Nur verhaltene Freude nach der Rettung

BG-Klassenerhalt klar: Wie sich die Veilchen retten ließen

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Zwischen impulsiv und zurückhaltend: Göttingens Trainer Johan Roijakkers.

Oldenburg. Um 20.43 Uhr war es am vergangenen Freitagabend in der Oldenburger EWE-Arena soweit. Nein, die BG Göttingen hatte nicht bei den Baskets das vorletzte Auswärtsspiel gewonnen.

Nach knapp sieben Minuten führte sie beim Vizemeister mit 19:18. An sich eher unerheblich. Aber zeitgleich hatte Bremerhaven zuhause gegen Ulm nach hartem Kampf mit 82:89 verloren. Das bedeutete: Die BGer hatten zu diesem Zeitpunkt tatsächlich schon den Klassenerhalt in der Basketball-Bundesliga geschafft.

Jubel, Trubel, Heiterkeit? Natürlich ging das wegen des eigenen laufenden Spiels in der EWE-Arena nicht. Und hinterher, nach der deutlichen 75:97 (44:55)-Niederlage vor 5604 Zuschauern? Keine Spur von großer Freude, von Begeisterung. Vielleicht sogar zu Recht, denn die Veilchen retteten sich ja nicht selbst vor dem Abstieg, sondern ließen sich quasi durch den Ulmer Sieg in Bremerhaven retten. Eine merkwürdige Art des Klassenerhalts.

Dabei unterstrich auch BG-Coach Johan Roijakkers einmal mehr, dass er kein gewöhnlicher Trainer ist. Der Niederländer auf die Frage, was ihm persönlich der Klassenerhalt bedeutet: „Nichts. Er bedeutet mir nichts. Ich weiß, was ich arbeite. Ich musste wieder mit einem schwierigen Etat arbeiten.“ 

Emotionen, Gefühle, Freude oder Enttäuschung zeigen – das ist weiter kaum Roijakkers‘ Sache. Der BG-Coach scheint eher innerlich zu genießen. „Ich freue mich für die Spieler, die Sponsoren, die Fans und die Gesellschafter. Wir haben den Klassenerhalt geschafft – früher als gedacht. Das war heute das Wichtigste. Wir haben drei Monate ohne Big Man gespielt. Das war sehr schwer für uns. Deswegen ist der Klassenerhalt das Wichtigste, was zählt.“ Immerhin doch noch zumindest ein bisschen Zufriedenheit beim Holländer.

Auch die Spieler wussten den Klassenerhalt und das Spiel in Oldenburg, das alles andere als eine Glanzleistung war, realistisch einzuordnen. „Wir sind natürlich froh, dass wir durch sind“, meinte Dominic Lockhart. „Wir haben es aber nicht selbst geschafft. Wir wollen konzentriert bleiben, noch zweimal für die Fans gewinnen“, sagte er vor nach dem Match in Oldenburg auf dem Weg zum Team-Bus – vor dem Spiel gegen den MBC.

Nüchterne Analysen

„Der Klassenerhalt ist ganz massiv für den Klub“, meinte der Australier Mitch Creek ohne jegliche Euphorie. „Wir haben unser primäres Ziel erreicht“, diktierte Stephan Haukohl. „Ein wohliges Gefühl für die gesamte Organisation und das Team“ empfand Göttingens Nummer 35. Spielmacher Michael Stockton, der wie alle anderen US-Boys in Oldenburg nicht gerade den besten Abend erwischt hatte, verwies darauf, die Rettung vorm Abstieg aus eigener Kraft zu schaffen. Stieg in den Mannschaftsbus und düste von der vorletzten Dienstreise der Saison durch die Nacht nach Hause. Zumindest mit der Gewissheit, dass auch 2018/19 eine weitere Auswärtstour der BG eben nach Oldenburg führen wird. In der Bundesliga. Es war am Ende eine etwas merkwürdige Rettung der BG. (haz/gsd)

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