BG-Spohr nach dem Pokal-Aus: „Wir waren nie in Schlagdistanz“

Bester BG-Werfer mit 17 Punkten: Göttingens Harper Kamp (rechts) in einer Szene aus dem Heimspiel gegen Bonns Angelo Caloiaro, links Tadas Klimavicius. Foto: zje/gsd-nh

Bonn. Christian Zigenhorn, Organisator der Reisen beim Basketball-Fanklub Veilchen-Power, hatte alles schon prima vorbereitet.

Abfahrtszeit der Busse, Fahrpreise und auch vier Hotels für Übernachtungen für das Pokalendrunden-Wochenende am 11./12. April in Oldenburg. Er musste das so machen, weil die Zusage-Fristen für den Fall, dass sich die BG Göttingen für das TOP Four qualifiziert, überaus eng waren. Doch die Vorarbeiten waren für die Katz, alles hinfällig. Denn die Veilchen verpassten die Endrunde mit Pauken und Trompeten, verloren bei den Telekom Baskets Bonn mit 83:92. Klingt „human“ und relativ knapp, war aber eindeutiger, als es das Ergebnis aussagt. Kurz: Eine absolut verdiente Niederlage.

Sahen die BG-Spieler genauso. „Das war eine Start-Ziel-Niederlage“, formulierte Dominik Spohr prägnant. „Ich hatte den Eindruck, dass wir nie in Schlagdistanz waren. Im letzten Viertel haben wir nur noch ein bisschen Ergebniskosmetik betrieben. Jetzt müssen wir sehen, dass wir den Kopf oben behalten für Ulm.“ Dort müssen die Veilchen am kommenden Samstag antreten. 430 km zur nächsten schweren Meisterschaftsaufgabe, nachdem sich nun der Pokal erledigt hat. „Wir waren irgendwie noch geschlaucht von dem 115:112 gegen Tübingen, das waren ja fast zwei Spiele, hatten Sonntag nur einen Tag Regeneration, weil Montag ja schon Anreise nach Bonn war“, so Spohr.

Missmutig schlurfte auch Robert Kulawick zum Team-Bus. „Wir haben den Pokal-Charakter nicht angenommen. Irgendwie ist das Spiel an uns vorbeigelaufen. Das ,Do-or-Die-Feeling‘ fehlte bei uns. Wir haben es nicht im entferntesten geschafft, unsere Verteidigung durchzuziehen, hatten zu viele Lücken in der Abwehr. Nach den 115 Punkten gegen Tübingen waren die Erwartungen wohl zu hoch“, meinte „Kulle“.

BG zu lethargisch

In der Tat wirkten die BGer bisweilen fast lethargisch, ließen sich von den Baskets gleich im ersten Viertel überrumpeln. 29:18 nach zehn Minuten, das sprach für sich. Bonns Benas Veikalas, der bei der knappen Bundesliga-Niederlage (65:66) gefehlt hatte, lief schon zu Beginn heiß, hatte den Veilchen am Ende fünf Dreier eingeschenkt, insgesamt 26 Zähler markiert. Raymar Morgan, der Göttingen vor zehn Tagen fehlte, hatte nach 118 Sekunden schon zwei Fouls von Schiedsrichter-„Ikone“ Boris Schmidt zudiktiert bekommen; beim sonstigen BG-Topscorer standen letztlich dünne sechs Punkte hinter seinem Namen.

„Wir haben aus dem Bundesligaspiel gelernt“, meinte Bonns Coach Mathias Fischer zu Recht. „Wir haben den Ball gegen die Göttinger Zonen-Verteidigung gut bewegt.“ Das war den Baskets zehn Tage zuvor weniger gut gelungen. Fischer weiter: „Ich wollte kein ,Run-and-Gun‘-Spiel, sondern es langsam gestalten.“ So hatte Fischer auch das Trainerduell gegen Johan Roijakkers gewonnen. „Bonn war beständiger, hatte die bessere Bank. Wir haben jetzt viermal diese Saison gegen Bonn verloren. Da hat sicher das bessere Team gesiegt. Die richtige Mannschaft ist weiter“, anerkannte der Niederländer.

„Wir hatten mehr erwartet. Vom Einsatz her war das zu wenig bei uns“, räumte Göttingens Acha Njei ein. „Wir wären gern nach Oldenburg gefahren.“ Sicher nicht nur das Team, sondern auch die BG-Fans. Nach dem Pokal-Aus zerriss Christian Zigenhorn seine vorbereiteten Planungszettel für die Oldenburg-Partysause. (gsd)

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