Basketball-Bundesliga

BG-Trainer Roijakkers ruhig wie selten in Braunschweig

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Starkes Comeback: Göttingens Derek Willis (l) im Duell gegen Braunschweigs Christian Sengfelder.

Braunschweig – Es wird immer enger in Sachen Klassenerhalt für die BG Göttingen. Am Mittwochabend verloren die Veilchen nach einem starken zweiten Viertel (27:13), aber einer zweiten Halbzeit nach altem Niederlagen-Muster (13:27 und 19:25) noch deutlich mit 76:90 bei den Löwen Braunschweig. Da half auch alle Unterstützung der knapp 200 Veilchen-Fans nichts.

„Ich bin sehr zufrieden mit dem Auftreten meiner Mannschaft. Wenn ein Playoff-Kandidat wie Braunschweig im Spiel noch einen Extra-Schritt macht, dann sieht man, dass es schwer für uns wird. Aber wir haben alles gegeben“, meinte BG-Coach Johan Roijakkers, der Derek Willis nach Wadenverletzung wieder dabei hatte.

Willis legte einen guten Auftritt hin, war mit Mihajlo Andric auch der Topscorer (beide 16 Punkte). Auch Dominic Lockhart und Dennis Kramer zeigten sich verbessert. Kramer glänzte nach zwei, drei guten Spielzügen mit krachenden Dunks, Lockhart vertrat Michael Stockton, der in Braunschweig kaum zum Zug kam. Nur 18:55 Minuten Spielzeit, fünf Punkte, vier Assists – für Stocktons Verhältnisse eine durchschnittliche Bilanz.

Ein weiteres Problem: Die BG bekam Braunschweigs DeAndre Landsdowne nicht unter Kontrolle. 31 Punkte waren dessen Beitrag zum Löwen-Sieg. Zum Ende der Partie tauchte dann auch noch der Ex-BGer Scott Eatherton auf, dem 18 Zähler und 16 Rebounds gelangen.

Nachdem die Veilchen nach der Pause 46:37 geführt hatten, war der Vorsprung innerhalb kurzer Zeit dahin. Viermal war der Ball weg, was BJ Blake unter anderem zu zwei Dreiern und zum Führungswechsel durch Eatherton nutzte. Zudem kassierte Kramer ein „Unsportliches Foul“ – eine harte Entscheidung der Referees, die nun wieder nicht für die BG pfiffen. Bis zum 53:53 hielten die Göttinger das Remis, danach begannen die Löwen wegzuziehen.

Im letzten Viertel handelte sich Stockton nach 32 Minuten das vierte Foul ein, auch er war danach kein entscheidender Faktor mehr. So verwässerte der teils weit verbesserte BG-Eindruck nach der MBC-Pleite immer mehr bis zur nächsten Derby-Niederlage in der Volkswagenhalle.

Coach Roijakkers verfolgte die Partie diesmal mehr auf der Bank sitzend als am Spielfeldrand stehend. Er begründete dies damit, dass die Werbebanden nicht so hoch aufgestellt seien wie anderenorts. Zudem wollte er eine Reaktion seines Teams auf das schwache MBC-Spiel sehen, was zumindest teilweise gelang. Auf Nachfragen, ob er zur Halbzeit auch nicht in der Kabine gewesen sei, reagierte er ungewohnt dünnhäutig und fertigte den Göttinger Fragesteller ab. Der Coach ist in einer schwierigen Lage: Von der Klubführung bekam er keinen weiteren Ausländer bewilligt. Andererseits ist er sportlich verantwortlich. Ein schwieriger Spagat. Die Nerven sind angespannt bei der BG. Klubchef Frank Meinertshagen soll nicht erbaut über die Worte des Trainers („Bullshit“) gewesen sein.  gsd

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