Basketball-Bundesliga Männer: Ex-Spieler Harper Kamp als Übergangslösung

BG-Trainer Moors sucht Nachfolger für Jackson

Ihm stehen die Haare zu Berge: Göttingens Ron Jackson jr. (am Ball) im Testspiel gegen Braunschweigs Karim Jallow.
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Ihm stehen die Haare zu Berge: Göttingens Ron Jackson jr. (am Ball) im Testspiel gegen Braunschweigs Karim Jallow.

Ernüchterung bei der BG Göttingen: Die herbe 73:100 (30:54)-Pleite bei den MHP Riesen Ludwigsburg hat die Basketballwelt bei den Veilchen wieder etwas zurechtgerückt.

Göttingen – So schön die drei Siege im BBL-Pokal und die Qualifikation fürs TOP FOUR in München auch waren – sie waren eben wohl nicht gegen die besten Mannschaften der Bundesliga erzielt worden. Zudem beschäftigt die BGer eine Personalie: In absehbarer Zeit werden sich die Göttinger wohl wieder von Ron Jackson trennen, wie Coach Roel Moors (mehr als) andeutete. Sozusagen als „Übergangslösung“ sprang in Ludwigsburg überraschend Ex-Spieler Harper Kamp (32) ein.

„Ron ist menschlich top, hat eine gute Mentalität“, bescheinigt Moors dem Mann mit der Starkstrom-Frisur, die an den früheren Box-Promoter Don King erinnert, eine gute Einstellung und kann nichts Negatives über Jackson sagen. „Er hat aber nicht genug Basketball-Verständnis für die Position vier. Da ist er nicht die beste Option. Wir brauchen einen echten Vierer“, meinte der belgische BG-Coach.

Die „4“ – das ist im Basketball die Position des Power Forwards. Er soll Druck (auch) von den Flügeln machen. Moors sagt weiter, dass er sich schon seit längerer Zeit nach einem anderen Spieler für Jackson umschaue. Man dürfe aber bei der Suche auch nicht zu schnell sein. Also lieber in Ruhe suchen, als Hals über Kopf einen Ersatz für Jackson verpflichten.

Unterdessen hilft Harper Kamp (32) aus. Er spielte von 2013 bis 2016 und nochmals 2017/18 unter Ex-Coach Johan Roijakkers bei der BG, dazwischen für die Eisbären Bremerhaven. Zuletzt übernahm er das Regionalliga-Team des ASC Göttingen. Im BG-Training war er sehr oft dabei. Moors setzte nun auch bereits in Ludwigsburg auf Kamps gute Physis.

„Er war in Ludwigsburg einer unserer besten Spieler“, lobt der Veilchen-Trainer. Auf der „4“ habe Kamp, verheiratet mit Tabea Aha (Schwester der früheren BG 74-Spielerin Nele Aha) und inzwischen auch Vater, einen „guten Job gemacht“, so Moors. Sechs Punkte hat Kamp aus Mesa (US-Bundesstaat Arizona) zudem beigesteuert. „Ich fühle mich gut, nach zwei Jahren wieder zurück zu sein“, meinte Kamp im MagentaSport-Interview in Ludwigsburg. Und auch Kamp bestätigte Moors’ Worte: „Der Coach wollte mehr Körper auf dem Feld haben.“

Die Partie in Ludwigsburg analysierte Coach Moors deutlich:: „Wir haben nicht das kollektive Spiel gezeigt, das uns vorher starkgemacht hat. Wir hatten zu viele Einzelaktionen. Eigentlich war das Spiel schon zur Halbzeit weg.“

Nach dem freien Samstag wird jetzt bis zum Spiel gegen Niedersachsen-Nachbar Löwen Braunschweig am Samstag durchtrainiert. Kurioserweise ist es das Duell Vorletzter (BG, minus 27 in Ludwigsburg) gegen Letzter (Braunschweig (mit 28 gegen Oldenburg verloren).  (Von Helmut Anschütz/gsd-nh)

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