Entscheidung offen: Bleibt Jones doch bei der BG Göttingen?

Wie gegen eine Wand: Göttingens Überraschungs-Neuzugang Chris Jones (1,78 m, am Ball) rennt sich an Bambergs Hünen Yassin Idbihi (2,08 m) fest. Foto: Jelinek/gsd

GÖTTINGEN. „Bamberg ist eben Bamberg“, meinte Malte Schwarz nach der 63:87-Heimschlappe gegen den Meister. Klang von der Neuverpflichtung der BG Göttingen so wie: Gegen solche Teams können die Veilchen eben nicht gewinnen. Nach dem 63:88 gegen Berlin (fast das gleiche Ergebnis!) gab’s auch gegen die Franken wenig bis nichts zu bestellen. Die Punkte zum Klassenerhalt, um den es diese Saison wohl allein geht, muss das Team von Trainer Johan Roijakkers gegen andere Mannschaften holen.

„Wir hatten die Wahl, mit 40 Punkten wie in Tübingen zu verlieren oder in der zweiten Halbzeit zu kämpfen“, forderte Roijakkers sein Team noch während des Spiels auf, Courage zu zeigen. Das gelang auch zumindest teilweise. „Phasenweise waren wir ganz gut, aber es fehlt weiter noch das Zusammenspiel“, meinte BG-Chef Frank Meinertshagen.

Noch keine Entscheidung

Der Geschäftsführer ordnete auch das „Thema des Abends“ ein: Die BG hatte mit dem neuen Pointguard Chris Jones (24) überrascht. Der 1,78 m-„Zwerg“ erzielte 15 Punkte, war für den BG-Coach bester BG-Mann auf dem Feld. Doch was wird nun mit ihm? „Ein einmaliger Auftritt“, sagte Roijakkers zunächst. Die BG werde Jones vom renommierten Louisville-College wohl nicht weiterverpflichten können, weil der Etat sehr begrenzt ist, so Meinertshagen. Sieben US-Boys statt bisher sechs wären zu teuer. Auch wenn Roijakkers anbot, Jones („Er hat Jet-Geschwindigkeit“, so der Trainer) in seinem großen Bett schlafen zu lassen statt im Hotel am Papenberg. Jones kein Thema? Vielleicht doch! „Von Sponsoren habe ich positive Reaktionen bekommen“, sagte Roijakkers im Nachklang. Denkbar wäre eine externe Finanzierung. Roijakkers: „Eigentlich haben wir dafür keinen Etat. Wir geben nur das aus, was wir haben. Man kann da aber nichts forcieren.“ Das Geld für Jones, der erstmal bis Mittwoch bleibt, müsste „extra kommen“.

Wann Marque Perry und Ricky Minard zurückkommen, scheint derzeit völlig offen. Gegen Bamberg war Jones mehr als ein Ersatz. „Unglaublich schnell“, meinten der Ex-BGer Dominik Bahiense de Mello und Bambergs Nationalcenter Daniel Theis unisono über den kleinen Flitzer. „Ein aggressiver Verteidiger“, ergänzte Malte Schwarz.

Mönninghoff ohne Punkte

Nicht an die guten Leistungen beim MBC anzuknüpfen vermochten Shane Edwards und Mathis Mönninghoff. „Das Spiel war wohl zu physisch für sie“, meinte Roijakkers. Edwards kam nur auf drei Punkte, Mönninghoff, der gegen Frankfurt nächsten Samstag vor seinem 100. BBL-Spiel steht, punktete gar nicht. „Gegen Frankfurt müssen wir es jetzt besser machen“, so Schwarz nach der Bamberg-Niederlage.

Aber leichter gesagt als getan! „Frankfurt ist nach den Top-Drei das stärkste Team“, baut Roijakkers angesichts der Ausfall-Misere vor. Der Unterschied zum Auftakt der vergangenen Saison, als Morgan, Mello und Ruoff fehlten: „Jetzt haben wir leider weniger Qualität.“ Übrigens: Gegen Frankfurt gibt’s ein Wiedersehen mit Ex-BG-„Abwehrterrier“ John Little, der von Ludwigsburg zu den Hessen wechselte. Wird es für die BG ein freudiges Wiedersehen? (gsd/nh)

Von Helmut Anschütz

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