Basketball-Bundesliga Männer

BG Göttingen: Weiter Gefahrenzone statt Playoffplatz-Nähe

Verunsichert: Göttingens Deishuan Booker (am Ball) versucht, sich gegen Frankfurts Joe Rahon (Mitte) und Michael Kessens durchzusetzen.
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Verunsichert: Göttingens Deishuan Booker (am Ball) versucht, sich gegen Frankfurts Joe Rahon (Mitte) und Michael Kessens durchzusetzen.

Sie waren drauf und dran, sich mit einem Sieg gegen die Frankfurt Skyliners bis auf vier Punkte an die Playoff-Plätze der Basketball-Bundesliga heranzupirschen.

Göttingen – Doch ein Vorsprung von 20 Punkten (nach der 63:81-Niederlage im Hinspiel hätten diese ausgereicht, um den direkten Vergleich für sich zu entscheiden) kurz vor Ende des dritten Viertels reichte am Ende nicht für die BG Göttingen, die aufgrund eines desaströsen letzten Viertels mit 89:93 (49:43) den Kürzeren gegen die Hessen zogen.

Das Kunststück, einen 20-Punkte-Rückstand noch in einen Sieg zu verwandeln, gelang gleichwohl den Göttingern 2010 im Halbfinale des Final Four-Turniers der Euro Challenge in der Lokhalle. Da führte das französische Team von Roanne Basket zwischenzeitlich mit 37:17, doch am Ende stand die BG Göttingen mit ihrem damaligen Trainer John Patrick, jetzt Coach des Bundesliga-Spitzenreiters Ludwigsburg, und dem überragenden Taylor Rochestie, der 27 Punkte erzielte, mit dem 77:67-Sieg im Finale, das die Veilchen gegen Krasnye Krylja Samara mit 83:75 gewannen und sich so sensationell den Pokal holten.

Was Rochestie gegen Roanne gelang, schaffte am Sonntag aufseiten der Frankfurter Matt Mobley. War er im Hinspiel mit 30 Punkten schon überragender Spieler gewesen, so schenkte er den Göttingern nun wiederum 29 Punkte ein, davon allein 16 im letzten Viertel, als die Gastgeber die Defensive eingestellt hatten, was Moors hernach auch heftig kritisierte. „Entweder haben wir zu viele Spieler, die keine Defense spielen können oder nicht wollen“, ging der BG-Coach hart ins Gericht mit seinen Spielern.

Je mehr die Frankfurter den Vorsprung der Göttinger verkürzten, desto verunsicherter wurden die BG-Spieler. Vor allem trauten sich die beiden Point Guards Rihards Lomazs und Luke Nelson kaum noch einmal einen Distanzwurf zu, wurden allerdings auch knallhart von den Gästen daran gehindert. Und auch Deishuan Booker, der noch im dritten Viertel neun Punkte erzielt hatte, traute sich kaum noch etwas zu, wirkte ebenso verunsichert wie seine Mitspieler. Allerdings wenig nachvollziehbar, dass Nelson Weidemann, der im zweiten Viertel ganz starke zwölf Punkte erzielt hatte, kaum noch zum Einsatz kam und mit seinem Team die achte Heimpleite bei bisher nur zwei Siegen in der S-Arena miterleben musste. Auswärts waren die Veilchen bei fünf Siegen und sechs Niederlagen hingegen erfolgreicher. Am kommenden Sonntag geht es nach Berlin, wo die Albatrosse wohl kaum zu bezwingen sein werden.

„Das letzte Viertel ist 16:31 ausgegangen mit 16 Punkten von Matt Mobley, mit sieben Ballverlusten von uns und fünf Offensiv-Rebounds der Frankfurter – alle Sachen, die wir machen müssten, haben wir nicht mehr gemacht“, zog Moors ein ernüchterndes Fazit nach einem Spiel, das sein Team nie und nimmer hätten verlieren dürfen.   (Walter Gleitze)

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