BG-Rückkehrer Harper Kamp: Erst die Hochzeit, dann das Baby

Göttingen. Nach der Handverletzung von Darius Carter hat Basketball-Bundesligist BG Göttingen den früheren Spieler Harper Kamp zurückgeholt, der nach einer Saison in Bremerhaven vereinslos war. Am kommenden Sonntag bestreitet der Forward aus Arizona sein erstes Spiel für die BG ausgerechnet in Ludwigsburg. Wir sprachen mit ihm, Kamp antwortete in inzwischen bemerkenswert gutem Deutsch.

Hallo Herr Kamp, Sie haben sich ja seit mehreren Wochen im BG-Trainingszentrum fit gehalten...

Kamp: Seit August war ich wieder hier in Deutschland, dann habe ich einen Monat selber trainiert und dann mit der Mannschaft einen Monat. Zwischendurch war ich nochmal zuhause in Phoenix, ehe ich zurückgekommen bin. Aber die Mannschaft hier war voll, brauchte keinen Spieler. Seit Oktober habe ich wieder allein trainiert. Coach Johan Roijakkers hat es mir auch erlaubt, das Athleticum Junge im Kraftraum zu benutzen. Das war richtig gut.

Wie war die Situation in Bremerhaven?

Kamp: Ich hatte die Chance, wieder da zu spielen. Aber im Moment war es nicht die richtige Entscheidung für mich. Ich hatte viel zu tun mit meiner Familie, mit meiner Situation. Ich wusste, dass wir ein Baby bekommen werden. Bremerhaven war gut, es gab keine Probleme, aber momentan nicht das richtige für mich.

Wen kennen Sie aus der Mannschaft?

Kamp: Gar keine Spieler mehr. Alles ist ein bisschen neu. Aber nicht so neu, weil ich seit August hier bin. Ich bin kein Fremder. Ich weiß, was hier los ist, kenne Johan, die Super-Bedingungen.

Was haben Sie für einen Eindruck vom jetzigen Team?

Kamp: Super, wir haben den Test gegen Frankfurt gespielt. Das hat Spaß gemacht. Ich fühle, dass ich reinpasse. Es dauert nicht so lange, einen Rhythmus zu finden. Es ist eine nette Gruppe, mit der ich spiele. Alle arbeiten hart, haben eine gute Team-Chemie. Ich bin aufgeregt zu spielen.

Sie haben einige Spiele Ihres alten und neuen Teams gesehen.

Kamp: Viele Spiele habe ich im TV verfolgt und auch in der S-Arena und auch gesehen, wer mit wem harmoniert.

Jetzt ist das erste Spiel ausgerechnet in Ludwigsburg. Was haben Sie da für Erinnerungen?

Kamp: Gegen Ludwigsburg ist es immer schön zu spielen. Es ist eine starke Mannschaft, die einen guten Namen hat, du willst sie schlagen. Als ich da war (nur wenige Wochen, d. Red.), hat es nicht gepasst. Das passiert im Basketball eben mal. Wichtig ist das erste Spiel mit meinem neuen Team. Ich will, dass alles gut läuft für uns.

Ein besonderes Spiel?

Kamp: Ja, auf alle Fälle.

Zur Erklärung: Kamp ist nicht der einzige BG-Spieler, der eine besondere Beziehung zu Ludwigsburg hat. Adam Waleskowski wechselte nach einem Jahr in Göttingen wieder zurück zu den MHP Riesen, Rocky Trice spielte früher bei der BG, inzwischen zum zweiten Mal für Ludwigsburg. Wohlbekannt ist nach wie vor Trainer John Patrick.

Wie sehen Sie die Chancen für die BG in Ludwigsburg?

Kamp: Immer gut. Mit dem System, das Johan hat, und der Energie und Intensität kann es immer passieren, dass wir dort gewinnen können. Wir fahren da hin, um zu gewinnen – wie immer. Das ist doch immer der Anspruch. Die Ludwigsburger sind echt stark, die spielen wirklich gut – auch in Europa. Das ist eine große Aufgabe für mich und für uns alle.

Wann werden Sie Vater?

Kamp: Termin ist am 3. Januar. Ich bin sehr aufgeregt. Es ist aber noch nicht so richtig real. Meine Frau ist seit acht Monaten eine Mutter, aber ich bin noch nicht Vater. Ich bin aber vorbereitet, der Moment ist noch nicht da. (Kamp meint den Moment der Geburt, d. Red.)

Aber es ist doch schön, wenn Sie und Ihre Freundin? Oder Frau? wieder in Göttingen sind?

Kamp: Ja, wir haben geheiratet am letzten Freitag, am 24. November. Es ist nicht wirklich neu, es fühlte sich an, als ob wir schon lange verheiratet sind. Wir sind seit vier Jahren zusammen. Wir haben ja schon zusammen gewohnt. Es ist der nächste Schritt.

Jetzt gibt’s noch ein Problem. Sie hatten bei der BG immer die Nummer 21. Die ist aber jetzt vergeben.

Kamp: Ja, Jordan Loveridge hat jetzt die 21. Sie hat aber keine allzu große Bedeutung für mich. Ich habe jetzt die Nummer 24. Gern hätte ich den Geburtstag unseres Babys als Nummer genommen. (gsd/nh)

Von Helmut Anschütz

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