Basketball-Bundesliga

BG-Rückkehrer Akeem Vargas: Habe eben ‘ne große Klappe

+
Am 5. April 2013 im Veilchen-Dress: Göttingens Akeem Vargas (10) im Luftkampf gegen Jenas Sanijay Watts und Kenny Barker (links). Rechts Bobby Davis.

Er ist wieder da. Akeem Vargas ist zurück bei der BG Göttingen. Nach sieben Jahren wieder ein Veilchen. Inzwischen 30 Jahre jung. Gereift, gestählt, erfahren. 275 Bundesliga-Spiele stehen auf der BBL-Homepage in seiner Statistik. Damit zählt er zu den erfahrensten Akteuren im Basketball-Oberhaus. „Ich freue mich“, blickt Vargas seiner Zukunft bei den Veilchen entgegen.

Nicht nur der neue Shooting Guard ist happy, sondern auch seine Familie. Mutter Sabine ist nach wie vor im Raum Heidelberg ansässig, hat vor, die Spiele ihres Sohnes live zu beobachten. Wenn es denn in den Corona-Zeiten möglich ist. Sie hatte den Filius in Lancaster (nahe Los Angeles) zur Welt gebracht, doch mit nur drei Monaten kam er bereits nach Heidelberg.

Von der BG erzählt Vargas mit größtem Lob und mit viel Respekt vor dem, was nach seinem Weggang 2013 bei den Südniedersachsen passiert ist. „Der Standort hat sich enorm verbessert und ist sehr gut aufgestellt“, schwärmt er geradezu von den äußeren Bedingungen, womit er hauptsächlich auch das Trainingszentrum meint.

Dies alles ist natürlich auch mit dem gerade nach Bamberg gewechselten, bisherigen BG-Trainer Johan Roijakkers verbunden. „Er hat mir eine hervorragende Karriere ermöglicht, er hat mir als Förderer eine Bühne gegeben. Dafür bin ich sehr dankbar.“ Der Kontakt zum niederländischen Coach riss nie ab, immer wieder sprachen Vargas und Roijakkers miteinander, als Vargas zuerst nach Berlin und dann nach Frankfurt gewechselt war. Fünf Spielzeiten verbrachte der jetzige BG-Neuzugang bei Alba, wurde mit den Hauptstädtern 2014 und 2016 Pokalsieger. Zum Titel hat es jedoch wiederholt nie gereicht – da kam den Albatrossen immer Bayern München in die Quere.

Dass Vargas in mehrfacher Hinsicht sehr eloquent ist, ist hinlänglich bekannt. Er weiß, sich auszudrücken – auf und neben dem Spielfeld. „Ich habe immer durch Leistung überzeugt und kann eine Leader-Rolle übernehmen“, bringt der harte Verteidiger sein Selbstbewusstsein zum Ausdruck. Und wie war das mit dem Attribut „Trash-Talker“? „Das ist eben auch Teil des Spiels“, bleibt Vargas cool, während er die Gegner auch mit Worten „bearbeitet“. „Ich habe nicht vor, das zu ändern. Ich hab’ eben ’ne große Klappe.“ Er möchte aber auch nicht in die Bad-Boy-Schiene hineinrutschen. „Man muss eben mental stark sein.“

Um auch körperlich stark zu bleiben, trainiert Vargas bereits wieder. Vor Kurzem war er in Tübingen, auch Frankfurts aus Kassel stammender Fitnessmann Gregory Aubrey, der in Göttingen einst in der NBBL spielte, hilft ihm, fit zu bleiben.

Größte Anerkennung zollt Vargas auch BG-Klubchef Frank Meinertshagen. „Er hat sich sehr um mich bemüht“, skizziert Vargas die Transferverhandlungen. Und auch auf die Veilchen-Anhänger geht der Rückkehrer gleich zu: „Das sind tolle Fans!“ Auch sie würden zur „Herzlichkeit des Klubs“ beitragen. Nicht vergessen hat er, dass er schon 2012/13 zu den Publikumslieblingen gehörte.

Gibt’s einen größten Erfolg in der Karriere? „Dass ich mein duales Studium mit Sport und Event-Management trotz der Belastung beendet habe“, sagt Vargas stolz. Seit einem Jahr lernt er jetzt spanisch – eine von fünf Herausforderungen, die er noch schaffen möchte.

Nächste Woche möchte er nach Göttingen umziehen in eine BG-Wohnung in der Innenstadt. Dann wird er auch wieder öfter zu Gast sein in der Pizzeria vom Ex-BGer Marco Grimaldi. Die Rückkehr aus den Metropolen Berlin und Frankfurt zur BG sieht Vargas jedenfalls nicht als Rückschritt.  gsd/nh

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.