Basketball-Bundesliga: Reaktivierter Routinier auch gegen Braunschweig dabei

BG Göttingen: Das Überraschungs-Comeback der „Notlösung“ Harper Kamp

Mit der Nummer 21: Harper Kamp am 25. April 2014 gegen Gießens Robert Chubb.
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Mit der Nummer 21: Harper Kamp am 25. April 2014 gegen Gießens Robert Chubb.

Göttingen – „Ja, das war schon eine Überraschung“, lächelt Harper Kamp. „Auch für mich“, fährt der Amerikaner, der inzwischen sehr gut deutsch spricht, fort. Unverhofft stand Kamp (32) am vergangenen Freitag im Aufgebot von Basketball-Bundesligist BG Göttingen. Am Ende hatte er 12:36 Minuten Einsatzzeit, erzielte sechs Punkte, hatte je drei Rebounds und Assists. An ihm lag die 73:100-Pleite der Veilchen nun überhaupt nicht.

Nicht nur deswegen zählt er auch am Samstag (20.30 Uhr, MagentaSport) im Kader der BG beim Derby gegen Braunschweig. Wie kam es zu diesem Comeback des reaktivierten Routiniers? „Ich war trotz meiner Rückenschmerzen oft in der Halle mit der BG“, erzählt Kamp, der schon von 2013 bis ‘16 und 2017/18 für die Veilchen spielte, einst mit zu den Aufstiegshelden gehörte. „Irgendwann“, so Kamp weiter, „hat Trainer Roel Moors gesagt: ,Ich brauche dich‘. Er wollte mehr Körper im Training haben. Da war ich die Notlösung.“ Dabei hatte Kamp inzwischen selbst sein Leben als Trainer akzeptiert – er coacht Regionalligist ASC Göttingen, der derzeit wegen Corona kaltgestellt ist.

Da kam Moors’ Anfrage nicht ungelegen. Kamps Rückkehr aufs Parkett – wie zuvor auch als Intermezzi in Ludwigsburg, in Bremerhaven und sogar in Uruguay. Seine (deutsche) Heimat hat er aber mittlerweile eben in Göttingen gefunden, ist mit Tabea (Lehrerin am Theodor-Heuss-Gymnasium) verheiratet. Auf Trab gehalten werden beide von Tochter Marli (knapp drei), die zweisprachig aufwächst. Sie kam 2018 zur Welt, deshalb trägt Kamp jetzt auch die Nummer „18“ auf dem Rücken, den nach wie vor ein großes Tattoo mit seinem Namen ziert. Kamps alte „21“ ist derzeit an Ron Jackson vergeben – ausgerechnet der Spieler, den der Rückkehrer momentan ersetzt, weil Coach Moors Jackson gegen einen „richtigen Vierer“ (Power Forward) austauschen möchte (HNA berichtete).

„Ich möchte dem Team jetzt helfen so wie ich das kann“, erzählt Kamp, der lange unter seinen Rückenproblemen litt: „Ich habe vieles probiert, aber nichts hat geholfen. Jetzt aber fühle ich mich jeden Tag fitter.“ Und Kamp freut sich, „wieder Teil des Teams“ zu sein.

Schade nur, dass er derzeit nicht zu seinen Eltern Lane und Nicole nach Mesa (bei Phoenix/Arizona) kann. „Ich habe sie lange nicht gesehen.“ In der Umgebung leben auch seine zwei Schwestern und sein Bruder.

.  Erneut wurden bereits zwei Bundesliga-Spiele Corona-bedingt abgesagt: Bamberg gegen Neuling Chemnitz und Hamburg gegen Gießen. (Von Helmut Anschütz)

Mit der 18: Harper Kamp am vergangenen Freitag gegen Ludwigsburgs Desi Rodriguez (li.).

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