Basketball-Bundesliga Frauen

flippo Baskets BG 74 Göttingen: „Rot“ für Trainer Lojo begünstigt Herne-Sieg

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Erster Pflichtspiel-Auftritt in der FKG-Halle: Die nachverpflichtete BG 74-Kroatin Monika Bosilj (links) gegen Hernes US-Amerikanerin Alyssa Lawrence.

Was für eine hart umkämpfte Partie! Im ersten Heimspiel der Damen-Basketball-Bundesliga verloren die flippo Baskets BG 74 Göttingen mit 63:71 (37:33) gegen den Herner TC. In der 32. Minute sah Baskets-Trainer Goran Lojo wegen Meckerns „Rot“ (Disqualifikation), musste nach zwei Technischen Fouls die Halle verlassen, was den Sieg der Gäste zumindest mit begünstigte.

Viki Karambatsa, die in Herne beim Pokalspiel 1,1 Sekunden vor Schluss den Siegeskorb erzielt hatte, brachte die flippos in Front. Beim 5:6 wechselte die Führung jedoch schon erstmals durch Hernes Kristina Topusovic. Und es ging weiter hin und her: Samantha Roscoe traf zum 9:6, doch nach dem 10:10 waren bis zum Viertel-Ende die Westdeutschen vorn, auch weil sie 10:5-Rebounds holten. 17:20 nach den ersten zehn Minuten, da merkte man schon, dass Herne die Pokal-Pleite wieder gutmachen wollte.

Klar, dass die Partie in der fast leeren FKG-Halle, in der nur das Helferteam anwesend war, weiter eng und spannend blieb. Weil die Fans fehlten, kam die Stimmung von der Bank. Da legten sich besonders die Bankspielerinnen der BG 74 mächtig ins Zeug, feuerten ihre Teamgefährtinnen lautstark an.

Augenfällig bei den Baskets, dass zunächst keine Dreier fielen. In Herne hatte Riley Lupfer noch neun Distanzwürfe versenkt. Erst in der Schlussminute der ersten Halbzeit traf Lupfer von jenseits des Perimeters – der erste Dreier des gesamten Spiels. Nachteilig auch, dass die Göttingerinnen nur zehn der 17 Freiwürfe nutzen konnten, die Hernerinnen (mit Laura Stockton, der Schwester vom Ex-BGer Michael Stockton) dagegen neun von zehn. Trotz allem lagen die Baskets zur Pause 37:33 vorn.

Auch nach dem Wechsel blieb das Match äußerst intensiv. Die Göttingerinnen hatten den besseren Start, doch ab der 23. Minute legte der HTC immer vor, sodass die BG 74 ausgleichen musste. Zwei Ballverluste, zwei Schrittfehler – das rächt sich in so einem engen Spiel. Viel gewichtiger waren jedoch die Rebounds: 31:18 nach 30 Minuten für die Gäste, die in vielen Situationen wacher wirkten.

Das letzte Viertel begann für die BG 74 ganz bitter: Coach Lojo kassierte zwei Technische Fouls für einen lautstarken Protest, musste die Halle verlassen; Assistent Jonas Fischer übernahm das Coaching. So geriet die BG 48:57 in Rückstand, konnte aber wieder dank Lupfers Dreier auf 56:57 verkürzen. Das bessere Ende hatte dann der HTC für sich, der der BG 74 deren Dreier-Stärke nahm (nur zwei von 16) und das Rebound-Duell mit 42:21 klar für sich entschied.

Coach Lojo: „Bevor ich raus musste, habe ich ein Doppelfoul an Jenny Crowder moniert. Der Ausschluss hatte aber keinen Einfluss. Wir haben zu viele freie Würfe vergeben und zu viele Rebounds für Herne zugelassen.“ Jenny Crowder: „Ich wurde ordentlich malträtiert. Wir haben gut gekämpft, auf Augenhöhe gespielt. Herne war uns an Masse und Länge überlegen.“ Ihr Vater und Baskets-Chef Richard Crowder: „Die Technischen Fouls waren berechtigt, aber vorher gab es zwei klare Fehlentscheidungen der Schiedsrichter.“

Viertel-Ergebnisse: 17:20, 20:13 – 11:19, 15:19.

BG 74: Blazevic 15, Roscoe 13, J. Crowder 14, Azinovic, Karambatsa 9, Lupfer 6/2 Dreier, Dzankic 6, Bosilj.

Herner TC: Lawrence 11, Topuzovic 15/1, Stockton 10/1, Pelander 14, Harris 13, Westerik 4, Bully 4.

Nur zwei DBBL-Spiele

Corona beeinträchtig auch die DBBL nachhaltig. Am Wochenende wurden nur zwei Spiele ausgetragen. Außer in Göttingen wurde nur noch in Keltern gespielt. Den TK Hannover ereilte die Absage während der Anreise nach Wasserburg. Jetzt wird in der DBBL diskutiert, ob es ligaweit Coronatests geben soll. Richard Crowder: „Die Kosten dafür würden uns in den Ruin treiben.“  gsd

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