BG-Spielmacher Bennet Hundt: „Wir ziehen an einem Strang“

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USA-Fingerzeig auf der Weltkarte: In Dalton (bei Atlanta, US-Bundesstaat Georgia) war Bennet Hundt ein Jahr zum Austausch bei einer Gastfamilie. 

Diese statistischen Werte sind schon mal beeindruckend: 14,2 Punkte wirft er im Schnitt pro Spiel, das ist Platz 18 von bisher 214 eingesetzten Spielern in der Basketball-Bundesliga. Dazu kommen 6,5 Vorlagen pro Spiel – Platz fünf in der BBL. Bennet Hundt (21) ist bislang DIE Überraschung bei der BG Göttingen und auch – das darf man ohne Übertreibung sagen – der gesamten Liga.

Nicht nur BG-Coach Johan Roijakkers hat sich in den ersten sechs Spielen sehr lobend über den „nur“ 1,80 m großen Spielmacher geäußert. Wie andere Erstliga-Coaches auch: „Wir müssen Hundt kontrollieren“, meinte am Sonntag Bambergs Roel Moors. Ein kleiner Ritterschlag!

Angefangen hat alles beim TuS Lichterfelde in Berlin bei Marina Zöllner, deren Mann Holger einst als Zeitungsmann in Göttingen arbeitete. Berlin ist die Heimat von Familie Hundt, zu der neben Bruder Jannes (bei den Artland Dragons) auch Mutter Angela (früher Erstliga-Spielerin in Osnabrück) und Vater Oliver (in der 2. Liga in Oldenburg) gehören. „Eine Basketball-Familie“, lächelt Hundt. Da lag es nahe, dass auch er Gefallen an diesem Spiel findet. Bei Alba Berlin durchlief er das Nachwuchs-Programm, zuletzt spielte der Abiturient bei ProB-Ligist Lok Bernau, wo er zum „Youngster des Jahres“ 2018/19 avancierte.

Als der Anruf von Roijakkers zwecks Verpflichtung kam, informierte sich Hundt bei den Ex-BGern Akeem Vargas und Robert Kulawick über die Veilchen. Sie rieten zu. Die Entscheidung pro BG des flinken Pointguards war bisher jedenfalls die Richtige, nachdem sein Vertrag (mit Doppellizenz) bei Alba/Bernau ausgelaufen war.

Auslandserfahrung sammelte Hundt bereits auch schon. Für ein Austauschjahr war er auf der Dalton High School (US-Bundesstaat Georgia) – wie schon sein Vater. „Schulisch hat das wenig gebracht, aber ich habe gut englisch gelernt.“ Danach schloss er sich Alba Berlin an, wo er im Laufe der Zeit in alle U-Nationalmannschaften des DBB aufrückte. 2019 wurde Hundt sogar ins A 2-Nationalteam berufen.

In Göttingen und Bovenden, wo er die Wohnung von Stephan Haukohl übernahm, hat sich der Neu-BGer inzwischen eingelebt. Natürlich seien die Unistadt und die Weltstadt nicht zu vergleichen. „Aber auch in Bovenden hab’ ich alles. Die kurzen Wege finde ich super. Nach Bernau brauchte ich mit dem Auto eine Stunde“, erzählt er. In Göttingen keine zehn Minuten zum BG-Trainingszentrum, das er „allererste Sahne“ findet. Da könne selbst Alba nicht mithalten.

Und sportlich? Bislang gab’s ja nur Niederlagen... „Es ist eine Steigerung da, wir werden selbstbewusster. Die Kleinigkeiten fehlen. Wenn wir stetig daran arbeiten, kommt der erste Sieg. Wir ziehen an einem Strang, die Team-Chemie passt“, sagt Hundt. Zu seinem Spielmacher-Kollegen Kyan Anderson hat Hundt „ein gutes Verhältnis. Er ist ein super-netter Typ auch abseits des Sports..“ Im Training ginge es natürlich zur Sache.

Das war wohl auch am 1.1.2018 der Fall: Da zog sich Hundt seine bisher einzige schwere Verletzung zu – Bruch des rechten Mittelfußes. Was für ein Jahresauftakt! Erst nach rund vier Monaten konnte er wieder für Alba spielen im ersten Playoff gegen Ludwigsburg.

Gibt’s schon Pläne nach dem Basketball? Hundt: „Das lasse ich auf mich zukommen. Medizin wäre vielleicht ein Bereich für mich, mein Vater ist ja Kinderarzt. Aber auch die Basketball-Szene würde mich interessieren.“ gsd

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