BG in der S-Arena: Nicht alle sind für eine neue Halle

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In der Diskussion: Die Sparkassen-Arena, Spielstätte der BG Göttingen, ist die derzeit größte Sporthalle in Südniedersachsen. Gegenüber der vergangenen Saison ist der Zuschauerschnitt der Veilchen von 3307 auf 3137 leicht zurückgegangen. 

Göttingen. Ein Artikel aus dem Basketball-Monatsmagazin „BIG“ sorgt derzeit für reichlich Diskussionsstoff in Basketball-Göttingen.

In dem Magazin hatte Frank Meinertshagen einen „Denkanstoß“, so bezeichnet er es selbst, gegeben zu einem eventuellen Hallenneubau als Spielstätte für Bundesligist BG Göttingen. Der Geschäftsführer der Veilchen gibt zu bedenken, dass die Basketball-Bundesliga GmbH (BBL) in absehbarer Zeit dafür plädieren wird, die Mindest-Zuschauerkapazität von derzeit 3000 Plätzen zu erhöhen. Als höchster Vertreter der Stadt sieht Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler die Diskussion um eine größere Halle sehr kritisch.

„Wir fordern nichts und wollen auch keinen Druck aufbauen“, sagt Meinertshagen. „Aber das Thema wird uns schnell einholen.“ Die BBL werde die Standards für die Lizenz-Erteilungen erhöhen, dann werde die 2010/11 erbaute und 7,5 Mio. teure S-Arena (Fassungsvermögen beim Basketball 3447 Plätze) „nicht ausreichend“ sein, so der BG-Chef.

Schnitt leicht gesunken

Meinertshagen weiter: „Die Halle ist unter dem wirtschaftlichen Aspekt eine Wachstumsbremse. Die teuren begrenzten Sitzplätze sind immer vergriffen, vergangene Saison war die Auslastung bei 94 Prozent.“ Derzeit ist die Arena bei BG-Spielen zu 91 Prozent ausgelastet, 170 Fans kamen diese Saison im Schnitt (momentan 3137) bisher weniger pro Spiel. Meinertshagen glaubt, dass das Hallen-Thema „in sieben, acht Jahren“ akut werde. So könne es möglicherweise zu einem Erstliga-Aus für die BG Göttingen am grünen Tisch kommen.

Die S-Arena ist 2008 aus Geldern des „Konjunktur-Programms II“ geplant und später gebaut worden. „Hätte es dieses Geld für uns nicht gegeben, würde die S-Arena heute noch nicht stehen“, blickt Oberbürgermeister Köhler zurück. „Wir waren an Auflagen gebunden, dass diese Halle auch als Schulsporthalle (für das Otto-Han-Gymnasium, d. Red.) genutzt werden muss.“

Das Stadtoberhaupt kritisiert, dass von Dritten, also der BBL GmbH, Vorgaben für Städte und Kommunen gemacht würden. Wenn überhaupt, könne er sich eine neue Halle nur vorstellen, wenn sie von Privat-Investoren gebaut würde. Dass Basketball in Göttingen die populärste Sportart ist, verhehlt auch BG-Fan Köhler nicht.

Frage der Auslastung

Köhler: „Anfangs gab es Kritik an der Halle, inzwischen ist sie sehr gut angenommen worden.“ Eine größere Halle sei mit nur 17 Heimspielen der BG und einem Tanzturnier im Jahr nicht ausreichend ausgelastet. Einer Diskussion über diese Thematik verschließt sich Köhler dennoch nicht. „Ich denke darüber nach, mich mit Kollegen aus Städten mit anderen Basketball-Bundesligisten in Verbindung zu setzen, die Hallen mit ähnlichen Zuschauer-Kapazitäten haben.“

Eine Vorgabe der BBL hatte die Stadt Göttingen mit dem Bau des Trainingszentrums für 4,3 Millionen Euro erfüllt – sie war eine der BBL-Lizenzbedingungen. Für das Trainingszentrum zahlt die BG monatlich eine fünfstellige Miete.

Die BBL dürfte der Romantik von den „Traditions-Standorten“ des Basketballs (wie auch Göttingen) irgendwann überdrüssig sein. Sie wollte schon 2020 die erste spanische Liga (ACB) als wichtigste europäische Liga ablösen, was indes eher zweifelhaft erscheint. Auf dem Weg dorthin benötigt sie jedoch Basketball in Metropolen wie Hamburg, Köln oder Stuttgart und nicht in mittelgroßen Städten wie zum Beispiel Göttingen, Gießen, Bayreuth oder Jena.

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