Crowell steht auf Körbe und Musik

Schnell und geschmeidig: Mike Crowell.

Göttingen. Petrosilienstraße in der Göttinger Innenstadt – ältere Basketball-Insider wissen, dass dort früher viele Spieler von Ex-Meister ASC Göttingen wohnten. Ganz in der Nähe prangt jetzt der Name von Frank Meinertshagen am Klingelschild. Nein, der Geschäftsführer der Göttinger Zweitliga-Basketballer ist nicht von seinem Wohnort Hannover nach Südniedersachsen umgezogen. Aber dass hier drei der aktuellen Veilchen-Akteure leben, muss ja nun nicht jeder wissen. Es ist die BG-WG, die hier zuhause ist: Nick Livas, Anthony Hitchens und Michael Anthony Crowell, um den es sich dreht.

Ganz wichtig ist für Michael Crowell das Laptop. Vor dem sitzt er oft und macht Musik. Das heißt, mit Hilfe eines Mischpults kreiert und komponiert der Zopfträger Musik. Zusammen mit seinem jüngeren Bruder Demetrius (24) hat er so schon mehr als 700 Stücke angefertigt. In allen gängigen Musik-Genres. „Vielleicht kann ich mal aus meinem Hobby einen Job machen“, erzählt Crowell. Unter „gohardrillaz“ ist seine Musik im Internet zu finden.

Mike, wieso hast Du eigentlich neben dem amerikanischen auch einen deutschen Pass? Crowell lächelt und erklärt diese kleine Story. Seine Mutter Ilona ist Deutsche aus der Nähe von Heidelberg. Vor gut 30 Jahren war ihr späterer Mann als amerikanischer Soldat in Baden-Württemberg stationiert.

Aufgewachsen ist Göttingens neue Nummer zwölf in Fort Walton Beach in Floridas „pan-handle“, dem „Pfannenstiel“. Inzwischen ist die Familie aber nach Phoenix (Arizona) übergesiedelt.

Lange Verletzungspause

Rund eineinhalb Jahre konnte Crowell zuletzt nicht spielen. Der Grund war eine heftige Verletzung am linken Knöchel am 10. Dezember 2010 – einen Tag nach seinem 24. Geburtstag. „Das passierte beim Training“, erinnert er sich an seine beim Renommier-Team Brose Baskets Bamberg, zu dem er von Franken-Coach Chris Fleming aus Glasgow (Schottland) geholt wurde. Es gibt sogar Fotos, auf denen Crowell bei einem Spiel gegen die „Bundesliga-BG“ zu sehen ist. Eine quälende Zeit mit langer Reha folgte, er fing zu früh wieder – umso länger dauerte die Genesung. Seine geliebte Musik half ihm in dieser schwierigen Phase über manche seelische Qual weg.

Jetzt sitzt er in Göttingen in seinem Zimmer der „BG-WG“ und hofft auf bessere Zeiten. Beim Spiel in Ehingen deuteten sie sich schon an: Crowell traf zwei wichtige Dreier. So soll es auch morgen gegen Düsseldorf weiter gehen. Wenn nur dieses miese Wetter nicht wäre! Crowell: „Ich vermisse vor allem schönes Wetter und den Strand.“ Er ist eben ein Florida-Boy aus dem „Sun-shine-state“. (gsd)

Von Helmut Anschütz

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