spielzeiten mit dem Niederländer Johan Roijakkers hat der Belgier Roel Moors dessen Job als Trainer bei Basketball-Bundesligist BG Göttingen Mitte des Jahres übernommen. Wir sprachen mit dem früheren Spielmacher über die Situation bei den Veilchen.

Fangen wir beim Rückblick auf dieses schwierige Jahr einmal hinten an: Wo steht Ihr Klub, Ihre Sportart inmitten der Corona-Krise?

Die BG steht nicht gut da. Wenn ich über unsere sportliche Situation spreche, erwarte ich viel mehr, das ist klar. Wir haben die Saison gut angefangen, dann waren wir einige Wochen nicht mehr erfolgreich. Natürlich haben wir viele Probleme mit Verletzungen, aber das ist nicht mein Stil, darüber zu klagen. Mit den Verletzten könnten wir einen besseren Job machen. Basketball allgemein ist nicht einfach, das ist keine Situation, die Spaß macht – für niemanden. Wir wollen spielen, aber auch mit Fans natürlich. Das geht aber leider nicht. Auf der einen Seite sind wir zufrieden, dass wir überhaupt noch spielen können, aber eben leider ohne wirkliche Atmosphäre.

Als im Frühjahr klar war: Es kann erst einmal nicht weitergespielt werden, die Saison wird abgebrochen – was ging da in Ihnen vor?

Das war der Beginn der Pandemie, man wusste nicht, was passiert und was Covid-19 eigentlich war. Die Entscheidung, die Saison zu unterbrechen, war richtig, natürlich war es eine Enttäuschung. In diesem Moment war es damals die richtige Entscheidung.

Was hat Zuversicht gegeben, dass es trotzdem irgendwann weitergegangen ist?

Das war eine sehr gute Initiative der BBL, das Finalturnier in München war sehr gut organisiert. Am Ende war das gut für den Basketball allgemein, dass wir die Saison doch zu Ende bringen konnten.

Dass der Sport weiterspielen darf, trifft nicht bei jedem auf Verständnis. Was sagen sie den Kritikern?

Das verstehe ich, dass nicht alle das gut finden. Viele Geschäfte müssen schließen – das ist nicht einfach für die Leute. Es gibt Pro’s und Contra’s. Auf der anderen Seite glaube ich, dass das Weitermachen den Leuten ein bisschen Perspektive gibt, dass man doch noch etwas anschauen kann. Es ist ein bisschen ein Doppel-Gefühl.

Wie sehr fehlen Ihnen die Fans in der S-Arena?

Die Fans fehlen sehr, wir brauchen sie. Ein großer Teil von unserem Job ist, für die Zuschauer zu spielen. Sie bringen wichtige Energie für uns, sie fehlen eben sehr!

Wem sind Sie in diesem überaus schwierigen Jahr besonders dankbar?

Ich bin dankbar, dass ich in einer guten Situation bin bei einem guten Klub, und dass wir eben überhaupt spielen können. Und dass meine Familie gesund ist.

Inmitten all der Probleme: Hat das Jahr 2020 sportlich auch einen Moment bereit gehalten, an den Sie gern zurückdenken?

Um ganz ehrlich zu sein – nicht ganz viele. Es gab zu viele negative Sachen, dabei bin ich jemand, der nicht so viel an Negatives denkt. Für die meisten Leute war es, glaube ich, ein nicht sehr gutes Jahr.

Wie bewerten Sie das Jahr Ihres Klubs rein sportlich?

Schwierige Frage! Ich kann nur über die Situation sprechen von August bis jetzt. Es gab viele Up’s und Down’s. Wir haben im Pokal gut gespielt. Momentan ist es schwierig, wir hatten Probleme mit der Kreativität, mit den Verletzungen von Jorge Gutiérrez, von Luke Nelson, von Mathis Mönninghoff –das war nicht einfach.

Welches sind Ihre Wünsche für 2021?

Wie bei den meisten Menschen: Dass alle gesund bleiben. Und weg vom Basketball: Dass das Leben wieder ein bisschen normaler wird. Ich glaube aber nicht, dass schon alles normal wird in 2021.  (Von Helmut Anschütz Und Walter Gleitze/gsd)

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