BG im Glück beim Saison-Rekord, am Dienstag im Pokal in Bonn

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Voller Energie: Göttingens mit 30 Punkten erfolgreichster Werfer Alex Ruoff (rechts) versucht, sich gegen Tübingens Michael Cuffee (Mitte) und Anatoly Kashirov durchzusetzen.

Göttingen. Was für eine packende Partie, was für ein Freiwurf-Drama, was für ein glückliches Ende für die Veilchen! In einem spannenden Spiel, das von einem fesselnden Verlauf lebte, behielt die BG Göttingen letztlich die Nerven und fuhr beim 115:112 (59:60) gegen die Tigers aus Tübingen den fünften Heimsieg in der Basketball-Bundesliga ein.

Die beiden Zähler beim Bundesliga-Punkterekord in dieser Saison sorgen dafür, dass die Mannschaft von Trainer Johan Roijakkers den Abstand zu den Abstiegsplätzen mit fünf Siegen Vorsprung wahren konnte und der Klassenerhalt in immer greifbarere Nähe rückt. Und auch für die mögliche Playoff-Qualifikation bleibt die BG im Rennen.

Was aber fast noch viel wichtiger war bei dieser packenden Freiwurf-Orgie zum Schluss, dass mit diesem von erneut 3447 Zuschauern (die S-Arena war zum siebten Mal ausverkauft) frenetisch gefeierten Erfolg der Einstieg in eine sehr schwere englische Woche geglückt. Denn bereits am Dienstag muss die BG schon wieder aufs Parkett: In Bonn geht es zehn Tage nach dem Punktspiel (65:66-Niederlage) um die Qualifikation für die BBL-Pokal-Endrunde („Final Four“) in Oldenburg am 11./12. April.

Kopf oben für Bonn

So fahren die BGer schon am Montag erhobenen Hauptes wieder an den Rhein. „Das ist für uns ein ganz wichtiges Spiel“, sagt Dreierspezialist Dominik Spohr. „Hätten wir aber gegen Tübingen verloren, wären die Köpfe wohl unten gewesen. Aber wir hatten gegen die Tigers immer die richtige Antwort gegen ihre vielen Dreier.“

In der Tat: Was die Schwaben den Veilchen an Dreiern reinzimmerten, war schon nicht mehr feierlich. Am Ende waren es 14 von 28 – das ist eine richtig gute Quote! Nachverpflichtung Jimmy McKinney verwandelte allein acht von 13 Versuchen – ganz stark. Aber die Veilchen, bei denen Raymar Morgan ein glänzendes erstes Viertel hatte (elf Punkte), dann aber abtauchte, hielten das Match offen. Nach gut 15 Minuten führten sie 54:44, gestatteten Tübingen dann aber einen 13:0-Lauf, so dass die Tigers 57:54 vorn lagen. Schon zur Pause war das Schuss-Festival Wahnsinn: 119 Punkte!

Auch im dritten Viertel nutzte Tübingen seine Dreier- und Längen-Vorteile. Und bis dahin auch die Gunst der Referees! Viele strittige Entscheidungen quittierten die Fans mit „Schieber, Schieber“-Chören. Foul-Verhältnis nach 30 Minuten: 16:19 gegen die BG. Am Ende war’s dann 27:28 gegen Tübingen...

Die letzten sieben Minuten im Zeitraffer: 5. Foul und Aus für Tübingens Anatoly Kashirov (33.). Göttingen gleicht von 84:89 zum 89:89 aus. Tübingens Bogdan Radosavljevic verletzt raus (34.). Dann muss Morgan (27 Punkte, neun Vorlagen) nach seinem zweiten, umstrittenen Technischen Foul wegen „Spielverzögerung“ beim 100:96 raus (37.).

Stark: Ruoff mit 30 Punkten

Jetzt ist plötzlich Alex Ruoff „on fire“. Der inzwischen langbärtige US-Boy (starkes „Double-Double“ mit 30 Punkten und 13 Vorlagen) übernimmt Verantwortung, zieht zweimal stark zum Korb und verwandelt wenig später im „Freiwurf-Drama“ wie Khalid El-Amin je vier von der Linie. Die Nerven sind zum Zerreißen gespannt, aber das Duo bleibt cool.

Hinterher verriet BG-Coach Roijakkers: „Ruoff konnte letzten Dienstag und Mittwoch wegen Oberschenkelproblemen nicht trainieren, und auch de Mello nicht. Es war ein großartiges Spiel, die Fans waren großartig, sie haben uns nach vorne gepusht.“

Roijakkers‘ Tübinger Kollege Igor Perovic war geplättet: „Wenn man auswärts 50 Prozent Dreier trifft und verliert, ist das bitter. Auch wir hätten den Sieg verdient gehabt. Aber Göttingen hat ein starkes, schlaues und uneigennütziges Team.“ (gsd)

Von Helmut Anschütz und Walter Gleitze

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