Bundesliga-Spitzenreiter Ulm fegt BG vom Parkett

Das alte BG-Parkett muss weg! Fleißige Helfer bauten es ab, Fans konnten sich Stücke davon für 9,99 Euro kaufen. Foto: gsd

Göttingen. In der mit 3246 Zuschauern überraschenderweise nicht ganz ausverkaufter S-Arena erteilte der weiterhin ungeschlagene Spitzenreiter der Basketball-Bundesliga, ratiopharm Ulm, der BG Göttingen in Sachen Basketball eine Lehrstunde. Mit einer deutlichen 63:94 (29:45)-Niederlage verließen die Spieler von Trainer Johan Roijakkers mit gesenktem Haupt das Parkett, das hinterher abgebaut und verkauft wurde (siehe „Unter den Körben“).

Der ungeheuren Qualität der Ulmer hatten die Gastgeber nur im ersten Viertel Gleichwertiges entgegenzusetzen. „Wir mussten gegen diesen laufstarken Gegner den inneren Schweinehund überwinden, was uns ab dem zweiten Viertel dann auch sehr gut gelungen ist“, meinte Gästetrainer Thorsten Leibenath. Sein Gegenüber Roijakkers wäre „gern länger im Spiel gewesen“ als nur im ersten Viertel.

Doch diesen Gefallen taten die Ulmer ihm und seinem Team nicht, die kurz vor Ende des ersten Viertels nach dem 10:9 nach fünf Minuten das zweite Mal mit 21:20 in Führung gingen. Schon da zeigte sich die Schwäche der Göttinger, die den Gästen einfach zu viele zweite Wurfchancen erlaubten.

Gegner nicht unterschätzt

„Wir haben den Gegner nicht unterschätzt. Wir wussten, dass dies eine schwere und wichtige Partie wird“, betonte Leibenath, der die Energie seines Teams hervorhob trotz der vielen Eurocup-Spiele in den vergangenen Wochen.

Zu Beginn des zweiten Viertels brachen bei den Veilchen alle Dämme. Allerdings machten es die Gastgeber dem Spitzenreiter auch nicht allzu schwer durch erneut zu viele Ballverluste – am Ende waren es 17, durch eine schwache Wurfquote auch bei den Freiwürfen, von denen die Hälfte von insgesamt 24 nicht verwertet werden konnte. So zogen die Ulmer unaufhörlich davon, gewannen das zweite Viertel mit 24:9 und hatten bis zum Seitenwechsel so schon für eine Vorentscheidung gesorgt.

Nach dem Wechsel sollte es noch härter kommen für die Göttinger, die, was immer sie auch versuchten, mehr und mehr in Rückstand gerieten, die Gäste nicht mehr aufhalten konnten. Immer wieder waren es Da’Sean Butler und Augustine Rubit, die fast kinderleicht zu erfolgreichen Körben aus allen Lagen kamen und so über ein Drittel (35) der Punkte für ihre Mannschaft erzielten. Butler war es auch, der mit zwei erfolgreichen Dreiern in Folge die zweite Halbzeit eröffnete und damit den BGern endgültig den Zahn gezogen hatte.

BG hat Morgan gut im Griff

Immerhin hatten die Veilchen ihren ehemaligen Mitspieler Raymar Morgan gut im Griff. Der treffsicherste Bundesligaspieler (Schnitt 19,4 Zähler) rieb sich so gegen die aufopferungsvoll verteidigenden Scott Eatherton und Darius Carter auf, kam auf für ihn mäßige zehn Punkte (bisher 19,4 im Schnitt pro Spiel).

Gleichwohl hatte niemand so recht an eine Überraschung der BGer ausgerechnet gegen Ulm geglaubt. (gsd)

Von Walter Gleitze und Helmut Anschütz

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