Basketball-Bundesliga Männer

Diese Probleme bewegen die BG Göttingen

Riesen-Schlange vorm Eingang: Wegen der Einlass-Kontrolle reichte sie bis über die TV-Übertragungswagen von MagentaSport hinaus. 2
+
Riesen-Schlange vorm Eingang: Wegen der Einlass-Kontrolle reichte sie bis über die TV-Übertragungswagen von MagentaSport hinaus. 2

Starke Kulisse gegen Top-Team Bayern München, aber die BG Göttingen umtreiben verschiedene Probleme.

Das Zuschauer-Problem

Um kurz vor halb drei wurde Frank Meinertshagen vorm Bayern-Spiel am VIP-Eingang etwas unruhig. „Erst 737 Zuschauer in der Halle“, las er in einer App auf seinem Handy ab, die übermittelt, wie viele Fans schon registriert auf ihren Plätzen sind. Draußen vor den Eingängen der S-Arena hatte sich unterdessen eine riesige Schlange gebildet, die auf die Corona-Kontrolle an den Eingängen warteten. „2G“ erfordert derzeit eben viel Geduld. Am Ende waren dann 3313 Zuschauer (bester Besuch seit 7. März 2020 gegen Hamburg) beim BG-Spiel gegen Bayern München. So viele wie noch nie in dieser Saison. Waren es möglicherweise auch wieder letztmals so viele? Falls wieder noch schärfere Einlass-Maßnahmen angeordnet werden? „2G+“ sei bei Sonntags-Heimspielen jedenfalls keine Lösung, meinte der BG-Geschäftsführer. Meinertshagen: „So viele Testmöglichkeiten gibt es für etwa 3000 Fans am Wochenende gar nicht in Göttingen.“ Und selbst bei Samstags-Heimspielen dürfte das schwierig werden. Die Zuschauer-Problematik wird auch die BG weiter beschäftigen.

Das Center-Problem

Andere Probleme, nämlich sportliche, hatte BG-Trainer Roel Moors nach dem 66:80 gegen München. Die Schiedsrichter seien nicht das Problem gewesen, sagte er offiziell, um nicht von der BBL belangt zu werden. Später waren andere Töne zu hören. Für die zweite Heimniederlage war jedoch erst einmal das Veilchen-Team selbst verantwortlich.

Den meisten Trainer-Frust hatten sich dabei die BG-Center (oder „Big Men“) James Dickey, Philipp Hartwich und auch Harper Kamp zugezogen, mit deren Auftritt der Belgier nicht zufrieden war. Die „Inside-Präsenz“, womit die Zone unter dem gegnerischen Korb gemeint ist, „fehlte total“, mäkelte Moors. Auf dem Statistik-Bogen ist diese Zone als „Points in the Paint“, also in dem farblich abgesetzten Bereich unterm Korb, ausgewiesen. Da kam die BG auf 28 Punkte, der FC Bayern aber auf 36. Als „wieder sehr schwach“ ordnete Moors auch die Zweier-Quote ein: 15 von 40 Würfen getroffen, machte dünne 38 Prozent. Und Moors rechnete vor: Hartwich drei Punkte, Dickey vier Punkte, Kamp vier Punkte – diesen mageren elf Zählern standen allein 18 von Bayern-Big Man Deshaun Thomas gegenüber, den die BG nicht stoppen konnte.

Wird die BG daher auf der Center-Position noch einmal nachrüsten? „Das ist nicht geplant“, verneinte Meinertshagen. Moors würde wohl gern, verwies aber auf die finanziellen Mittel. Eben das Problem: Dickey und Hartwich ließen es zuletzt an Durchsetzungsstärke vermissen.

Der Überblick

Mit dem Spiel gegen Bayern hat die BG (auf Platz neun runtergerutscht) jetzt gegen sechs Teams unter den derzeit ersten Acht gespielt – nur gegen Chemnitz und Crailsheim noch nicht. Jetzt geht es weiter gegen die Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte (nur gegen Überraschungs-Schlusslicht Oldenburg nicht mehr).

Der Ausblick

Der Dezember wird heftig für die Veilchen. Nach dem freien letzten November-Wochenende (Länderspiel-Fenster), an dem die BG-Spieler zwei Tage Pause machen können, geht es beim starken Neuling Heidelberg weiter – das erste von sechs Spielen im letzten Monat des Jahres. Danach kommen der MBC und Crailsheim, ehe die Veilchen 2021 mit drei Auswärtspartien in Chemnitz, Würzburg und Ulm abschließen. Und am 2. Januar 2022 steigt gleich das Heim-Derby gegen Braunschweig. haz/gsd-nh

Nicht genug durchgesetzt: BG-Center James Dickey (am Ball) gegen Münchens Augustine Rubit.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.