Veilchen müssen im Abstiegskampf konzentriert bleiben

BG-Nationalspieler Lockhart: „Auswärts ein Spiel klauen“

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Klein triumphiert über Groß: Göttingens Michael Stockton (li., 1,85m) gegen Bremerhavens Geoffrey Groselle (2,13m). 

Göttingen. Große Erleichterung, aber noch längst keine Entwarnung! Das war nach dem 81:78-Krimi-Sieg gegen Bremerhaven die vorherrschende Stimmungslage bei der BG Göttingen.

„Wir werden noch Spiele gewinnen müssen“, meinte BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen nach dem Drama gegen die Eisbären. Mindestens eines, konkretisierte er flugs.

Umjubelter Held war in erster Linie Brion Rush, der sechs Dreier versenkte – übertroffen nur von seinem Saisonhöhepunkt gegen München mit sieben und (damals) insgesamt 35 Punkten. Dabei war sein Comeback nach dem Ausfall gegen Erfurt schon skurril.

Aus den Augenproblemen waren nach fast einem halben Dutzend medizinischen Untersuchungen schließlich Nackenprobleme mit einem eingeklemmten Nerv geworden. „Bei so vielen Ärzten bin ich noch nie gewesen“, meinte Rush, der von Gesellschafter Mark-Erik Bode kurz nach dem Ende stürmisch geherzt wurde nach seiner erneuten BG-Sternstunde. „Sie haben fast alles an mir untersucht.“ BG-Boss Meinertshagen: „Rush hat uns wichtige Punkte gegeben und unsere Fans mit ins Spiel gebracht. Sie haben eine große Rolle gespielt.“

Besonderer Stockton-Freund

Spielmacher Michael Stockton hatte sogar einen ganz besonderen Fan dabei. „Das ist mein Buddy aus Ludwigsburg“, erklärte der BG-Pointguard, nachdem er sich mit einem älteren Anhänger in gelb-schwarzem MHP Riesen-Outfit ausgetauscht hatte. „Wir hätten den Fuß mehr auf dem Gas lassen sollen“, kommentierte Stockton die spannende, dramatische Partie. „Deswegen spielen wir doch dieses Spiel!“ Der Sieg sei gut dafür geeignet, ein gutes Momentum für die folgenden schweren Spiele aufzubauen.

„Ein großer Sieg“, fand auch Göttingens australischer Neuzugang Mitch Creek. „Wir haben Bremerhaven aber zu viele zweite Chancen gegeben“, so der Aussie. „Und die Fans waren einfach klasse. Göttingen ist einer der stärksten Plätze, die ich bisher kennengelernt habe.“

„Wir mussten dieses Spiel gewinnen, da hätte es keine Entschuldigung gegeben“, meinte Dominik Lockhart, der auf dem Parkett wieder zulegte. „Im dritten Viertel hatten wir einen kurzen Einbruch, im vierten haben wir aber wieder dagegen gehalten. Vielleicht können wir jetzt auswärts ein Spiel klauen.“

Keine schlechte Idee, denn jetzt wird’s auf den letzten vier Reisen heftig, und noch dazu mit zwei Doppel-Spieltagen: Erst in Bonn (Freitag) und Gießen (Sonntag), dann in Oldenburg und mit dem letzten Heimspiel gegen den MBC, ehe es nach Braunschweig geht. Für das Niedersachsen-Derby hat der Fanklub „Veilchen-Power“ bereits mehr als 200 Tickets verkauft. Wird das letzte Saisonmatch wieder zu einem BG-Heimspiel bei den Löwen?

Gut für Göttingen: Am späten Sonntagabend unterlagen die Rockets Gotha/Erfurt gegen Bayreuth in der Schlussphase noch mit 65:82, bleiben damit vier Punkte hinter den Veilchen.

BG stellt Lizenz-Antrag

Zum Stichtag am Montag reichten 21 Klubs ihre Unterlagen für das Lizenz-Verfahren ein. Unter den 17 Erstligisten (Absteiger Tübingen verzichtete) ist auch die BG. Aus der 2. Liga bewerben sich Vechta, Crailsheim, Trier und Karlsruhe. Am 3. Mai entscheidet der Lizenz-Ligaausschuss über die Lizenz-Erteilung. (gsd/nh)

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