BG-Neuzugang Raymar Morgan: Schnapszahl-Mann als Topscorer

Göttingen. In Braunschweig und gegen den MBC traf Raymar Morgan, als gebe es kein Morgen. 20 Punkte bei den Löwen, sogar 32 gegen Weißenfels – so viele hat der neue Amerikaner im Dress der BG Göttingen in dieser Saison zuvor noch nie erzielt.

„Ja, das waren meine bisher besten Spiele“, lächelt der 2,03 Meter große Power Forward. „Je gesünder ich werde, desto besser werde ich“, schiebt er hinterher.

„Ich bin aber noch nicht bei 100 Prozent“, sagt Raymar Jeffrey Morgan weiter. Dann ist ja vielleicht noch Einiges zu erwarten.

In der vergangenen Saison musste der 100 Kilo schwere Hüne aussetzen. Eine Verletzung an der Patellasehne im Knie musste operiert werden. Und gleich im allerersten Test gegen Gotha vor dieser Saison zog sich das neue Veilchen einen Bänderriss im Sprunggelenk zu, fiel rund acht Wochen aus. Nun hat er sich aber wieder herangekämpft, trumpfte beim Derbysieg in Braunschweig groß auf.

Neuanfang bei den Veilchen

„Für Raymar ist der Neuanfang in Göttingen eine große Herausforderung und eine Chance, seine Karriere nach einjähriger Unterbrechung fortzusetzen“, sagte BG-Coach Johan Roijakkers kurz nach der Verpflichtung Morgans, die im Sommer die erste von den neuen Spielern war. Ausgerechnet an seinem „Schnapszahl-Geburtstag“ (8.8.88) sagte Morgan bei den Göttingern zu, wo er jetzt auch die „8“ trägt. Seine alte „21“ war bei der BG durch Harper Kamp schon belegt.

Morgan stammt aus Canton (US-Bundesstaat Ohio), wo auch noch seine Eltern Raymar senior, der einst bei der US-Air Force arbeitete, und Mutter Carole leben. Raymar junior ist deren einziger Sohn. „Zurzeit schneit es in Canton schon“, berichtet Morgan, den seine Mutter auf dem Laufenden hält.

Kein Vertrag in der NBA

Auf der McKinley-Highschool (Rekordschütze mit 1553 Punkten) und später bei der Michigan State University (MSU) mit dem „Spartans“-Team sammelte er zahlreiche Auszeichnungen. Sie brachten ihm Anerkennung, aber nicht den erhofften NBA-Vertrag. „Detroit hatte Interesse“, erzählt Morgan, aber es wurde eben nichts.

So wechselte er 2010 über den großen Teich zu Maccabi Rishon nach Israel „wegen des Geldes“, wie er freimütig einräumt. 2011 folgte ein Intermezzo in Karsiyaka (Türkei), was ihn aber nicht glücklich machte. Zwei weitere Stationen in Israel folgten, ehe er nun über seinen Spieler-Agenten zu den Veilchen stieß.

In Göttingen ist Raymar junior derzeit mit Freundin Natalie zusammen, die er einst am Michigan State College kennenlernte. So lange sie noch hier ist, verbringen sie die meiste Zeit zusammen. „Ich bleibe lieber zuhause“, meinte Morgan. Auch, um sich auszuruhen, weil Trainer Roijakkers „viel fordert, uns aber auch pusht“, so der Veilchen-Riese. In den eigenen vier Wänden frönt er auch seinem Hobby, Kino-Filme anzuschauen.

Alte Freunde aus Ohio

„Leichte Spiele gibt es in der Bundesliga nicht“, sagt Morgan über die BBL, in der mit Todd Brown (Phoenix Hagen) und Dru Joyce alte Freunde aus Ohio spielen. „Wir kommen alle aus demselben Gebiet“, so Morgan. Mit Braunschweigs Joyce unterhielt er sich kurz vorm Niedersachsen-Derby. Hinterher bestand dazu keine Gelegenheit mehr. Auch, weil Morgan dem Team seines Kumpels Joyce eben allein 20 Punkte eingeschenkt hatte.

Von Helmut Anschütz und Walter Gleitze

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.