Basketball-Bundesliga: Göttinger werfen Braunschweig beim 86:60 aus der Lokhalle

BG „enttarnt“ die Phantome

Allein unter Braunschweigern: Göttingens John Little (vorn) erzielte von den ersten acht Punkten sechs. Die Phantoms Brandon Thomas, John Allen, Heiko Schaffartzik und Thomas Cielebak (v. l.) wirken wie konsterniert. Im Hintergrund sichert Chester Frazier den Rückraum ab. 3 Fotos: Jelinek

göttingen. Es war für die Phantoms aus Braunschweig zeitweise eine kostenlose Lehrstunde, die die BG Göttingen inszenierte. Am Ende stand ein deutlicher 86:60 (45:32)-Sieg für die Veilchen, die sich auf imponierende Art und Weise für die unglückliche 82:88-Niederlage im Hinspiel kurz vor Weihnachten revanchierten.

Dabei gab es drei Szenen, die die Lokhalle einmal mehr in ein Tollhaus verwandelten. Dem BG-Eigengewächs Tobias Welzel war es vorbehalten, mit einem seiner beiden Freiwürfe den letzten Punkt zum 86:60 zu erzielen. Dann war da noch Michael Meeks, der nach seinem fünften Foul in der 37. Minute mit stehenden Ovationen verabschiedet wurde - ein weiteres Gänsehaut-Gefühl bei den Fans. Und der 37-jährige BG-Center war auch maßgeblich an der dritten Szene beteiligt. Zwei Sekunden hatten die Gastgeber noch Zeit, einen Angriff zu beenden, der nach insgesamt 24 Sekunden abgeschlossen sein muss, als die BGer einen Einwurf bekamen. Trainer John Patrick nahm eine Auszeit, um mit seinem Team zu besprechen, wie in dieser kurzen Zeit noch ein Korb zu erzielen sei.

Was danach geschah, war einfach nur genial. Ben Jacobson führte den Einwurf aus, deutete an, das Leder zum Dreierspezialisten Taylor Rochestie zu spielen. Wie eine Meute stürzten sich alle fünf Braunschweiger Spieler auf Rochestie. Währenddessen stand Meeks mutterseelenallein unter dem Gästekorb, bekam von Jacobson das Leder, um es seelenruhig und völlig ungestört im Braunschweiger Korb unterzubringen. Allein diese drei Szenen waren ihr Eintrittsgeld in der zum zweiten Mal ausverkauften Lokhalle wert.

„Die Niederlage in Braunschweig hat richtig weh getan. Umso motivierter waren meine Spieler in dieses Derby gegangen“, meinte Patrick, der es selbst kaum fassen konnte, dass es nach fünf Minuten 17:0 (!) für sein Team stand. Sechs Balleroberungen der BGer und nur ein Wurf der Braunschweiger auf den gegnerischen Korb hatten zu dem aus Gäste-Sicht völlig frustrierenden Spielbeginn geführt. Erst nach 5:41 Minuten erzielte Kevin Hamilton den ersten Phantoms-Korb.

Über eine Tatsache aber freute sich der BG-Coach besonders. Während Einzelaktionen, dabei auch eine gehörige Portion Egoismus einige bisherige Spiele bestimmt hatten, an deren Ende zwar ein Sieg stand, lobte Patrick seine Spieler für die ausgezeichnete geschlossene Mannschaftsleistung, gegen die die Ostniedersachsen zeitweise völlig hilflos wirkten. Zwar kamen sie zwischenzeitlich auf acht Punkte heran (42:50), hatten aber der erneut unglaublich aggressiven Defensive der BGer nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen. Schon morgen geht´s für die BG in Oldenburg weiter. (gsd)

Von Helmut Anschütz und Walter Gleitze

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