Derbysieg mit Miniteam

Dritter Auswärtserfolg für BG Göttingen beim 81:79 in Braunschweig

Überragendes Spiel für die Veilchen: Göttingens Raymar Morgan (am Ball), hier mit einem Dunk, erzielte 20 Punkte, war damit bester BG-Werfer. Foto: zje

Braunschweig. Riesen-Jubel gestern Abend bei den Fans der BG Göttingen in Braunschweig! Nach einem Herzinfarkt-Finale schaffen die Veilchen ihren dritten Auswärtssieg in der Basketball-Bundesliga, gewinnen 81:79 (41:46) beim Niedersachsenrivalen. Mit 8:10 Punkten stehen sie jetzt in der Tabelle besser da als gedacht.

Schlechte Nachricht für die Veilchen aber erstmal vor dem Tip-off: Alex Ruoff, gegen Bremerhaven mit 35 Punkten Topscorer, musste passen – er war am Samstag beim Training umgeknickt und saß gestern nur auf der Bank. Ein schweres Handicap für die Göttinger, die in der Volkswagenhalle von 400 Fans lautstark unterstützt wurden. Nach Braunschweigs Eröffnungspunkten durch Center Kyle Visser traf Raymar Morgan die ersten beiden für die BG per Freiwürfen.

Bitteres erstes Viertel

Die Löwen schienen in der Anfangsphase bereiter zu sein als die Südniedersachsen, die nach fünf Minuten 11:14 in Rückstand gerieten. Die nächsten Minuten trafen die Veilchen gar nicht, Braunschweig baute seinen Vorsprung auf 24:11 aus. Unübersehbar: Die Löwen konnten ihren physischen Vorteilen und ihrer Reboundstärke vertrauen: 15:4 lautete das Verhältnis nach den ersten zehn Minuten. Nach dem ersten Viertel beim 31:16-Zwischenstand schon alles frühzeitig entschieden? Von wegen!

Das zweite Viertel bestimmten lange die Veilchen. Jamal Boykin, Robert Kulawick per Dreier bei seinem Ex-Klub – das waren die ersten Zähler für die Gäste, die zu einer furiosen Aufholjagd starteten. Immanuel McElroys zwei Punkte zum 33:23 waren fünf Minuten lang die einzigen für Braunschweig. Die BG legte einen 13:2-Lauf hin und verkürzte auf 31:33, worauf Löwen-Coach Raoul Korner per Auszeit reagierte. Die Göttinger blieben dran beim 36:38 (18.), mussten die Gastgeber aber wieder leicht davonziehen lassen. Per Dreier verkürzte Boykin zum 41:46-Pausenrückstand. Noch nichts verloren für die Veilchen!

Obwohl es nach Wiederbeginn personell noch enger wurde! Khalid El-Amin musste erneut passen, die Hüftverletzung war wieder aufgebrochen. Zudem verzichtete Coach Roijakkers auch auf Harper Kamp. „Ein Zeichen für ihn“, meinte der BG-Trainer hinterher. Dafür legten sich die sieben anderen Profis richtig ins Zeug. Mit einer fast unglaublichen Energie arbeiteten sich die Göttinger immer mehr ins Spiel rein. Clever rotierte Roijakkers mit den „sieben Aufrechten“!

Erste Führung beim 61:60

So kamen die Veilchen unter dem Jubel der 400 Fans nach 30 Minuten auch zur ersten Führung (61:60). Im letzten Viertel entwickelte sich ein echter Hitchcock, und die Göttinger lösten am Ende den Fall. Obwohl sie noch einige Punkte liegen ließen, kauften sie den Löwen immer mehr den Schneid ab. Vor allem Morgan konnten die Braunschweiger überhaupt nicht stoppen. Er steuerte in den letzten 66 Sekunden auch noch vier Punkte zum Sieg bei. „Er konnte machen, was er wollte“, ärgerte sich Löwen-Coach Korner.

„Wir hatten nichts mehr zu verlieren“, meinte Roijakkers. „Schön für die Jungs, sie haben sich den Sieg verdient, weil sie so hart gekämpft haben.“ Dass die Freude bei den vielen Veilchen-Fans fast überschwappte, war nur umso verständlicher. „Auswärtssieg, Auswärtssieg“, skandierten sie in der VW-Halle und stimmten zudem die obligatorische „Sieges-Humba“ an. „Auch unsere Spieler auf der Bank haben uns immer wieder angefeuert“, strahlte Acha Njei nach diesem denkwürdigen Niedersachsen-Derby, das den zweiten BG-Sieg im sechsten Spiel in Braunschweig brachte. (gsd)

Von Helmut Anschütz

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