BG gegen Oldenburg: Zittern um Göttingens "Zauberzwerg"

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Frank Meinertshagen

Göttingen. Nach außen sieht mit 14 Punkten und sieben Siegen vor dem nächsten Niedersachsen-Duell am Dienstag gegen die EWE Baskets Oldenburg bei der BG Göttingen alles ziemlich entspannt aus. Doch intern scheint längst nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen zu sein.

Trainer Johan Roijakkers war nach dem Spiel in Frankfurt nicht nur wegen der 70:74-Niederlage angefressen, kritisierte die „unprofessionelle Anreise“ in einem „Schulbus“, der sich bei genauer Recherche als „Vier-Sterne-Bus“ entpuppte, und schlechtes internes Personal-Management. Aber die Story geht anders als vermutet.

Roijakkers hatte seine Fühler ausgestreckt und einen möglichen kurzfristigen Ersatz für Harper Kamp auf der Center-Position an der Angel. „Das hatten wir so besprochen“, sagt BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen. „Für vier Wochen hätte Johan einen Spieler für ein gewisses Budget verpflichten können.“ Eine Frage der Abholung vom Frankfurter Flughafen sei es indes keinesfalls gewesen. Dass der Ersatz nicht zustande kam, habe an anderen Faktoren gelegen: Die Freigabe-Erklärung („Letter of Intent“) aus dem Ausland, die Arbeitszeiten der BBL-Geschäftsstelle, die Geldüberweisung. Weil dies alles über die Weihnachts- und Festtage nicht zu realisieren gewesen sei, habe man davon Abstand genommen. Meinertshagen: „Eine Spielberechtigung für das Frankfurt-Spiel war völlig ungewiss und für Oldenburg und Bayreuth auch wenig realistisch.“

Roijakkers: „Jetzt kommt kein Ersatz mehr. Kamp wird sehr sicher in Bamberg wieder spielen.“ Das ist am 18. Januar. Die Partien gegen Oldenburg und Bayreuth gilt es, ohne Ersatzmann zu überstehen.

Wiederholt hatte Roijakkers zuletzt aber öfters die Klubführung kritisiert, weil nicht die personellen Voraussetzungen gegeben seien, um zum Beispiel aufgrund von Ausfällen mit Fünf gegen Fünf trainieren zu können. Mehrfach habe er auf die Nachwuchsspieler zurückgreifen müssen, um Trainingsspiele realisieren zu können. Optimale Bedingungen mögen sicher anders aussehen. Angesichts des weiter knappen Budgets sind Trainer und Sportdirektor Roijakkers aber die Hände gebunden.

Wie sich die nicht gerade einfache Personal-Lage – auch wegen des Ausfalls von Spielmacher Khalid El-Amin zum Schluss der Partie bei den Frankfurt Skyliners – am Dienstag ab 18.30 Uhr in der zum dritten Mal in Folge ausverkauften Lokhalle gegen Oldenburg auswirkt, ist offen. Die kurze Spielabfolge lässt die Kräfte schwinden, personell wird’s kaum besser – und mit den Baskets kommt erneut ein BBL-Schwergewicht, ehe am Freitag dann Bayreuth in die S-Arena kommt. Bei El-Amin (Sehnenprobleme im Knie) gab es gestern keine MRT-Untersuchung. „Wir sehen von Tag zu Tag, wie es bei ihm geht“, sagt Roijakkers. Der „Zauberzwerg“ mache sich vor dem Oldenburg-Spiel warm, dann sehe man, ob der Spielmacher auflaufen kann oder nicht.

Jenkins alter Bekannter

BG-Coach Roijakkers trifft mit Oldenburgs Julius Jenkins einen alten Bekannten wieder. Als der Niederländer im belgischen Bree als Co-Trainer arbeitete, startete Jenkins dort seine Karriere, wechselte später dann über Alba Berlin und den Brose Baskets Bamberg nach Oldenburg. Die Baskets mit weiteren Stars wie Paulding, Chubb, Ware und Co. sind für Roijakkers ein „sehr erfahrenes Team. Ich habe große Lust auf dieses Spiel!“ (haz/gsd-nh)

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