BG-Männer: Im entscheidenden Playoff-Kampf schwanken  Leistungen

Am Boden: Göttingens Dominik Spohr kann die Pleite gegen Crailsheim nicht fassen. Kulawick schaut nach ihm, rechts Boykin. Foto: zje/gsd

Göttingen. Robert Kulawick zuckte mit den Schultern: „Das Spiel müssen wir erst nochmal anschauen.“. Dominik Spohr war ebenso ratlos wie viele andere.

„Eine grausame erste Halbzeit von uns! Gegen eine Playoff-Mannschaft, für die es um den fünften oder sechsten Platz geht, spielst du irgendwie leichter.“ Und auch BG-Gesellschafter Steffen Lütjen konnte es nicht fassen, welche Chance auf die Playoffs die BG-Männer nun schon zum zweiten Mal bei der Pleite gegen Mitaufsteiger Crailsheim liegen ließen. Zwar ist nach wie vor noch längst nichts verloren, aber die gute Ausgangsposition haben die Veilchen langsam verspielt.

Trainer Johan Roijakkers verriet hinterher noch ein kleines Geheimnis, das den durchwachsenen Auftritt von Alex Ruoff erklärte: „Am Samstag um 22.30 Uhr musste Alex zu unserem Physiotherapeuten, weil er so heftige Rückenschmerzen hatte. Alex wollte trotzdem unbedingt spielen.“

Aber Ruoffs Auftritt, der mit einem freien, völlig verpatzten Dunk in der ersten Minute begann, war ein Spiegelbild der gesamten Mannschaftsleistung. Sie war erneut starken Schwankungen unterworfen. Ruoff hatte schwache Aktionen, aber auch einige gute (19 Punkte) in seinen 40:03 Minuten Spielzeit. Konstanz ist bei den Veilchen aber gerade jetzt in der entscheidenden Phase im Kampf um die Playoffs rar gesät. Leistungsträger (darunter Co-Trainer Godbold) schwächeln, Rollenspieler wie Jamal Boykin (den Roijakkers unübersehbar zusammenfaltete) oder Acha Njei können sich zu wenig bis gar nicht einbringen.

Überhaupt kein Faktor war gegen die Merlins Raymar Morgan. Haben ihn die Schiedsrichter derzeit auf dem Kieker? Fast muss man momentan zu dieser Auffassung kommen. Zwei Fouls nach drei Minuten, das dritte bei 10:33 Minuten – so war er schon früh über lange Phasen zum Zuschauen verurteilt. Ist es Ungeschick, ist es Übermotivation, die ihm die frühen, zumindest teilweise unberechtigten Schiri-Pfiffe einbringen? „Ohne Ray sind wir ein anderes Team“, kommentierte Coach Roijakkers den Auftritt Morgans, der es trotzdem noch auf über 25 Minuten brachte. Die Kraft, die Energie des Power Forwards fehlt der BG immens, wenn er draußen sitzt.

Auffällig: Gegen den Mitaufsteiger lagen die Punkte fast wie auf dem Präsentierteller da für die Veilchen – aber wie in Bremerhaven nahmen sie sie nicht mit. Unter dem zweifellos vorhandenen Druck, eine realistische Chance auf die Playoffs zu haben und sie erreichen zu können, konnte das Team erneut nicht die Leistung „abrufen“, die zuvor zum Beispiel spektakuläre Auswärtssiege in München und Oldenburg ermöglichten, als niemand etwas von der BG erwartete. (haz/gsd)

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