Basketball-Bundesliga

BG Göttingen: Was wird aus dem Lizenzantrag?

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Chefs unter sich: Das Präsidium der Basketball-Bundesliga von rechts nach links mit dem Göttinger BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen (re.), BBL-Chef Alexander Reil (Ludwigsburg), Marco Baldi (Berlin) und Alex ander Oettel (Ulm). 

„Spannende Frage“, antwortet Frank Meinertshagen auf diese Frage: „Was wird eigentlich aus dem Lizenzantrag der BG Göttingen und der anderen Klubs in der Basketball-Bundesliga?“ Bis zum 15. April sollen die Unterlagen der Klubs bei der Basketball-Bundesliga GmbH in Köln eingehen.

Dann werden die Papiere und Bescheinigungen von Fachleuten geprüft. Nach sechs bis acht Wochen erhalten die Erstligisten eine Nachricht, ob sie für die kommende Saison zugelassen werden oder ob sie noch bestimmte Auflagen jedweder Art erfüllen müssen.

So ist das eigentliche Prozedere. Doch was ist in diesen Tagen schon normal? Wenig bis nichts. So auch im Basketball. Und so überrascht auch die Antwort von BG-Geschäftsführer Meinertshagen nicht: „Den Lizenzantrag zu stellen, macht eigentlich keinen Sinn. Man kann weder sagen, wie komme ich diese Saison klar? Und noch weniger kann man sagen: Wie sieht es nächste Saison aus?“

Über diese und viele weitere Fragen werden die Geschäftsführer der Bundesligisten am Mittwoch per Videokonferenz beraten. Auch darüber, ob die Stamm- oder Eigenkapital-Quote zu halten ist. Sie beträgt pro Klub 250 000 Euro, das heißt, die Gesellschafter haben eine Viertelmillion Euro als „Absicherung oder Puffer“, so Meinertshagen, aufzubringen für eine Situation, wie sie gerade besteht. „Diese Quote wird wohl nicht zu halten sein“, gibt der Veilchen-Boss zu bedenken. Das Eigenkapital in der erwähnten Höhe ist im Übrigen auch eine der Lizenz-Bedingungen wie der Mindest-Etat in Höhe von drei Millionen Euro. Das Budget der BG bewegt sich derzeit bei zirka 3,3/3,4 Millionen Euro. Auf absehbare Zeit wollten es die Veilchen um eine weitere Million erhöhen. Doch davon kann wohl angesichts der gegenwärtigen Lage überhaupt keine Rede mehr sein.

Verfolgt man die Äußerungen anderer Geschäftsführer der Basketball-Bundesligisten, ähneln sich die Ansichten. Viele hoffen, dass die Serie noch irgendwie zu Ende gespielt wird, doch dies scheint angesichts der Abreisewelle vor allem der US-Spieler immer unwahrscheinlicher. Wie will zum Beispiel Ludwigsburg ohne fünf Amerikaner die Saison zu Ende spielen? Von Chancengleichheit keine Spur mehr! Meinertshagen: „Es gibt keine Lösungen. Nur schlechte und noch schlechtere.“

Ein Hintergrund des Zauderns: Die Klubs fürchten Schadensersatz- oder Regress-Ansprüchen von „MagentaSport“, dem übertragenden Internet-Sender, wenn sie den Spielbetrieb von sich aus absagen. Der Begriff „höhere Gewalt“ wäre dann nicht gegeben.  haz/gsd-nh

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