Freitag gegen Bayreuth: BG-Polster ist geschmolzen

Nach 15 Punkten gegen Oldenburg im Rampenlicht der Öffentlichkeit: Göttingens Jungstar Andrew (Andy) Onwuegbuzie wird nach der Niederlage gegen Oldenburg von Ex-Trainer und BBL-TV-Kommentator Stefan Koch interviewt. Foto: Jelinek/GSD

Göttingen. Ein Sieg gegen Ulm, zwei Niederlagen gegen die BBL-Hochkaräter Bamberg und Oldenburg – das ist für die BG Göttingen die (sportlich) durchwachsene Bilanz der Rückkehr in die Lokhalle.

Der Image-Gewinn durch die dreimal phänomenale, fantastische Atmosphäre lässt sich indes nicht in Punkten ausdrücken. Die „Lokhölle“ hat Riesen-Spaß gemacht, doch jetzt müssen sich die Veilchen im Eiltempo wieder auf den „Alltag S-Arena“ einstellen, wo es am Freitag (20 Uhr) gegen medi Bayreuth geht.

Schon wieder ein ganz wichtiges Spiel! Denn am vergangenen Dienstag haben alle anderen Teams gegen die BG gespielt. Bis auf Trier (in Tübingen) haben alle anderen Mannschaften „von unten“ gewonnen und damit nach Punkten zu den Veilchen aufgeschlossen. Die untere Hälfte der BBL ist noch weiter zusammen gerückt, das Polster, das sich die BG vor allem durch ihre fünf Auswärtssiege geholt hatte, ist fast weg. Eine brenzlige Lage, jetzt gilt es, die Nerven zu behalten! Was bedeutet, dass ein Heimsieg (es wäre erst der dritte) gegen Bayreuth fast schon zwingend nötig ist.

Doch nach zuletzt drei Niederlagen ist die Situation nicht leichter geworden. Vor allem die Personalie „El-Amin“ führt zu Achselzucken. Kommt der Spielmacher gegen Bayreuth zurück, nachdem er gegen Oldenburg pausierte? „Er wird sich aufwärmen, und dann sehen wir weiter“, antwortete BG-Coach Johan Roijakkers nach dem Oldenburg-Match. Ohne gespielt zu haben, musste El-Amin übrigens wie Dominik Spohr und Raymar Morgan zur Doping-Kontrolle.

Gegen die Baskets, die die BG in der zweiten Halbzeit bei nur 26 Punkten hielten (nach 53 in der ersten), hatte der „Zauberzwerg“ einen Überraschungs-Vertreter. Andy Onwuegbuzie wurde mit drei Dreiern in Folge, elf Punkten im ersten Viertel und insgesamt 15 zum „Shooting Star“. „Ich bin immer bereit, der Trainer hat mich gut vorbereitet“, meinte der 19-Jährige im BBL-TV-Interview mit Kommentator Stefan Koch. „Die Atmosphäre in der Lokhalle ist toll, als ich jünger war, hab’ ich hier zugeschaut“, so das Göttinger Eigengewächs. Und auf die drei Niederlagen angesprochen, entgegnete Onwuegbuzie: „Wir kriegen wieder die Kurve!“ Viel nüchterner sah es Trainer Roijakkers: „Andy ist eine Super-Person, aber noch kein BBL-Spieler.“

Nichts mehr im Tank

„Uns ist die Puste ausgegangen“, meinte auch der Ex-Oldenburger Dominik Bahiense de Mello. „Wir haben Oldenburg erst überrumpelt“, sagte er nach der starken ersten Halbzeit. „Aber dann spielte Oldenburg mit mehr Intensität, stand hinten sicherer.“ So sah auch Robert Kulawick die sechste Heimpleite: „Der Akku war am Ende leer.“ „Die Energie war nicht mehr da“, kommentierte Roijakkers das dritte Spiel in zehn Tagen.

Abgehakt sind auch die „atmosphärischen Störungen“ wegen der vermeintlichen Kritik Roijakkers’ an der BG-Organisation nach dem Frankfurt-Spiel, die TV-Kommentator Koch nochmals thematisierte. „Wir trainieren in ungefähr 24 verschiedenen Hallen, ich muss die Trikots waschen, man fährt zu Auswärtsspielen erst am Spieltag – wenn man das nicht weiß, dann darf man nicht Trainer in Göttingen werden“, beendete der niederländische BG-Coach diesen Diskurs. (gsd)

Von Helmut Anschütz

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