Basketball-Bundesliga: Aber glanzvoll war Göttingens 67:57 beim Schlusslicht nicht

Erster Sieg in Paderborn

Premiere nach sechseinhalb Minuten Spielzeit: BG-Neuzugang Antoine Jordan (l.) verteidigt gegen Paderborns Malik Moore. Foto: gsd

Paderborn. Solche Spiele muss man einfach gewinnen, wenn man als Spitzenmannschaft im Vorderfeld der Tabelle mitspielen will! So schlicht und ergreifend lautet das Fazit des Basketball-Bundesligaspiels der BG Göttingen bei den Paderborn Baskets. 67:57 (38:36) hieß es am Ende einer aus Veilchen-Sicht durchwachsenen Partie beim Schlusslicht, das erst selbst durch die BGer stark gemacht wurde.

Letztlich wurden auch die vielen mitgereisten Fans endlich einmal belohnt: Es war im dritten Anlauf der erste Erfolg bei den Westfalen, die aber über weite Strecken der Begegnung nicht unbedingt wie ein Tabellenletzter auftraten. „Das ist schon ein besonderes Gefühl“, meinte Trainer John Patrick hinterher. „Seit ich in Göttingen bin, war das der erste Sieg. Das war richtig Derby-Atmosphäre und nicht einfach - ein schwieriger Sieg!“ Baskets-Kollege Olaf Stolz hielt die BG-Dominanz bei den Offensiv-Rebounds (9 zu 22) letztlich für spielentscheidend.

Schlampige Phase

Schwierig aber machten es sich die Veilchen selbst. Alsbald führten sie mit 15:5 - und dachten wohl, das Spiel wird zu einem Selbstgänger. Weit gefehlt! Die BGer wurden nachlässig, ungenau, unkonzentriert, und das merkte das Schlusslicht sofort inklusive der heimischen Fans, die ihr Team vor dem Spiel noch böse angezählt hatten: „It´s enough! No fight, no fans, no support“ (Es reicht! Kein Kampf, keine Fans, keine Unterstützung). Nach elf Minuten die erste Führung für die Baskets (18:17) – da geht doch was, mögen die Westfalen gedacht haben.

Aber der Favorit kriegte gerade so die Kurve. Auch weil Ben Jacobson nach 16 Minuten der erste Dreier gelang. Herausragender Mann bei der BG vor der Pause aber war einmal mehr Dwayne Anderson mit 17 seiner 21 Zähler.

Völlig missraten war indes der BG-Start in die zweite Halbzeit: Sechs Ballverluste in Folge, drei Minuten ohne Korb. Wieder muckte Paderborn auf, führte 42:38 (25.). Und Anderson holte sich obendrein noch sein viertes Foul ab – au weia! Sollte es eine böse Blamage geben?

Doch da war einer vor, der zuletzt bundesweite Beachtung erfuhr: Taylor Rochestie netzte zum 52:47 ein, natürlich sein (einziger) Dreier. Das ging gerade nochmal gut...

Kein Visum

Im Schlussviertel agierte die BG dann endlich souverän, Chat Frazier streute den vierten BG-Dreier zum 61:51 ein – die Entscheidung. Da konnten die Fans ihr „Auswärtssieg“ anstimmen. Glanzvoll war er jedoch nicht. Ein Arbeitssieg eben, unter anderem weil Robert Kulawick nichts gelang, Jason Boone fahrig wirkte und Anderson nach der Pause kaum noch in Erscheinung trat.

Neuzugang Antoine Jordan hatte nur zwei Wechsel (3:59 Minuten Einsatzzeit), ein Foul, ein Schrittfehler. Das ist noch ausbaufähig. Allerdings noch nicht in der EuroChallenge: So schnell war für den US-Boy kein Visum für das morgige Spiel in Samara (Russland) zu bekommen. (gsd)

Von Helmut Anschütz

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