Basketball-Bundesliga: Hochs und Tiefs in allen Bereichen wechseln sich weiter ab

BG fehlt noch die Balance

„Kamp 2.0“: Göttingens Harper Kamp (Mitte, hier am Ball gegen den MBCer Chris Otule/links) hat gegen Hagen die Initiative ergriffen und den Anführer gespielt. Zwölf Punkte vor und elf Punkte nach der Pause machten ihn wieder einmal zum BG-Topscorer. Foto: Jelinek/gsd

Göttingen. Die beiden Tage nach der Heimpleite gegen Hagen war für die Bundesliga-Basketballer der BG Göttingen nicht frei. Trainer Johan Roijakkers hatte Video-Schulung angesetzt, um auf die Fehler und das Verbesserungspotenzial hinzuweisen. Wovon es sicher einiges gibt. Frei gibt es für Kapitän Godbold & Co. erst am Dienstag. So bleibt der niederländische Coach auch in seinem Vier-Tage-Rhythmus (Mittwoch bis Samstag) bis zum nächsten Auswärtsspiel in Ludwigsburg, wo neben Trainer John Patrick noch Adam Waleskowski, Chris McNaughton, Jason Boone und Rocky Trice spielen.

Gab es bei der vierten Heimschlappe auch etwas, was Hoffnung macht? Ja, das Debüt von Spielmacher Marque Perry – auch wenn Roijakkers Höhen und Tiefen sah. In der ersten Halbzeit gab der 35-Jährige überwiegend den Passgeber, nahm das Spiel erst nach der Pause mit 14 Punkten (insgesamt 19) selbst in die Hand. „20 Würfe“, runzelte der BG-Coach die Stirn. Fand er zu viel. „Er muss auch die Mitspieler besser machen“, meinte Roijakkers über den neuen Pointguard. Also: Mehr abspielen und passen als es selbst versuchen. Perry wollte es zu gut machen. Er mache sich selbst zu großen Druck, zeige zu viel Willen, habe mehrfach nicht schlau genug gespielt, so Roijakkers. „Er ist aber ein Top-Profi, aber auch zu übermotiviert.“

Die Balance scheint also noch nicht gegeben. Auch bei Neuzugang Terrell Everett nicht. Er traf fünf von sechs Freiwürfe, neigte aber wiederholt zu Show-Einlagen, was Roijakkers ähnlich sah. Everett kann noch wertvoll werden, muss aber verinnerlichen, dass Kampf gegen den Abstieg angesagt ist. Bei Harper Kamp ist dies wohl weniger vonnöten. Er habe sich zum „Kamp 2.0“ gewandelt“, attestiert Roijakkers seinem Big Man, der „ein ganz anderer Kamp“ geworden sei. Als Anführer gehe er jetzt voran, lobt sein Trainer.

Trainer macht US-Boys heiß

Ein Thema bei der BG ist aktuell aber auch das sportliche Verhältnis von den deutschen zu den US-Spielern. Roijakkers: „In der letzten Zeit haben die Deutschen viel gespielt. Da habe ich gesagt: ,Amerikaner, jetzt zeigt, was ihr könnt‘.“ Machten sie gegen Hagen auch: 78 von 84 Punkten kamen von den US-Boys.

Roijakkers: „Wir dürfen nicht auf die Tabelle schauen, das habe ich schon letzte Saison nicht gemacht. Es hat keinen Sinn. Wir dürfen immer nur an das nächste Spiel denken und versuchen, es zu gewinnen.“ Das dürfte in Ludwigsburg, danach in Ulm, gegen Bonn und in Würzburg verdammt schwer werden. Die Veilchen bräuchten mal wieder so einen Überraschungs-Coup wie vergangene Saison mit dem Sieg in München… (haz/gsd)

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