BG-Vorrundenbilanz: Viel mehr erreicht als je gedacht

Seht her, ich war’s! Göttingens Jamal Boykin (rechts) in Siegerpose, nachdem er gegen Bayreuth zum Matchwinner avanciert war. Dominik Bahiense de Mello (20), Khalid El-Amin und David Godbold (15) freuen sich mit ihm bei der Schlusssirene. 2 Fotos: Jelinek/gsd

Göttingen. Diese eine Woche Pause haben sie sich verdient. Trainer Roijakkers nach Teneriffa, Khalid El-Amin und Alex Ruoff in die USA, Dominik Spohr nach Hagen, Acha Njei nach Bremen – die Veilchen sind größtenteils ausgeflogen.

Nächstes Training erst am kommenden Samstag, wenn Raymar Morgan beim All-Star-Spiel in Ulm fürs internationale gegen das nationale Team aufläuft. Zeit für die HNA-Vorrundenbilanz.

Platz neun mit acht Siegen und neun Niederlagen – „acht Siege sind sensationell, das war nicht zu erwarten“, sagt BG-Trainer Johan Roijakkers. „Aber wir spielen weiter gegen den Abstieg“, bleibt er auch nach der Qualifikation für den BBL-Pokal („eine Belohnung“) vorsichtig. Die nächsten beiden Auswärtsspiele in Bamberg und Oldenburg untermauern seine Skepsis.

Was hat ihm gefallen? „Zum Beispiel das letzte Heimspiel gegen Bayreuth. Wir waren fast tot, sind dann aber so stark zurückgekommen. Das sagt viel aus über unser Team.“ Auch Andy Onwuegbuzie hat ihm Spaß gemacht. „Er hat im Sommer Geduld gehabt, hat in sich investiert – jetzt hat er zurückgezahlt. Schön zu sehen, dass Eigengewächse mitspielen können. Am liebsten würde ich ihn adoptieren.“

El-Amins tolle Statistik

Gefallen hat Roijakkers natürlich auch Glücksgriff Khalid El-Amin. „Auch für einen Coach ist er etwas Besonderes. Er ist einer der europäischen Topspieler.“ Das zeigt auch seine Bilanz: 92 Prozent Freiwürfe, 14,3 Punkte/Spiel, knapp 6 Assists/Spiel – außergewöhnlich!

Wie auch Raymar Morgan! Mit 16,0 Punkten bester BG-Werfer, knapp sechs Rebounds pro Spiel, 37 Punkte gegen Bamberg, nur übertroffen von Ludwigsburgs Kerron Johnson (38 gegen Bonn). Nach einem Jahr Verletzungspause tauchte der Unscheinbare stark wieder auf.

Was hat Roijakkers nicht gefallen? „Die vielen Verletzungen! Wir konnten fast nie komplett trainieren.“ Umso mehr Respekt verdient Platz neun. Dominik Bahiense de Mello, Morgan und Ruoff in der Vorbereitung, während der Vorrunde El-Amin und wieder Ruoff und zuletzt Harper Kamp – trotzdem ließen sich die Veilchen nicht knicken, was auch für den Team-Charakter spricht. „Großes Kompliment an dieses Team“, sagt der Coach.

Ersatz für Jäger muss her

Als Abstiegs-Kandidat eingestuft, hat sich der Aufsteiger und Erstliga-Rückkehrer auch die Anerkennung der Konkurrenz erarbeitet. Roijakkers kann als neuer „Trainer des Jahres“ in Frage kommen, wenn’s so weitergeht.

Was bleibt sonst noch? Die dreimalige Lokhallen-Rückkehr rief beste Erinnerungen hervor. Fünf Auswärtssiege (unter anderem in München) sind die Grundlage des bisherigen Erfolgs. Sich darauf auszuruhen, wäre indes der größte Fehler.

Für die ausgeschiedene Geschäftsführerin Anna Jäger muss mindestens adäquater Ersatz gefunden werden. 3267 (meistens enthusiastische) Fans pro Spiel stärken dem Team den Rücken. Sieben Klubs haben im Schnitt weniger Zuschauer.

Ausblick: In der Rückrunde kommen noch die „Kracher“ Alba Berlin und Bayern München. Den Klassenerhalt klar machen kann die BG aber in den Heimspielen gegen die unmittelbare Konkurrenz aus Hagen, Ludwigsburg, Braunschweig, Tübingen und Crailsheim. Zu Abstiegsplatz 17 hat die BG nur drei Siege mehr.

Und insgesamt: Durch die neuen Telekom-TV-Live-Übertragungen hat die BBL ein „Standing“ wie noch nie zuvor. Zweimal waren die Veilchen, die eine Bereicherung für die BBL sind, auf „Sport1“ live zu sehen, Sport1-Termin drei ist in Oldenburg am 25. Januar. (gsd/nh)

Von Helmut Anschütz

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