BG-Star de Mello: Experte aus der Finanz-Branche

Göttingen. „Dahinter steckt ein kluger Kopf“ – diesen Slogan hatte einmal eine große Frankfurter Tageszeitung. Dominik Bahiense de Mello hat sechs Jahre Basketball in der Wirtschaftsmetropole Frankfurt gespielt.

Als wir ihn in der Cello Coffee Bar treffen, hat er sein Laptop dabei und sich gerade unter anderem über News aus der Wirtschafts- und Banken-Branche informiert. Dahinter steckt eben ein kluger Kopf.

De Mello hat nicht nur Fastbreaks, Rebounds und ausgeklügelte Abwehrsysteme im Kopf, sondern vor allem auch gerade in der Finanzstadt Frankfurt Interesse für wirtschaftliche Zusammenhänge entwickelt. BWL-Studium mit Schwerpunkt Finanzen an einer Privat-Uni, Praktika bei der Deutschen Bank und im Investment Banking – „das hat mir total Spaß gemacht“, erzählt der Neu-BGer, der nach dem Abitur aus seiner Heimat Bonn in die Main-Metropole kam.

„Ich war nie der Typ, der nur isst, trainiert und schläft“, verrät de Mello, der über seinen Vater Sergio brasilianische Wurzeln hat. Mutter Friederike und Bruder Marc leben weiter in Bonn, Schwester Annika ist in Düsseldorf. „Das wäre mir zu monoton, ich brauche einen Input und Inspiration von außen.“ So hat er auch viele Freunde abseits des Basketballs. Als der neue Göttinger Shooting Guard bei der Deutschen Bank war, ließ er dafür sogar einmal die A 2-Nationalmannschaft sausen, sagte ab. Dennoch absolvierte er später zwei A-Länderspiele.

Dass de Mello dabei auch die deutsche Basketball-Elite kennenlernte, ist klar. Roller, Hamann, Okulaja, Herber, Schultze und auch Dirk Nowitzki – alle lernte er schätzen. Besonders Pascal Roller wurde für ihn aber ein Vorbild. „Das war damals eine tolle Zeit.“

Nur zwei Stationen 

In neun Profi-Jahren hatte der BGer nur zwei Stationen in Frankfurt und Oldenburg – ziemlich ungewöhnlich. „Ich versuche, zu den Klubs, bei denen ich spiele, eine Beziehung aufzubauen“, sagt er im Gegensatz zu vielen Spielern, denen dies egal zu sein scheint. So interessiert de Mello auch das Sponsoring, Marketing, Spieltags-Organisation. Entwickelt dazu Ideen, Verbesserungsvorschläge, sieht auch Defizite. „Ich habe dabei aber nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen“, reflektiert er über sich selbst.

Das neue Veilchen zeigt sich sehr eigenständig. Seine Wohnung im Göttinger Westen hat er sich mit Hilfe der BG selbst gesucht, war deshalb schon im Sommer vor Ort. Da er auch ein Faible für Design hat, richtete er sie auch nach eigenem Geschmack ein. Eine andere Vorliebe ist, die Caféhaus-Atmosphäre zu genießen. „Das Eintauchen ins städtische Leben“, das Abspannen in netter Umgebung bei einem Kaffee, das macht ein Stückchen Lebensqualität aus. „Das genieße ich total.“

Weiterhin setzt er sich für seine Mitspieler ein: Seit 2010 repräsentiert de Mello in der Spielervereinigung SP.IN die deutschen Profis als eines von drei Vorstandsmitgliedern, kümmert sich zudem im BBL-Beirat um ihre Belange.

Vorfreude auf die Lokhalle

Wie alle BG-Fans freut er sich schon auf die drei Dezember-Spiele in der Lokhalle. „Mit Frankfurt“, erinnert er sich, „habe ich da nie verloren.“ Jetzt wär’s gut, wenn er im Industrie-Denkmal mit der BG gegen Bamberg, Ulm und Oldenburg gewinnt…

Ganz speziell wird’s für de Mello im Februar 2015. Sein Geburtstag ist der 15.2., er ist ein Karnevals-Kind. „Man hat mir immer gesagt, ich sei ein Karnevals-Prinz.“ Einen Tag zuvor, am 14. Februar, tritt die BG an Weiberfastnacht ausgerechnet in Bonn an, wo es für ihn mit Profi-Basketball aber bisher nichts wurde, weil sich Frankfurt damals seine Dienste sicherte. Für de Mello wird’s vor vielen alten Freunden eine ganz besondere Rückkehr in die alte Heimat. (gsd/nh)

Von Helmut Anschütz

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