Basketball

BG Göttingen vor Abschied von Import-Spielern

Auszeit beim letzten Heimspiel gegen Bayreuth: Mindestens die Hälfte der Mannschaft von Trainer Roel Moors (Mitte) wird man wohl in der kommenden Saison nicht wiedersehen.
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Auszeit beim letzten Heimspiel gegen Bayreuth: Mindestens die Hälfte der Mannschaft von Trainer Roel Moors (Mitte) wird man wohl in der kommenden Saison nicht wiedersehen.

Viel Arbeit derzeit für André Kraft: Der Teammanager der BG Göttingen muss in diesen Tagen den Abschied von den ausländischen Spielern des Basketball-Bundesligisten abwickeln.

Göttingen – Wohnungs-Abnahme, Auto-Abnahme, die letzten Formalitäten erledigen, bevor die US-Amerikaner über den Großen Teich wieder in ihre Heimatorte fliegen. Und so bitter es ist: Die meisten oder eher wohl alle werden die Veilchen-Fans in der 13. Göttinger Bundesliga-Saison nicht wiedersehen. Bei der BG gibt es den Ausverkauf der Import-Spieler.

Die US-Amerikaner Tai Odiase, Aubrey Dawkins und Deishuan Booker, dazu der Brite Luke Nelson und der Lette Rihards Lomazs – sie alle haben sich ins Rampenlicht der europäischen oder deutschen Basketball-Bühne gespielt. Der eine mehr, der andere weniger, mit allen Stärken und Schwächen. „Sie möchten am liebsten in einem europäischen Wettbewerb spielen“, sagt Trainer Roel Moors. Den kann die BG nicht bieten. Und auch bei den „Wertsteigerungen“ der Spieler kann sie gerade auch in den finanziell schwierigen Coronazeiten nicht mitbieten.

„Es wird sehr schwierig, diese Spieler zu halten“, sagt Moors, der „so viele wie möglich“ im Team 2021/22 weiter haben würde. Das sind bislang aber nur Mathis Mönninghoff (Vertrag schon verlängert) und Akeem Vargas (Vertrag läuft weiter). Auch Harper Kamp und Nelson Weidemann möchte Moors künftig bei der BG sehen. Der zurückgeholte Kamp ist sowieso familiär in Göttingen gebunden, Weidemann ist von München ausgeliehen, das muss mit dem neuen Pokalsieger FC Bayern geklärt werden.

Eine „schwierige Situation“ sei es mit Center Dennis Kramer, so Moors. „Er ist ein guter Charakter, hat positive Stimmung gemacht, ich hab’ ihn als Mensch gern. Aber er hat zu wenig gebracht. Er ist ein klassischer Center, aber davon gibt es nur noch wenige.“ So sei es „eher unwahrscheinlich“, dass Kramer (verheiratet, zwei Söhne) bleibe, sagt der BG-Coach. Offen ist auch noch Marvin Omuvwie. Andy Onwuegbuzie war „nur“ als Trainingsspieler dabei.

Intern hat Moors mit allen Spielern nach der Rückkehr von der Pokalendrunde in München gesprochen, bevor er am Mittwoch zu seiner Familie nach Lier (Belgien) fährt und von dort aus weiterarbeiten und das künftige Team planen wird. „Alle Spieler haben mit viel Respekt über die BG gesprochen“, sagt der belgische Veilchen-Coach. Einmal mehr bestätigt sich, dass die BG eben ein Ausbildungsklub ist und die Imports ihn als Sprungbrett zu den größeren Fleischtöpfen in Deutschland oder Europa nutzen.

Vor allem der Lette Lomazs (BBL-Punkterekordler mit 38 Zählern gegen Bonn) hatte wieder die Blicke auf sich gezogen nach seinem Abgang von EuroLeague-Starter Lyon-Villeurbanne. Odiase (ein halbes Dutzend „Double-Double“) und Dawkins haben immer wieder spektakulär gepunktet, waren aber auch mehrfach nicht „da“. Wie ebenso Booker (zwei Mal intern disziplinarisch gesperrt) und der corona-infizierte Nelson, der mehr als ein halbes dutzend Mal Technische Fouls erhielt, weil er hitzköpfig Schiri-Entscheidungen „kommentierte“. „Die meisten Spieler haben gute Spiele gemacht“, fasst Moors diplomatisch zusammen – und dürfte sich längst nach neuen Spielern umschauen. (Helmut Anschütz/gsd)

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