Derby-Pleite: Carters Ausfall schockte die BG zu sehr

Wieder Topscorer bei der BG: Brion Rush (15) dribbelt an Braunschweigs Ex-BGer Scott Eatherton vorbei. Rush kam auf 15 Punkte, Eatherton blieb blass bei elf Zählern. Links Schiedsrichter Reiter. Foto: Jelinek/gsd

Göttingen. So hatte sich die BG Göttingen das prestigeträchtige Niedersachsen-Derby in der Basketball-Bundesliga gegen die Löwen Braunschweig nicht vorgestellt: Punkte futsch und Topspieler Darius Carter verletzt! Der US-Big Man zog sich im Donnerstagstraining eine komplizierte Verletzung am rechten Handgelenk zu, muss nunmehr operiert werden und fällt bis mindestens Februar 2018 aus. Dieser Ausfall lastete wie ein Schock auf dem Veilchen-Team, das den Löwen mit 75:79 (38:41) vor 3447 lautstarken Fans (diese Saison erstmals ausverkauft) unterlag. „Wir haben verdient verloren“, meinte BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen etwas zerknirscht.

In der Tat: Die BGer machten einfach zu viele eigene Fehler. Da waren auch nicht die Schiedsrichter schuld, von denen Crew-Chef Moritz Reiter 15 Sekunden vor Schluss(!) per Video-Beweis („instant replay“) einen Dreier von Leon Williams auf einen Zweier zurückstufte, weil der BG-Niederländer auf der 6,75 m-Linie stand.

„Ich bin zwar insgesamt zufrieden, aber ohne Carter war es schwierig für uns.“ Mehr mochte BG-Trainer Johan Roijakkers auf der Pressekonferenz nicht sagen. Sein Gegenüber Steven Claus sprach von einem „sehr schweren Spiel, weil die BG supergekämpft hat, wir in der Schlussphase ruhe bewahrt haben.“

Für Carter stand Dennis Kramer erstmals in dieser Saison in der „starting five“, konnte aber die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllen. So musste sich meist Jordan Loveridge um den Ex-Göttinger Scott Eatherton kümmern, tat dies auch recht erfolgreich und erlaubte dem Braunschweiger Center lediglich für ihn recht wenige elf Zähler und sechs Rebounds.

Nach einer 4:0-Führung der Braunschweiger zu Beginn dieses bis in die Endphase spannenden Spiels gelang den Veilchen ein 9:0-Lauf auf 9:4. Zu Beginn des zweiten Viertels wollte der BG indes nichts gelingen, die Gäste zogen nach einem 11:0-Lauf bis auf 32:24 davon, hielten eine Führung von 41:32 kurz vor Ende der ersten Halbzeit, ehe Leon Williams und Brion Rush per Buzzer Beater je Dreipunktewürfe gelangen. So ging es mit 41:38 für die Löwen in die Pause.

Hatten die Gastgeber in den ersten 20 Minuten noch eine Trefferquote von allerdings mäßigen 41 Prozent, so sank diese bis zur Schlusssirene auf schwache 38 Prozent, sicherlich ein Grund für diese unnötige Niederlage. Hinzu kam, dass nur zehn von 18 Freiwürfen ihr Ziel trafen. Ein weiteres Kriterium für diese Pleite. Auch die 20 Ballverluste der Braunschweiger konnten die Göttinger nicht für sich nutzen.

Ball nicht am Ring

Noch 3,5 Sekunden vor dem Ende hatten die Veilchen beim Stande von 74:77 noch die Chance zum Ausgleich und der damit einhergehenden Verlängerung. Williams traf den ersten Freiwurf zum 75:77. Aus taktischen Gründen verwarf er den zweiten Freiwurf, um die Chance auf den eigenen Rebound mit einem erfolgreichen Wurf das 77:77 zu schaffen. Sein Wurf traf das Brett, hätte aber dabei auch den Ring berühren müssen, tat der Ball aber nicht, sodass es einen Einwurf für Braunschweig gab und die letzte Chance dahin war. (gsd)

Von Helmut Anschütz und Walter Gleitze

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