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Freudloser Saisonausklang bei den Veilchen Ladies: Nachholspiele ersatzlos gestrichen

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Von: Helmut Anschütz

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Sehr nachdenklich: Veilchen Ladies-Geschäftsführer Richard Crowder beim letzten Heimspiel der BG 74 Göttingen gegen TSV Wasserburg.
Sehr nachdenklich: Veilchen Ladies-Geschäftsführer Richard Crowder beim letzten Heimspiel der BG 74 Göttingen gegen TSV Wasserburg. © Hubert Jelinek/gsd

So ein Ende haben sie nun auch nicht verdient! Nach der Pleite gegen den ebenfalls abgestiegenen Rekordmeister TSV Wasserburg stand für die medical instinct Veilchen BG 74 Göttingen der schwere Gang von der Damen-Basketball-Bundesliga (DBBL) in die 2. Liga Nord schon fest.

Göttingen –Doch nun verschwinden die Veilchen Ladies fast anonym aus dem Blickfeld der 1. Liga. Das liegt an den Beschlüssen der DBBL.

Das am vergangenen Sonntag wegen eines Coronafalles im eigenen Team kurzfristig abgesagte letzte Heimspiel gegen Keltern? Wird nicht mehr nachgeholt. Das letzte Nachholspiel in Osnabrück? Wird nicht mehr ausgetragen. Weil die DBBL beschloss, nun wie vor der Saison abgesprochen, die Quotienten-Regel für die Ermittlung der Tabellenplätze anzuwenden. So finden noch sechs ausstehende Spiele nicht mehr statt. Unter anderem eben beide Partien der Veilchen Ladies, die nun keine Gelegenheit mehr haben, sich von ihren zuletzt auch wegen der Corona-Umstände immer weniger gewordenen treuen Fans würdig zu verabschieden.

Die Spiele werden auch deshalb nicht mehr nachgeholt, weil am kommenden Wochenende das Pokal-Final Four in Herne gespielt wird. Dabei trifft Gastgeber Herne auf Hannover und Keltern spielt gegen die Rheinland Lions.

Keltern ist im Übrigen auch der Profiteur von der Quotientenregelung. Weil die Rutronik Stars nur 22 der 26 Spiele austragen konnten, rutschten sie von Rang sechs auf drei hoch, was gleichzeitig das Heimrecht in den Playoffs bedeutet. Die Leidtragenden sind die beiden Teams aus Niedersachsen, Osnabrück und Hannover, die unter den Strich zwischen Platz vier und fünf fielen und nun das Playoff-Viertelfinale mit Auswärtsspielen beginnen müssen.

Die Viertelfinal-Paarungen

Rheinland Lions - Saarlouis

Freiburg - Marburg

Keltern - Hannover

Herne - Osnabrück

So geht’s bei der BG 74 (bei nur sieben Siegen nur 0,58 Punkte pro Spiel!) weiter:

Geschäftsführung

Richard Crowders Co-Geschäftsführer Roland Emme-Weiß hat sich vorerst aus privaten Gründen zurückgezogen, sodass das meiste an Crowder hängen bleibt: „Ich muss unheimlich viele Gespräche führen, es gibt 1000 Fragezeichen.“

Trainer Goran Lojo

Der bosnische Nationalcoach ist seit 2019 Coach der Veilchen Ladies, wurde vergangene Saison Fünfter – die beste Platzierung seit Jahren. Er hat noch Vertrag, es gibt aber ein jährliches Kündigungsrecht.

Die Ausländerinnen

Sandra Azinovic (Kreuzbandriss in der Saison-Vorbereitung), Ruzica Dzankic (nur zwei Spiele, dann Bandscheibenvorfall), Katharine Tudor und die nachverpflichteten Dragana Domuzin, Kristyna Brabencova, Sylwia Bujniak, Emese Vida – ob sie bleiben, steht in den Sternen. Die Tendenz der vergangenen Jahre spricht dafür, dass sich nun wohl alle wieder verabschieden. 

Die Deutschen

Marie Reichert, Annika Oevermann Meike Oevermann, Lena Wenke, Thalia Kretzschmar. Reichert wurde bei der BG 74 zur Nationalspielerin. Ob sie in der 2. Liga in Göttingen bleibt? Offen.

Der Lizenzantrag

Mit den Verantwortlichen der BG 74 e.V. soll besprochen werden, ob ein Lizenzantrag für die Bundesliga für die kommende Saison eingereicht werden soll. Das dürfte vor allem eine finanzielle Frage sein, unter anderem das Geld für eine „Wildcard“ aufzubringen. Es seien aber „keine wesentlichen Kosten“, so Crowder. Zum Vergleich: Bei den BBL-Männern kosten eine Wildcard 750 000 Euro.

Klar ist bei den Veilchen Ladies, dass wenig klar ist: Das Wildcard-Problem, die DBBL-Stärke (12 oder 14 Teams, wollen die Zweitliga-Aufsteiger auch aufsteigen oder nicht, wie entscheiden sich die Veilchen Ladies UG und der Stammverein BG 74 e.V.? Fragen über Fragen. Crowder: „Lassen Sie uns mindestens 14 Tage Zeit.“

BUNDESLIGA-ABSCHLUSSTABELLE

1. Rheinland L. 24 1770:1518 42 1,75
2. Freiburg 25 2041:1763 36 1,44
3. RS Keltern 22 1664:1539 30 1,36
4. Herner TC 24 1699:1564 32 1,33
5. Osnabrück 24 1783:1669 32 1,33
6. TK Hannover 25 1894:1728 32 1,28
7. Marburg 24 1704:1637 28 1,17
8. TV Saarlouis 25 1802:1783 24 0,96
9. Nördlingen 24 1693:1728 22 0,92
10. SV Halle 24 1659:1726 20 0,83

11. Wasserburg 26 1852:1984 18 0,69
12. BG 74 Gött. 24 1614:1729 14 0,58
13. Düsseldorf 26 1527:1899 7 0,27
14. Heidelberg 25 1583:2018 4 0,16

Von Helmut Anschütz

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