Basketball-Bundesliga Frauen

Bilanz der flippo Baskets: Starke Saison bleibt ungekrönt

Die einen sind weiter, die anderen sind raus: Während die Spielerinnen des BC Marburg hinten rechts fürs Siegerfoto posieren, stecken die flippo Baskets nach dem Viertelfinal-Aus noch einmal die Köpfe zusammen. 2
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Die einen sind weiter, die anderen sind raus: Während die Spielerinnen des BC Marburg hinten rechts fürs Siegerfoto posieren, stecken die flippo Baskets nach dem Viertelfinal-Aus noch einmal die Köpfe zusammen. 2

Für die Bundesliga-Basketballerinnen der flippo Baskets BG 74 Göttingen ging mit dem Aus im Playoff-Viertelfinale eine besondere, spezielle Saison zu Ende. Es war die erfolgreichste seit mehr als zehn Jahren.

Göttingen – Mit Platz fünf nach den 22 Hauptrunden-Spielen schnitt das Team des bosnischen Trainers Goran Lojo so gut wie noch nie seit 2008 ab. „Platz fünf ist ein Super-Erfolg“, sagt Baskets-Geschäftsführer Richard Crowder, zumal wenn man bedenke, dass die BG 74 im Etat-Ranking unter den letzten drei Teams sei.

Fast wäre es sogar noch Rang vier geworden, wenn die Baskets nicht das letzte Spiel in Saarlouis aus der Hand gegeben hätten. Das hätte ihnen im Playoff-Viertelfinale den Heimvorteil gesichert, der – wie sich dann herausstellen sollte – von großer Bedeutung gewesen wäre.

So mussten die Göttingerinnen zunächst beim ungeliebten BC Marburg antreten, wo sie in der letzten Minute bei eigener Führung durch einen Ballverlust unter dem gegnerischen Korb und danach einen Schrittfehler zwei Chancen auf den Auswärtssieg bei den Hessinnen verschenkten und schließlich durch zwei Freiwürfe von Marburgs Amerikanerin Rachel Arthur noch 70:71 verloren. So musste die BG 74 ihr Heimspiel gewinnen, um noch Spiel drei zu erzwingen. Was aber beim 55:79 deutlich daneben ging.

Am ärgerlichsten in der Hauptrunde war die 71:72-Auswärtsniederlage in Osnabrück, die nicht zuletzt durch strittige Schiedsrichter-Entscheidungen zustande kam. Mit diesen zwei Zählern mehr wäre es eben Platz vier gewesen.

Dennoch: Sieben Heimsiege und fünf Auswärtserfolge verdienen Anerkennung. Dagegen stehen vier Heim- und sechs Auswärtsniederlagen. Eine gute Bilanz, die die BG 74 noch nie hatte. In Erinnerung blieben zum Beispiel die klaren Heimsiege gegen die niedersächsischen Konkurrenten Osnabrück (93:73) und Hannover (104:77). Dagegen steht die einzige heftige Saison-Klatsche bei Spitzenreiter Keltern: 67:107!

Wie bei den meisten Frauen-Erstligateams gaben auch bei den flippo Baskets die ausländischen Spielerinnen den Ton an – mit einer Ausnahme. Nationalspielerin Jennifer Crowder, die Tochter von Geschäftsführer Richard Crowder, übertrumpfte ihre Teamgefährtinnen. Die kleine, schnelle Aufbauspielerin hatte ihren bemerkenswertesten Auftritt gegen den SV Halle, als sie ein überaus seltenes „Triple-Double“ mit 15 Punkten, 11 Vorlagen und 11 Rebounds schaffte. Gegen Osnabrück legte sie 20 Punkte und 19 Assists auf. Stets war sie die energische Anführerin des Teams.

Zur „Starting Five“ zählten Samantha Roscoe (Australierin mit britischem Pass), US-Dreierspezialistin Riley Lupfer sowie die Kroatinnen Ivana Blazevic und Ruzica Dzankic. Die Griechin Viki Karambatsa und Sandra Azinovic (Bosnien) waren neben der Kurzzeit-Kroatin Monika Bosilj (Kreuzbandriss) die ersten Auswechselspielerinnen – komplettiert von der deutschen Nachwuchsgarde, die aber nur wenig Einsatzzeit erhielt. Übrigens: Coach Lojo wird bleiben, geht in seine dritte Saison bei den Baskets.

„Es war eine Saison überwiegend mit Höhen und mit wenigen Tiefen“, bilanziert Richard Crowder. „Mir taten die Mädels leid: kein Essen gehen, kein Weihnachten, nur Wohnung und Training.“

Das Team löst sich jetzt auf. Samantha Roscoe ist kurz in London, fliegt dann in ihre Heimat Perth (Australien), spielt dort weiter: „Da gibt’s kein Covid-19“, verabschiedete sie sich. Richard Crowder: „Sam war gut, erhält sicher gute Angebote.“ Ob sie zur BG 74 zurückkommt? Offen! Alle Verträge der Spielerinnen sind ausgelaufen.  (Helmut Anschütz/gsd)

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