Basketball

Ex-Trainer Roijakkers kauft Geister-Tickets bei der BG Göttingen

So liefen die Geister-Heimspiele bei Basketball-Bundesligist BG Göttingen gegen die Löwen Braunschweig und bei den Zweitliga-Frauen des ASC Göttingen gegen das BBZ Opladen ab.

Göttingen – Keinerlei Parkplatzprobleme, wo es sonst sehr schwer ist, noch einen Parkplatz zu ergattern. Totenstille auf dem Vorplatz der S-Arena, wo gerade zum Niedersachsenderby die Fans vor den beiden Eingängen Schlange stehen. Die Totenstille am Samstagabend vor dem Spiel gegen die Löwen Braunschweig wird lediglich durch die Geräusche, die die Skateboardfahrer verursachen, unterbrochen.

In der Halle selbst ist nur das Quietschen der Sportschuhe der Spieler, die sich gerade warmmachen, zu hören. Die Stehplatztribünen sind ausgefahren – für wen eigentlich? Es herrscht eine surreale Atmosphäre im weiten Rechteck der S-Arena.

Das Kampfgericht sitzt hinter Plexiglaswänden, und auch MagentaSport-Reporter Arne Malsch kommentiert aus seinem „Aquarium“, so hat er seinen Plexiglaskäfig mal bezeichnet.

Es läuft bis auf die fehlenden Fans alles nach dem gleichen Schema in einem Heimspiel der Veilchen ab. Der Zeppelin der Göttinger Stadtwerke dreht seine Runden, Maskottchen Zuffi macht seine Scherze, läuft einige Male im Geisterkostüm umher – passt ja auch zu diesem Geisterspiel.

Bei der Vorstellung der Mannschaften geht das Licht aus, Hallensprecher Nils Leunig sagt auch in dieser Geisteratmosphäre engagiert die Namen der Spieler an, wobei ihm bei den Göttinger Spielern logischerweise das Nachnamen-Echo der Fans fehlt. Die jubeln einmal kurz auf der Anzeigetafel. Leunig und auch Reporter Malsch tragen keine Masken – verständlich. Ansonsten aber tragen sowohl die Betreuer auf den beiden Auswechselbänken als auch das gesamte Kampfgericht Masken. Die lokalen Fotografen sind sogar zwingend angehalten, FFP 2-Masken zu tragen, während es den Journalisten freigestellt wurde, ihre eigenen Masken aufzusetzen. Auch Dennis Schröder, NBA-Star und alleiniger Gesellschafter der Löwen, kommt im Laufe des ersten Viertels in die S-Arena mit Maske, die ihm allerdings häufig von der Nase rutscht, wenn er lautstark sein Team anfeuert.

Wie sehr Johan Roijakkers, acht Jahre lang Trainer der Veilchen und nun Headcoach beim Ligakonkurrenten Brose Bamberg, noch an Göttingen hängt, dokumentierte er mit dem Kaufvon vier virtuellen Eintrittskarten (Version „Topscorer“ für je 25 Euro) für dieses Niedersachsenderby. Er ließ sie auf BG-Teamassistent Kai Winkler sowie die Gesellschafter Steffen Luetjen und Dr. Mark-Eric Bode und BG-Chef Frank Meinertshagen personalisieren. 100 Euro vom Ex-Coach für seinen bisherigen Klub. Insgesamt gab es übrigens rund 400 Geister-Tickets.

ASC tauscht Teamzonen

Auch beim Heimspiel der ASC-Frauen endlich mal kein Problem, einen Parkplatz vor dem Hainberg-Gymnasium zu finden. Das ist aber auch schon der einzige Vorteil dieses Geisterspiels. In der Halle wurden die Bereiche der Teamzonen getauscht, die Stühle für die Spielerinnen stehen auf der Seite, wo sich die Kabinen befinden. Auf der Seite mit der großen Anzeigetafel hat der ASC Kästen aufgebaut für die Kamera, die für den Live-Stream im Internet sorgt. Jegliche Stimmung fehlt im ASC-Domizil, allein die Anfeuerungsrufe und -schreie der Spielerinnen beider Teams gellen durch die leere HG-Halle. Irgendwie befremdlich. Für die Schiedsrichter ist es angenehmer – sie müssen sich keine wie auch immer gearteten Kommentare von Fans bezüglich ihrer (Fehl?-)Entscheidungen anhören. (Von Walter Gleitze und Helmut Anschütz)

Göttingen –

Zuffi, bist du das? Das BG-Maskottchen hat sich als Geist verkleidet – passend zum Geisterspiel in der S-Arena.
Wie im Aquarium: So hatte MagentaSport-Kommentator Arne Malsch seine von durchsichtigen Plastikwänden umrahmte Sprecherbox schon in einem früheren Spiel genannt.
Zum letzten Mal im BG-Kader: Benedikt Turudic (Nummer 44) in der Veilchen-Teamzone, während Trainer Roel Moors engagiert coacht. 3

Rubriklistenbild: © Hubert Jelinek/gsd

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