BG-Star Kulawick: Ein Schritt zurück als Fortschritt

Göttingen. „Icke bin aus Balin, wa!“ Seine Herkunft kann „Kulle“, wie ihn alle nur nennen, auch nach zuletzt durchgehend sechs Jahren in Niedersachsen nicht leugnen. Der Berliner Tonfall klingt immer noch ein bisschen durch. Macht den blonden Zopfträger aber nur noch sympathischer.

Nach drei Jahren in Braunschweig bei den bisherigen New Yorker Phantoms und jetzigen Basketball-Löwen ist er im Sommer wieder zu seinem vorherigen zurückgekehrt – zur BG Göttingen, mit der er 2010 auch den größten Erfolg seiner Karriere unter den Körben feierte: Den EuroChallenge-Titel.

Am kommenden Sonntag (17 Uhr) nun geht es für ihn mit seinem neuen, alten Team zurück zu seiner bisherigen Mannschaft. Eine Rückkehr nach Braunschweig, die nicht ohne ist!

In einem Basketball-Fachmagazin rechnete Kulawick mit seiner Zeit bei den Phantoms ab. So hart muss man das wohl festhalten. Die vergangene Saison war überwiegend nur noch Frust. „Eigentlich war ich schon zwei Spielzeiten unzufrieden“, korrigiert „Kulle“. Immer weniger Einsatzzeiten, immer weniger Dreier. Eigentlich seine Spezialität. Doch da der psychologisch wichtige erste Wurf immer weniger ins Ziel fand, war es bei Kulle auch um das einfach nötige Selbstvertrauen auf dem Parkett nicht gut bestellt.

Selbstkritischer Rückblick

So wurde der aus Berlin-Marzahn stammende Shooting Guard immer mehr mit Repräsentations-Aufgaben bei den Phantoms betraut. Hier ein öffentlicher Termin, dort eine Sponsorenveranstaltung, bei dem Kulle – als Berliner nicht auf den Mund gefallen – ein paar freundliche Worte im Sinne der Braunschweiger verlieren sollte. Kulawick erfüllte damit sicher eine wichtige Funktion für den Klub, doch einen Vertrag hatte er nicht als PR-Mann, sondern als Spieler für die Phantoms.

„Ich wäre gern geblieben, ich bin halt ein Bequemlichkeits-Mensch. Aber die beste Lösung war es, sich zu trennen“, blickt Kulawick, der in Braunschweig Sebastian Machowski, Kostas Flevarakis und schließlich den amtierenden Raoul Korner als Trainer erlebte, zurück. Er sei aber „auch selbst schuld“ gewesen, dass es „nicht mehr gepasst“ habe. „Ich hab‘ nicht mehr genug getan“, ist er durchaus selbstkritisch.

Muss man ihn nun als „Neuen“ bei der BG betrachten? Natürlich eher nicht. Was ihn in Göttingen nach den ersten drei Jahren unter Coach John Patrick erwartet, war bekannt. An die Stadt mussten sich er und seine Frau Diana nicht erst gewöhnen, sie hat sogar ohne Probleme ihren alten Job an der Uni als Psychotherapeutin wiederbekommen. So muss „Kulle“ nun auch tagsüber Vaterpflichten übernehmen und auf Tochter Felice (2) aufpassen. „Bei der BG möchte ich jetzt konstanter spielen“, fügt er noch an. Gegen Bremerhaven war er schon wieder der „alte Kulle“.

Dass die Partie der Veilchen in Braunschweig sehr speziell wird, verhehlt Kulawick nicht. „Ich würde schon gern in der Volkswagenhalle gewinnen“, lächelt der BG-Rückkehrer. Dabei wird es auch auf „Kulles“ Dreier ankommen. Die VW-Halle kennt er ja. (gsd)

Von Helmut Anschütz

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