Basketball-EuroChallenge: Beklemmendes internationales Aus für die BG Göttingen

Euro-Ende mit der Polizei

Das bittere Ende im Europapokal: Polizisten hielten die Fans von Besiktas Istanbul nach dem Spiel noch in ihrem Block fest, damit es nicht noch handgreifliche Auseinandersetzungen gibt – eine Szene, die man vom Basketball nicht kennt. 2 Fotos: Jelinek

Göttingen. Tschüss, Europa! So aber hatte sich die BG Göttingen den Abschied von den europäischen Basketball-Wettbewerben, in denen sie gut 25 Monate vertreten war, sicher nicht vorgestellt. 59:96-Debakel im letzten Spiel gegen Besiktas Istanbul, sieglos in sechs Spielen wie nur noch ein anderer Klub (BC Goverla/Ukraine) in der EuroChallenge 2011/12, Polizei-Einsatz gegen die sich daneben benehmenden türkischen Fans und obendrein noch einen weiteren Verletzten! Ganz leise sagte der EuroChallenge-Champion von 2010 Servus!

Das einzig Gute ist jetzt: Das Bundesliga-Schlusslicht kann sich ganz auf den Klassenerhalt in der Bundesliga konzentrieren. Keine stressigen Reisen mehr, endlich mehr Zeit zur Konsolidierung des Teams während der Trainingseinheiten unter der Woche.

Ob Kyle Bailey daran teilhaben kann, bleibt offen. Er ist nach Max Weber (Nasenbeinbruch) und Lou Dale (Kreuzbandriss) der nächste Verletzte. Kurz vor der Pause verletzte sich der Spielmacher in einem Zweikampf. Betreuer Kai Winckler fuhr Bailey noch während des Spiels ins Krankenhaus. „Nichts gebrochen“, lautete die erste Diagnose. Gestern gab es weitere Untersuchungen, nach denen offen ist, ob Bailey am Samstag in Ulm spielen kann.

Traurig auch, dass der letzte Euro-Auftritt der BG mit einem Polizei-Einsatz endete. Die 150 türkischen Fans feuerten schon kurz nach Spielbeginn kiloweise Papierschnipsel aufs Parkett. Die Schiris drohten mit Spielabbruch. Am Ende schirmten ein halbes Dutzend Polizisten den Besiktas-Fanblock ab – Szenen, die man vom Basketball nicht kennt.

Demontage der Veilchen

Dabei hatte Istanbul solche „Unterstützung“ gar nicht nötig. Die Türken demontierten die Veilchen in allen Belangen, gewannen auch verdient so hoch. Verteidigung fand bei der BG fast nicht statt – kein gutes Zeichen für das schwere Bundesliga-Spiel am Samstag beim Überraschungs-Zweiten Ulm. „Das war für uns eine Vorführung und ein Vorgeschmack auf John Bryant“, meinte Sportdirektor Jan Schiecke süßsauer. Bryant ist Ulms 125-Kilo-Koloss, der großen Anteil am Aufschwung der Schwaben hat.

Auch Coach Michael Meeks war alles andere als erfreut über den schwachen Auftritt, bei dem die BGer wirkten wie das Kaninchen vor der Schlange und zudem artig wie Statisten Spalier standen. Nach dem Mutmacher gegen Tübingen (80:75-Sieg) gerieten die Veilchen gegen die Türken gleich wieder ins Taumeln. „Alle müssen mehr machen“, forderte Meeks. „Wir müssen gegen die ,big men‘ des Gegners bessere Defense spielen.“

Das Schlusswort gebührte diesmal einem BGer, der die Euro-Pleiten geduldig auf der Bank ertrug: „Dass wir überhaupt keinen Erfolg hatten, ist extrem schade – und schon enttäuschend“, meinte Nachwuchsmann Malte Herwig. Damit ist alles gesagt. (haz/wg-gsd)

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