Bei der BG-Niederlage gegen Ludwigsburg: Roijakkers vermisst den Kampf

Sieht aus wie beim Basketball-Ballett: Göttingens Stephan Haukohl (am Ball) gegen Ludwigsburgs Malik Müller. Die Gesten des bei der BG aussortierten Neu-Riesen kamen bei den Zuschauern und der Veilchen-Bank überhaupt nicht gut an. Foto: zje/gsd

Göttingen. Zweite Pleite gegen eines der Top-Teams aus der Basketball-Bundesliga in der englischen Woche für die BG Göttingen! Gegen die vom ehemaligen Veilchen-Trainer John Patrick gecoachten MHP Riesen Ludwigsburg war beim 62:88 (29:50) absolut nichts drin, sodass es die erwartete Niederlage gab. Am kommenden Sonntag trifft die BG nach der Schlappe zuvor in Berlin am vergangenen Samstag nun im dritten „Kracher-Spiel“ in Folge zur ungewöhnlichen Zeit um 19.30 Uhr auf Brose Bamberg. Leichter wird’s gegen den Meister dann auch nicht.

Schwarzer Tag für Stockton

BG-Coach Johan Roijakkers missfiel wie vielen BG-Fans die Einstellung gegen Ludwigsburg. „Ich hätte mir von meiner Mannschaft gewünscht, dass sie ein bisschen mehr Kampf zeigt. Wir haben nicht das Talent, um mit Ludwigsburg mitzuhalten, darum müssen wir kämpfen. So haben wir Tübingen und Frankfurt geschlagen. Ich hoffe, dass wir diesen Kampfgeist bald wiederfinden“, kritisierte der Niederländer sein Team zu Recht. Die erneut deutliche Niederlage sei verdient gewesen, weil man der enormen Physis der Schwaben nichts entgegenstellen konnte. Dass Patrick-Teams mit dieser bekannten Physis und hoher Aggressivität in der Defensive agieren, ist aber nichts Neues.

So drängte sich der Eindruck auf, dass die BG diese Nachholpartie, in der man sich wegen der individuellen Unterlegenheit gegenüber den Schwaben ehedem wenig bis nichts ausrechnete, mit so wenig Verlusten wie möglich über die Bühne bringen wollte. Und wenn dann auch noch Michael Stockton ausnahmsweise mal einen absolut gebrauchten Abend erwischt, an dem dem sonstigen „aggressive leader“ wenig gelingt – dann wird’s eben schwierig für ein Team der Leistungs-Kategorie Göttingen.

Dies sah auch Dominik Lockhart so. „Wenn man gegen Mannschaften wie Ludwigsburg mit 20 Punkten hinten liegt, wird es schwer. Man weiß ja, dass Ludwigsburg aggressiv und sehr physisch spielt. Außerdem haben wir die erste Halbzeit verpennt, das ist uns leider schon öfter passiert“, meinte der Nationalspieler, der hofft, beim nächsten Nationalmannschafts-Fenster im Juni wieder dabei zu sein.

Das BG-Spiel war gegen die Riesen von einigen Unzulänglichkeiten geprägt. Am Ende standen nur fünf Dreier zu Buche und magere 21 Prozent. Zudem trafen die Veilchen nicht einmal jeden dritten Wurf (31 Prozent, hatten aber 21 Ballverluste gegenüber 12 der Gäste, die noch ohne vier erkrankte (darunter der Ex-BGer Rocky Trice) oder verletzte Akteure antraten. „Wir haben die Göttinger Dreier gut verteidigt. Es war ein intensives Spiel, in dem wir von unserer Ganzfeld-Verteidigung profitiert haben“, durfte Riesen-Coach Patrick bei seinem Heimatbesuch zufrieden anmerken.

Müller provoziert die Fans

Die spezielle Personalie in dieser Partie lieferte Malik Müller. Bei der BG nach nur kurzer Zeit wieder aussortiert, avancierte ausgerechnet der Ex-Bamberger zum Ludwigsburger Topscorer. Die provokanten Gesten gegenüber Fans und BG-Bank hätte er sich indes sparen können. Die Quittung dafür waren gellende Pfiffe gegen ihn bei fast jeder Ballberührung ab Ende des dritten Viertels. Sportlich ist Müller die „Rache“ an seinem Kurzzeit-Ex-Klub jedoch gelungen. (gsd/nh)

Von Helmut Anschütz

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