BG feiert höchsten Saisonsieg: Endlich mal nicht zittern

Bleib hier, du Ball! Göttingens Spielmacher Jesse Sanders (Mitte) versucht, die „Murmel“ unter Kontrolle zu bekommen und hat in seinem Teamgefährten Darius Carter (links) sowie Vechtas Trevor Cooney (verdeckt) und Derrick Allen (re.) interessierte Zuschauer. 2 Fotos: Jelinek/gsd

Göttingen. Es war der bisher klarste Sieg der Saison, aber letzten Endes doch „nur“ ein Pflichtsieg: Mit 85:65 (45:32) schnitten die Veilchen den Vechtaer Rastmännern die Zöpfe ab und feierten ihren dritten Heimerfolg gegen den Aufsteiger und Bundesliga-Rückkehrer, der bislang das schwächste Team war, das in der mit 3002 Zuschauer gefüllten S-Arena antrat. Mit insgesamt fünf Siegen und sechs Niederlagen stehen die Veilchen jetzt nach dem Abzug der Hagen-Punkte für alle Erstligisten wieder sehr „gesund“ da. Endlich mal musste man nicht zittern!

„Das war ein wichtiges Spiel für uns. Es ging nicht um Taktik. Letzte Woche haben wir ohne Energie und Kampfgeist gespielt, darum haben wir heute nur auf Kampf, Sprints und Rebounds geachtet. Das haben wir sehr gut gemacht“, fasste BG-Coach Johan Roijakkers die Partie zusammen. Nach der musste Dominik Spohr die dritte Sieges-Humba vor eigenem Publikum anführen – eine besondere Würdigung für den BG-Kapitän, der endlich einmal wieder selbstbewusst zeigte, was er drauf hat. Roijakkers strich dies heraus: „Spohr hat eine sehr gute Leistung gezeigt. Es ist eine schwierige Saison für ihn, aber er hat immer gut trainiert.“

Starker Alex Ruoff

Zwei Dreier des Ex-Hageners zu Beginn des zweiten Viertels sorgten mit für den 12:2-Lauf der Göttinger, durch den sie auf 39:25 wegzogen. Eine nicht unwichtige Episode, nach der Vechtas Trainer Andreas Wagner schon seine zweite Auszeit nahm. Gebracht hat sie wenig bis nichts, was am Ende zum bisher höchsten Saisonerfolg der Veilchen führte.

Wagner ließ vor der Pressekonferenz lange auf sich warten, stauchte sein enttäuschendes Team zusammen: „Ich entschuldige mich bei unseren mitgereisten Fans für die vor allem in der ersten Halbzeit desolate Leistung. Wir haben den Kampf vermissen lassen, haben die Göttinger Spieler im Eins-gegen-Eins nicht verteidigen können. Unsere Pick-and-Roll-Verteidigung war unter aller Kanone, ebenso wie unser Rebound-Verhalten.“ Die Rasta-Fans waren schon früh sauer: „Wir woll’n euch kämpfen seh’n!“

42 Abpraller sicherten sich die BGer, nur 21 die Rastamänner – auch eine Erklärung für den Veilchen-Sieg, der auch nicht mehr in Gefahr geriet, als der herausragende Alex Ruoff in der 30. Minute sein viertes Foul erhielt. Er wurde seinem eigenen Anspruch als „aggressive leader“ seiner Mannschaft nicht nur wegen der 21 Punkte gerecht.

BG kontrolliert die Bretter

Durch die vielen Rebounds kontrollierte die BG beide Bretter, war zudem auf der Spielmacher-Position durch Jesse Sanders und Leon Williams wesentlich effizienter als Vechtas Scott Machado, der viel machte – jedoch ohne allzu große Wirkung.

Dass bei der BG Malte Schwarz fehlte, machte sich nicht negativ bemerkbar. „Er war diesmal mein Assistenz-Coach“, lächelte Roijakkers gequält. Nach wie vor ist Göttingens Niederländer an der Seitenlinie der einzige Chefcoach in der Basketball-Bundesliga, der keinen Co-Trainer als Berater und Korrektiv neben sich hat. (gsd)

Von Helmut Anschütz und Walter Gleitze

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