Basketball: Philip Noch weg aus Braunschweig / Seine Wurzeln liegen in Polen

Der erste Tapetenwechsel

Philip Noch schaut sich gern Filme am PC oder Laptop an. Er spricht deutsch und polnisch und erwartet gespannt Bayern München als zweiten Heimgegner der BG. Foto: Gleitze/gsd

Göttingen. Dieser Nachmittag ist wie geschaffen für ein Interview im Freien. Also raus auf die Dachterrasse in der BG-Geschäftsstelle mit Philip Noch. In der wärmenden Augustsonne erzählt der erste Neuzugang, den wir zuerst in unserer Serie vorstellen, nicht nur über sich und den Basketball, dessentwegen er von den Phantoms Braunschweig zu den Veilchen wechselte.

Was überraschend kommt: Mit Noch hat die BG neben Roberto Mafra (Brasilien) noch eine weitere neue Nationalität im Kader. Der 1,99 m-Schlaks ist deutscher und polnischer Staatsbürger. Seine Eltern Aleksandra und Theodor stammen aus Płock, das zwischen Warschau und Göttingens Partnerstadt Torun liegt. Noch senior kam einst auf Arbeitssuche nach Deutschland, erst wurde Philips fünf Jahre älterer Bruder Jakob geboren, dann der Neu-BGer. Ein Halbbruder väterlicherseits komplettiert die Familie.

Deren Oberhaupt spielte früher Handball, was auch Noch junior ausprobierte, wie auch Fußball und Skateboardfahren. Mit zwölf kam er in der Schule mit Basketball in Berührung, durchlief ab der U 14 bei der SG Braunschweig die Nachwuchsteams, ehe ihn Emir Mutapcic mit 17 in den Erstligakader holte. 2006 machte Noch mit den Phantoms sein erstes Bundesligaspiel in Berlin. „,Muki’ half mir, er war eine Aufpasser-Figur“, erinnert sich Noch.

Weil aber zuletzt die Einsatzzeiten nicht gerade immense Höhen erreichten, entschied sich der Abiturient nun, erstmals Braunschweig zu verlassen, wo Karim Bellarabi, der von Fußball-Zweitligaaufsteiger Eintracht zu Bundesligist Leverkusen wechselte, einer seiner besten Kumpels war. „Göttingen ist eine gute Option“, sagt Noch.

Tapetenwechsel war nötig

Und wie kam’s dazu? „Stefan hat einfach angerufen“, so Noch ganz locker über den neuen BG-Chefcoach Mienack. Nach Essen und Probetraining war der Vertrag klar. „Selbstentwicklung und Tapetenwechsel“ führt Noch (Schuhgröße 48,5) als Wechselgründe an. Hier will er sich nun seine Minuten auf dem Feld verdienen. Wie wohl alle deutschen Spieler hegt Noch dabei die Hoffnung, deshalb mehr Spielzeit zu bekommen, weil übernächste Saison die „6 + 6-Regel“ (sechs Deutsche, nur noch sechs Ausländer) greift. Da müssen die Klubs jetzt schon „vorsorgen“.

In die neue Saison geht der Single „ohne Druck“. Der besondere Reiz sei, dass sich erstens alle elf Neuen beweisen müssen und zweitens auch die EuroChallenge. International hat der Student in spe (Betriebswirtschaftslehre an der Privaten Fach-Hochschule) nur in der deutschen U 18 und 20 gespielt. Die Euro-Spiele werden nun nicht nur bei ihm prickeln.

Und zum Schluss: Seine neue Nummer erklärt sich ganz einfach. Noch, am 1. 4. geboren, wollte die 14, die aber schon Malte Herwig hat. Stattdessen nahm er die 22, sein jetziges Alter. (gsd)

Von Helmut Anschütz und Walter Gleitze

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