Eher düstere Perspektive für die BG

Es ist zum Verzweifeln: Göttingens Trainer Johan Roijakkers erlebte mit den Veilchen in Ulm die achte Niederlage im neunten Saisonspiel der Basketball-Bundesliga. Foto: Jelinek/gsd

ULM. Die BG Göttingen kriegt in der Basketball-Bundesliga weiter kein Bein aufs Hallenparkett. Beim schwer unter Druck stehenden Team von ratiopharm Ulm gingen die Veilchen zum fünften Mal in dieser bisher so bitteren Saison mit einer hohen Niederlage ein – 67:95 (39:50).

Das Schlimme dabei: Es scheint derzeit kaum Anzeichen zu geben, wie es besser werden könnte für die Göttinger, die jetzt sechsmal in Serie verloren haben und weiter Vorletzter dank des einzigen Erfolgs beim MBC bleiben. „Es war ein verdienter und klarer Sieg“, kommentierte Roijakkers weiter. „Ulm war 40 Minuten dominant. Wir hatten nur im zweiten Viertel einen kleinen Lauf.“ Schon da deutete sich die erneute Pleite aber längst an. Zwar war Ulms Ex-Göttinger Raymar Morgan kein Faktor im Team von Coach Thorsten Leibenath, doch dafür kamen eben der Ex-Tübinger Augustine Rubit (23 Punkte) und Taylor Braun (24) „aus dem Gebüsch“.

Die BGer bekamen vor der Pause viel zu wenig Stopps, konnten zu wenige Ballgewinne verbuchen. So erhielten die Ulmer im gesamten Spiel 17 „zweite Chancen“. 36 Punkte konnte das Leibenath-Team aus der Zone unter dem Korb erzielen (BG nur 22). Doch auch das klare Rebound-Verhältnis von 44:31 für die Gastgeber ließ Roijakkers nicht gelten. „Mich ärgern die Fehler mehr, die wir davor gemacht haben“, sagte der Niederländer.

Everett enttäuscht erneut

Durch ein fast schon obligatorisches schlechtes Viertel – diesmal war es das dritte – wurde die BG-Rückstand immer größer. In knapp sieben Minuten bekamen die Veilchen nur sechs Freiwurf-Punkte zusammen – das ist kaum erstliga-reif. Erst Terrell Everett gelang der einzige Feldkorb per Dreier zwischen der 21. und 30. Minute.

Apropos Everett: Der als Leistungsträger nachverpflichtete US-Boy lieferte eine enttäuschende Leistung ab. Den Anspruch, ein Leistungsträger zu sein, konnte er auch in Ulm erneut nicht erfüllen. Er punktete erst, als die Partie längst verloren war. Harper Kamp hatten die Schiris auf dem Kieker – drittes Foul nach 12 Minuten, dadurch konnte ihn Roijakkers kaum noch bringen. Ausschluss nach 31 Minuten (5. Foul).

Offensiv kam von den Deutschen Schwarz, Kulawick und Spohr erneut zu wenig, einzig Mathis Mönninghoff taute endlich mal wieder auf, traf bis zur Pause drei Dreier – dann aber nichts mehr. Dem (zu) schmächtigen Edwards fehlt die Physis unterm gegnerischen Korb, Ruben Boykin ist genauso behäbig im Umschaltspiel wie sein Bruder Jamal vergangene Saison. Und Spielmacher Marque Perry? Initiiert viel als Vorbereiter, doch manchmal sollte der Point Guard auch treffen. Tat er aber zu wenig: Nur vier Zähler.

Die kurzfristige Perspektive? Sieht derzeit mau aus. Wie will die BG die Kurve kriegen? Robert Kulawick: „Nach dem kleinen Aufwärtstrend in Ludwigsburg dann wieder so was wie in Ulm! Uns fehlen Herz und Leidenschaft. Das war einfach mega-k…!“ So rettete die BG möglicherweise wenigstens Ulms Coach Leibenath den Job. (gsd)

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