Fans feiern BG Göttingen nach dem Playoff-Aus

Göttingen. 20 Minuten nach der letzten Schlusssirene der Saison mussten die Spieler der BG Göttingen nochmal raus aus der Kabine, nochmal zurück aufs Parkett.

Dort wartete ein Großteil der Fans immer noch und intonierte: „Wir woll’n die Mannschaft seh’n!“ Und alle kamen noch mal vor der Nordtribüne, wurden enthusiastisch gefeiert. Abwehrspezialist Dominik Bahiense de Mello war zu Tränen gerührt, ließ ihnen freien Lauf. Die Gefühle, die Emotionen übermannten viele – bei den Veilchen-Anhängern, bei den Spielern.

Einige von ihnen dürften das letzte Spiel für die Veilchen gemacht haben. Super-Star Khalid El-Amin, Allstar und Topscorer Raymar Morgan und Allrounder Alex Ruoff wird man wohl eher nicht wiedersehen. „Einige haben ihren Marktwert in dieser Saison extrem gesteigert“, meinte Dreierspezialist Dominik Spohr nach der Niederlage gegen Ludwigsburg, die einen ganz großen Traum beendete.

Der Einzug in die Playoffs als Aufsteiger wäre wohl die größte Sensation dieser Bundesliga-Saison gewesen. Am Ende waren die BGer nur fünf Punkte von dieser Riesen-Überraschung entfernt. Doch grämen muss sich bei den Göttingern niemand. Auch wenn es natürlich ein bitter-süßer Ausklang wurde. Ausgerechnet gegen den in Göttingen so sehr geschätzten Ex-Coach John Patrick ausscheiden! Das tut schon etwas weh, wenn man so kurz vor einem zu Saisonbeginn unvermuteten Ziel steht.

Mit 300 Litern Freibier spülten die Fans, die zum zwölften Mal für eine ausverkaufte Halle in dieser Saison gesorgt hatten, den ersten Frust runter. Immer wieder mussten die BG-Spieler für Hunderte von Handy-Fotos und Selfies stehen bleiben. Überall Schulterklopfen. „Thanks for the great time“, hatten die Anhänger auf der Nordtribüne schon zu Spielende ein Transparent ausgerollt. Danke für die großartige Zeit. Mit drei Dutzend lila Luftballons in Herzform bedankten sich die Fans bei den Akteuren.

Playoffs verpasst: BG verliert gegen Ludwigsburg

Wie geht’s nun weiter? El-Amins, Morgans und Ruoffs Abschied dürfte so gut wie klar sein. „Ich würde gern bleiben, mir gefällt es wirklich gut in Göttingen“, sagt Ruoff barfuß in der S-Arena. Sein „Danke für diese zwei Jahre“ deuten aber eher eben auf den Abschied an. „Ich liebe diese Stadt“, sagt Harper Kamp. „Ich habe keine anderen Angebote.“ Aber eigentlich einen wichtigen Grund zu bleiben: Seine Göttinger Freundin. „Ich hatte eine tolle Saison“, meint de Mello. „Der Anfang mit meiner Verletzung war holprig, aber dann wurde es immer besser.“ Spohr hat wie Trainer Roijakkers noch einen Vertrag, Andy Onwuegbuzie hat einen Profikontrakt unterzeichnet. Mit Kapitän David Godbold steht der dritte Spieler für die kommende Saison bereits fest.

Am Montag steigt im Monros Park die Saisonabschlussparty. Dann werden ab 17.30 Uhr Trikots versteigert und alle haben nochmals die Chance auf Autogramme und Fotos zur Erinnerung an diese außergewöhnliche Saison.

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