BG-Ladies beim 43:75 chancenlos: 40 Lehrminuten vom Meister

Allein gegen die blaue Macht: Göttingens Topscorerin Alissa Pierce (rechts) gegen Wasserburgs gerade verpflichtete Litauerin Laura Audere, die Finnin Annika Holopainen, die Tschechin Petra Zaplatova und die Französin Margaux Galliou-Loko (von rechts nach links). Foto: Jelinek/gsd

Göttingen. Gegen den Rekordmeister hatten sie nicht den Hauch einer Chance! Bei der 43:75 (21:43)-Heimniederlage der BG 74 Göttingen Veilchen Ladies gegen den TSV 1880 Wasserburg offenbarte sich ein Klassenunterschied zwischen den beiden Frauen-Bundesligisten. Zu dominant trat der elffache Titelträger aus Bayern vor immerhin 430 Zuschauern in der FKG-Halle auf.

„Wir hatten kein sportliches, sondern ein Mentalitäts-Problem“, runzelte BG-Coach Giannis Koukos die Stirn. „Wasserburg spielt zwei Level höher als wir. Es ist eine Frage, wie man verliert. Wir können viel besser spielen, wir müssen Fortschritte machen.“.

Die Veilchen Ladies hatten zum ersten Mal Kapitänin Jana Lücken dabei gegen die Wasserburgerinnen, die nur mit acht Akteurinnen angetreten waren – alles Ausländerinnen aus sieben Nationen, keine einzige deutsche Spielerin. Schon bezeichnend für die deutsche Bundesliga.

Zuerst trifft nur Alissa Pierce

Die Akzente bei den Göttingerinnen setzte allerdings – wenn man so will – auch eine Ausländerin. Alissa Pierce, die seit dem vergangenen Sommer Luxemburgerin ist, war eine von nur zwei Spielerinnen, die im ersten Viertel für die BG 74 scorte. Sechs der dürftigen acht Zähler gingen auf ihr Konto, was nicht unbedingt für ihre Teamgefährtinnen sprach. Überhaupt nicht ins Spiel kam BG 74-Centerin Verdine Warner, die von den Bayerinnen geschickt abgeschirmt und aus dem Spiel genommen wurde. Doch auch die anderen BG-Ladies wussten nicht gerade durch Treffsicherheit zu überzeugen. Viele Bälle rollten über den Ring, und bei den Rebounds waren die TSVerinnen zur Stelle und schnappten sich bis zur Pause schon derer 22 (am Ende 43).

Auf Gäste-Seite lief die Angriffs-Maschinerie jedoch auch nicht mit voller Konzentration. Dennoch reichte dies, um sich Punkt um Punkt abzusetzen. Mit dazu bei trugen auch insgesamt sechs Dreier der Gäste durch die Serbin Milica Deura und die Französin Margaux Galliou-Loko (je drei). Bei den Veilchen-Ladies traf allein Marissa Janning einmal von jenseits des Perimeters. Die Göttingerinnen mühten sich redlich nach Kräften, doch auch die physische Überlegenheit des Rekordmeisters war nicht zu übersehen. So war es denn kein Wunder, dass BG-Coach Koukos mit der Schlusssirene der ersten Halbzeit seine Taktik-Tafel wütend auf seinen Stuhl schlug.

Zu viele einfache Fehler

Auch nach dem Wechsel glich die Partie dem „Hase-und-Igel-Spiel“. Wo die BGerinnen auch hinrannten – eine TSVerin war (meistens) schon da. Koukos fluchte auf Griechisch weiter – bloß gut, dass die Referees seiner Heimatsprache nicht mächtig waren. Dass er sich aufregte, war aber auch verständlich. Denn nicht nur, dass sein Team nicht wirklich Paroli bieten konnte – es unterliefen ihm auch „Klassiker-Fehler“, die in der 1. Liga einfach nicht passieren dürfen wie Schrittfehler, Zeitüberschreitung für Angriffe („Shotclock-violation“) und dergleichen mehr. Wobei auch die Gäste davon nicht verschont blieben. So wunderte die deutliche Niederlage am Ende nicht – etwas anderes war auch überhaupt nicht erwartet worden.

„Wir haben zu unerfahren gespielt“, meinte BG-Topscorerin Alissa Pierce. „Es war schon eine Lehrstunde. Die Erfahrung von Wasserburg haben wir eben nicht.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.