Erster Auswärtserfolg beim MBC: Stockton führt BG zum Sieg

Überragender Auftritt: Michael Stockton (rechts) dribbelt an Weißenfels’ Ex-BGer Malte Schwarz vorbei. Der BG-Spielmacher kam auf 21 Punkte, acht Rebounds und sechs Vorlagen. Foto: gsd

Weißenfels. Na, bitte – jetzt scheint’s doch zu laufen! Die BG Göttingen feierte beim Mitteldeutschen BC ihren ersten Auswärtssieg der Saison in der Basketball-Bundesliga. 89:84 (44:39) stand am Ende auf der Anzeigetafel in der Weißenfelser Stadthalle, in der fast 100 mitgereiste Veilchen-Fans den Erfolg mit der zweiten „Sieges-Humba“ dieser Spielzeit feierten. Die erste hatte es nach dem ersten Heimsieg gegen Jena gegeben.

Matchwinner für die Göttinger waren zwei Spieler: Allen voran Michael Stockton mit 21 Punkten und der immer besser werdende Darius Carter mit 19 Zählern. Besonders in der „Crunch Time“, der heißen Schlussphase, übernahm Stockton das Match fast im Alleingang und führte die Veilchen zum glücklichen Ende.

Nicht zu übersehen auch, dass der Jena-Sieg den BGern offenkundig noch mehr Selbstbewusstsein verliehen hat. Couragiert und abgeklärt bestritten sie die erste Halbzeit und gingen von Anfang an in Führung. Carter machte Spaß mit drei „Alley oops“, ähnlich dem „Kempa-Trick“ beim Handball. Dreier-Spezialist Evan Smotrycz netzte bis zur Pause drei Stück ein und in der Abwehr fischte die BG in der ersten Hälfte schon 19 Defensiv-Rebounds. Der 44:39-Vorsprung nach 20 Minuten war korrekt und versprach mehr für die zweite Halbzeit.

Doch wie es im Basketball sehr oft vorkommt: „Es war ein Spiel von Läufen auf beiden Seiten“, wie BG-Coach Johan Roijakkers bemerkte. Der MBC glich nach 24 Minuten durch Jordan Sibert erstmals überhaupt aus zum 50:50. Macht nichts, dachten sich die Veilchen – und legten ihrerseits wieder eine 13:3-Serie hin zur 63:53-Führung (28.).

Spiel der Läufe

Dann wieder ein 10:0-Lauf des MBC und der erneute Ausgleich durch Lamont Jones per Dreier zu Beginn des letzten Viertels zum 63:63. Doch nach dem 65:65 setzte die BG ihre konzentrierte Leistung fort, angeführt vom überragenden Stockton, der einen ebenso wichtigen Dreier zum 71:67 traf wie kurz danach Dominic Lockhart in allerhöchster Not per „Buzzer beater-Dreier“ zum 76:72 (35.).

Interessant: Die Göttinger gerieten auch trotz der engen Spielstände nie in Rückstand, behielten die Köpfe oben und hatten immer eine Antwort auf die von ihrem Sieg in Bonn beseelten MBCer. „Wir haben am Ende sehr clever gespielt“, lobte Roijakkers sein Team. „Am Ende hatten wir mehr Läufe.“ Und eben einen Stockton, der zehn seiner 21 Punkte im letzten Viertel erzielte, als ein Vordenker und Spielgestalter gefragt war. Was die gute Gesamtleistung seiner Teamgefährten keineswegs schmälern soll!

„Das sollte für uns anders laufen“, meinte Weißenfels’ Ex-BGer Marc Liyanage. „Die BG hat zu viele Dreier getroffen.“ Und auch MBC-Coach Jovovic räumte ein: „Ein verdienter BG-Sieg. Das bessere Team hat gewonnen.“ (gsd)

Von Helmut Anschütz

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