Gießen stoppt Erfolgsserie der BG: Veilchen wieder geerdet

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Göttingens Alex Ruoff (7) legt sich gegen Gießens Maurice Pluskota (23) mächtig ins Zeug. Doch dem Spiel konnte er nicht wie gewünscht seinen Stempel aufdrücken. Links Gießens Lischka.

Göttingen. Abschalten und Entspannen war bei der BG Göttingen nach der Heimpleite am Freitag gegen Gießen (74:84) angesagt.

Am Samstag ein Essen mit dem Fanklub Veilchen-Power in Ex-Spieler Marco Grimaldis „Amavi“, am Sonntag ein weiteres für die US-Spieler nachträglich zum „Thanksgiving“-Tag. Die Ablenkung mag angebracht gewesen sein, denn die Veilchen wurden nach zuvor drei Siegen wieder geerdet.

Die Niederlage führte vor Augen, dass der Kampf um den Klassenerhalt für die BG die oberste Prämisse ist. Trainer Johan Roijakkers beschrieb dies einmal mehr krass: „Zuhause gehören wir nur auf Platz 17 oder 18.“ Gut, etwas übertrieben, denn sechs Teams sind zuhause schlechter als die BG (zwei Siege, drei Niederlagen).

Die BG-Spieler wussten selbst, woran die Niederlage gelegen hatte. „Wir waren oft einen Schritt zu langsam, Gießen war deutlich wacher, hat mehr gekämpft“, meinte Andrej Mangold, der nach seinem Kreuzbandriss schon wieder ohne Schiene läuft. „Auch unser Spacing (Raumaufteilung, d. Red.) war schlecht.“

Zu viele Ballverluste der BG

„Wir haben den Ball zu oft verduselt“, meinte Malte Schwarz und nahm sich davon nicht aus. Bedenklich: In der ersten Halbzeit schenkte die BG gleich elfmal die „Murmel“ her, in Hälfte zwei nur noch sechsmal – womit aber genau der traurige Schnitt von 16,3 Ballverlusten pro Spiel erreicht war. Minus-Platz in der BBL hinter Schlusslicht Phönix Hagen! „Das bleibt wohl so“, zuckte Roijakkers mit den Schultern.

Durch die BG-„Turnovers“ kam Gießen zu 15 „second chance points“, wie sie die Basketball-Statistik tituliert. Zweite oder gar dritte Chancen sind meistens der Killer für die verteidigende Mannschaft. Ein zweiter Wert aus den „Stats“ tat den Veilchen mindestens genauso weh: Die Hessen holten fast unglaubliche 16 Offensiv-Rebounds, auch sie ermöglichten eben diese zweiten Chancen. „Viel zu viele“, ärgerte sich Malte Schwarz. „Solche Pleiten können passieren. Aber wir müssen wissen, wir haben ERST fünf Siege.“

„Was wir erreicht haben, ist gut, aber wir dürfen uns nicht darauf ausruhen“, meint BG-Kapitän Dominik Spohr. „Unser Ziel bleibt weiter der Klassenerhalt. Deshalb wird das nächste Heimspiel gegen Vechta für uns sehr wichtig.“ Gegen den Aufsteiger und Bundesliga-Rückkehrer täte den Göttingern ein Heimsieg am kommenden Samstag sehr gut.

Bis dahin will sich Coach Roijakkers weiter um das „Energie-Level“ seines Teams kümmern. „Damit können wir nicht zufrieden sein, daran müssen wir arbeiten.“

Erfreulich zumindest aber, dass Scott Eatherton sein fünftes „Double-Double“ im elften Spiel schaffte. Mit 17 Punkten und elf Rebounds (BBL-Platz zwei) wurde der blonde Riese wieder zum Top-Mann, obwohl auch er in der ersten Halbzeit nicht durchsetzungsstark genug agierte, sich in ausweglose Situationen manövrierte und vier Ballverluste hatte. 

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