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BG Göttingen zur Unzeit im Loch

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Von: Helmut Anschütz, Walter Gleitze

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Ernüchterung auch auf der BG-Bank: Harald Frey, Kapitän Akeem Vargas und Mathis Mönninghoff (von links) verstehen in dieser Szene offenbar eine Schiedsrichterentscheidung nicht.
Ernüchterung auch auf der BG-Bank: Harald Frey, Kapitän Akeem Vargas und Mathis Mönninghoff (von links) verstehen in dieser Szene offenbar eine Schiedsrichterentscheidung nicht. © Hubert Jelinek/gsd

Diese Szene war symptomatisch für dieses Debakel: Zwei Minuten nach der Halbzeit warf Jake Toolson drei Mal innerhalb von circa zehn Sekunden auf den Korb der MLP academics Heidelberg – und jedes Mal sprang dieser verdammte Ball wieder vom Ring der Gäste weg.

Göttingen – Toolson ist einer der besten Dreier-Werfer der Basketball-Bundesliga. Doch für den US-Boy und alle anderen der BG Göttingen war der Gästekorb fast wie zugenagelt.

Was da am Ende herauskommt, kann man sich leicht denken – eine Niederlage. Eine heftige sogar, auch wenn das 70:82 nicht danach aussieht. Diese Pleite war ein heftiger Rückschlag für die Playoff-Träume der Veilchen.

Wir kämpfen gegen unsere Dämonen

BG-Trainer Roel Moors

Und was noch nachdenklicher stimmt: Zur absoluten Unzeit steckt die BG wohl in einem Loch. Denn auch schon die vorherigen Spiele waren alles andere als souverän. Mitten in der heißen Phase, in der die Punkte für die seit zehn Jahren ersehnte Endrunde gesammelt werden (müssen), ist den Veilchen der offensive Rhythmus zumindest teilweise abhandengekommen. Zum zweiten Mal in Folge (nach Oldenburg) kam das beste Dreier-Team der Bundesliga nur auf eine dünne Quote von jenseits des Perimeters von 22 Prozent (7 von 32). Zuletzt lag der Schnitt noch bei mehr als 40 Prozent. Wenn die BG-Scharfschützen Toolson, Kamar Baldwin, Stephen Brown und Harald Frey nicht von der Dreierlinie treffen, wird’s mit Siegen schwierig. Mit bis zu 22 Punkten (34:56 / 27.) lagen die Veilchen gegen durchschnittliche Heidelberger hinten – eine Demütigung gegen den Aufsteiger.

Moors versuchte alles, tauschte die Formationen nach allen Möglichkeiten. Doch wenig bis nichts fruchtete. „Wir waren nie im Spiel, kämpfen wie gegen einen Dämon. Das war sehr enttäuschend. Unsere Körpersprache war nicht gut. Vielleicht spüren wir zu viel Druck.“ Nämlich den, sich nach gut zehn Jahren erstmals wieder für die Playoffs zu qualifizieren und sich damit einem kleinen Traum zu erfüllen. Und sich vor allem für eine bislang über Erwarten gute aktuelle Spielzeit letztlich auch zu belohnen.

Coach Moors ist momentan mehr als Sport-Psychologe gefragt, denn als Trainer. Dass die BG-Jungs Basketball spielen können – und zwar so richtig gut wie seit Jahren nicht mehr! –, haben sie in den bisherigen 24 Bundesliga-Spielen nicht immer, aber sehr oft genug bewiesen.

Die Frage ist jetzt vor dem nächsten Match am Sonntag (15 Uhr, wieder zuhause) gegen Würzburg, ob Kapitän Akeem Vargas & Co. in der wohl schon entscheidenden Qualifikationsphase für die Playoffs mit der jetzt schnellen Spielabfolge genauso flink wieder die Kurve kriegen. „Wir brauchen wieder ein Team mit Selbstvertrauen“, klangen Moors’ Worte fast flehentlich. Aber der Trainer wäre nicht der richtige Coach, wenn er nicht auch sagt. „Das kann schnell wieder da sein.“ Im Basketball wie in jeder anderen Teamsportart.  (Walter Gleitze und Helmut Anschütz/gsd)

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