BG-Ladies für Trainer Sykora die "Champions im Herzen"

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Totale Traurigkeit: Göttingens slowakische Co-Trainerin Zuzana Polonyiova (rechts) kann die Niederlage in Osnabrück ebenso wenig fassen wie Fee Zimmermann und Mayka Pilz (links).

Osnabrück. Am Ende flossen natürlich auch Tränen. Mit 54:61 (28:35) hatten die BG 74 Veilchen Ladies gerade das dritte und entscheidende Playoff-Finale bei den GiroLive Panthers Osnabrück verloren.

Aller Einsatz, alles Engagement im 28. Saisonspiel hatte letztlich nicht gereicht, um den großen Traum von der Basketball-Bundesliga zu verwirklichen. Nach den nochmals spannenden 40 Minuten mussten die BG-Ladies zusehen, wie Osnabrück die Erstliga-Rückkehr feierte.

„Die Ladies sind meine Champions im Herzen“, meinte BG-Coach Ondrej Sykora, nachdem er sich etwas gesammelt hatte. „Es war eine begeisternde Saison. Osnabrück hatte etwas mehr Glück, hat auch wichtige Freiwürfe getroffen. Wir haben uns nach Rückständen gut zurückgekämpft.“

Physische Vorteile

Nach 2:0 und 4:2-Führung spielten die Osnabrückerinnen ihre physischen Vorteile aus, führten 12:6. Centerin Nicole Jones und Monique Smalls verkürzten auf 11:12. Doch schon da war nicht zum ersten Mal unübersehbar, dass das BG-Spiel eben sehr stark auf die beiden Amerikanerinnen zugeschnitten ist. Einige andere aus der langen BG-Garde hatten erneut nicht gerade den besten Tag erwischt, so war die Verantwortung ebenfalls nicht zum ersten Mal auf wenige Schultern verteilt.

Im zweiten Viertel führte Göttingen zwar noch zweimal, doch nach mehreren Flüchtigkeitsfehlern setzten sich die Panthers bis zur Pause wieder auf 35:28 ab. Nach der Pause kam die BG 74 durch einen 5:0-Lauf auf 33:35 heran. In der Folge vergaben die Gäste unkonzentriert drei Angriffe hintereinander – die Wende war so nah gewesen. Mit einem 36:42-Rückstand ging’s ins letzte Viertel dieser Saison.

Mit einem 11:3-Lauf baute Osnabrück seinen Vorsprung auf 53:39 aus, was eine Vorentscheidung bedeuten sollte. Am Ende brachte Mo Smalls, die Göttingen am Montag Richtung USA verlässt, die BG zwar nochmals auf 50:54 heran, doch mehr war nicht drin.

„Das bessere Team hat die Finalserie nicht gewonnen“, meinte Co-Trainerin Polonyiova. „Das glücklichere hat gewonnen. Ein Sieg von uns wäre die Kirsche auf der Torte gewesen. Das tut schon weh, aber die Zeit heilt die Wunden.“

„Beide Teams waren wieder auf Augenhöhe“, fasste Lucy Thüring zusammen. „Wir haben unsere Chance am Samstag zuvor in unserem Heimspiel vertan. Unsere Trefferquote war nicht gerade die beste.“ Stimmt, denn die BG-Ladies kamen nur auf dünne 25 Prozent. Und Thüring traf den einzigen Dreier (bei 15 Versuchen) erst 18 Sekunden vor Schluss. Da halfen am Ende auch die letzten beiden „Double-Doubles“ von Jones (16 Punkte, 13 Rebounds) und Smalls (13 / 14) nicht mehr.

Aufstieg zuhause verspielt

„Wir haben den Aufstieg eine Woche vorher zuhause verspielt“, meinte Veilchen-Ladies-Geschäftsführer Richard Crowder. „Ich war auf die Niederlage vorbereitet, traurig bin ich trotzdem. Es war aber eine bombige Saison.“ Fand auch Inken Wolf, früher selbst BG-Spielerin, jetzt Teambetreuerin: „Eine geile Spielzeit. Kopf hoch! Wir konnten die Halle erhobenen Hauptes verlassen. Wir haben den Preis für die lange Saison gezahlt, ein Quäntchen Glück fehlte.“ Genauer gesagt: die 3,7 Sekunden im zweiten Spiel, als Niki Jones zwei Freiwürfe vergab und Osnabrück mit der Schlusssirene zum 52:51 traf. Wolf: „Vielleicht ist es ja auch gut so, wie es gekommen ist…“

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