Basketball-Eurocup: Die sportliche und die politische Betrachtungsweise des Viertelfinal-Duells mit Treviso

Darf die BG nicht ins Final-Four?

Ab durch die Mitte: BG-Topscorer Mike Scott flitzt zwischen Trevisos Topscorer Allesandro Gentile (re.) und Donatas Montiejunas (li.) durch, den US-Beobachter unter die Lupe nahmen. 3 Fotos: Jelinek

Göttingen. Hat die BG Göttingen nun mit einem ungewöhnlichen 66:66-Unentschieden ein achtbares Ergebnis im ersten der beiden Eurocup-Viertelinals gegen Benetton Treviso erzielt oder sich selbst nur den Weg zum Aus nach dem zweiten Spiel am kommenden Mittwoch in der norditalienischen Basketball-Hochburg bereitet?

Die Nachbetrachtung steht dabei unter zwei Aspekten: Dem Basketball-politischen und dem sportlichen.

Natürlich kamen nach dem Remis, das realistisch betrachtet der BG kaum zum Einzug ins „Final Four“ in Treviso reichen dürfte, sofort wild-verwegene Verschwörung-Theorien hoch. Darf die „kleine BG“ überhaupt die Endrunde erreichen und zudem dafür sorgen, dass Treviso als Gastgeber bei seiner Heim-Veranstaltung nur Zuschauer ist? Der veranstaltenden „Euroleague“ (Sitz in Barcelona) käme dies wohl kaum gelegen.

Zu viele Offensiv-Fouls

Wurde deshalb auch die Schiedsrichter-Leistung nach „normaler“ erster Halbzeit in der zweiten immer umstrittener? Selten jedenfalls bekam die BG so viele Offensivfouls gepfiffen wie von den Referees von der iberischen Halbinsel. „Heim-Schiris“ war das Trio nun bestimmt nicht. Die BG-Fans rasteten wegen der Unparteiischen-Pfiffe in der zweiten Hälfte fast aus. Gleichwohl war der diskussionswürdige Schiedsrichter-Auftritt aber nur die eine Seite.

Denn auch die rein sportliche Komponente sorgte für jede Menge Stoff. Bis auf 36:22 baute die BG ihren Vorsprung vor der Pause aus. Sieben Dreier fielen, es klappte fast alles - eine denkwürdige erste Hälfte, die die Zuschauer verzückte. Konnte es so nach der Pause weitergehen? Nein, die Veilchen bekamen Angst vor der eigenen Courage. Sie zögerten und zauderten. „Wir haben viele freie Würfe nicht genommen“, ärgerte sich Coach Patrick. Vor allem den Offensiv-Rebound konnten sie nicht kontrollieren. Trevisos Greg Brunner holte allein acht! „Im dritten Viertel waren wir zu passiv“, so Patrick. Wieder hatten die BGer so ein „verflixtes Seuchen-Viertel“.

Gentile trumpfte groß auf

„In der zweiten Halbzeit haben wir die Defensive kontrolliert und das Spiel gedreht“, hielt Trevisos Trainer Jasmin Repesa nüchtern fest. „Göttingen spielte sehr aggressiv, sowas kannten wir nicht.“

Nicht auf dem Zettel hatte die BG offenbar Allesandro Gentile. Während die Topstars Smith, Skinner und Center Montiejunas in Schach gehalten wurden, schwang sich der 19-jährige zum Topscorer auf.

Gut für die BG: Sie ist am Wochenende punktspielfrei. Patrick: „Wir können uns ganz auf das Rückspiel konzentrieren.“ Dreier-Spezialist Robert Kulawick: „Auswärts treffe ich eh besser.“ Jetzt geht’s bei 0:0 los. Der BG reicht ein Sieg mit einem Punkt. (haz/gsd)

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