Göttingen gegen Ludwigsburg: Finale um die Playoffs

Göttingen. Die Veilchen gegen Ludwigsburg: Dass dieses letzte Vorrundenspiel in der Basketball-Bundesliga noch so eine Bedeutung (Einzug in die Playoffs) erhalten hat, ist „völlig verrückt!“ Sagt John Patrick (47).

Gerade für den Coach der MHP Riesen ist diese Partie etwas ganz besonderes. Patrick trainiert die Schwaben in der dritten Saison – sein Zuhause ist aber Göttingen, wo seine Familie mit Ehefrau Alexandra und den fünf Kindern in Geismar wohnen. Wo seine Söhne beim ASC Basketball spielen. Und wo er „JP“ am 2. Mai 2010 den größten Triumph der Göttinger Basketball-Historie realisierte: Den Titel in der EuroChallenge.

Und dies auch noch mit drei seiner derzeitigen Spieler, die am Donnerstag (20 Uhr) bei den Veilchen um die Qualifikation für die Playoffs kämpfen: Adam Waleskowski, John Little und Chris McNaughton. „Ich habe Gänsehaut“, sagt Patrick (zweimal BBL-„Trainer des Jahres“) vor diesem kuriosen Duell „Ich gegen mich“.

Vor der Saison, erzählt Patrick, habe er mit den BG-Chefs gelacht, dass dieses Match keine Bedeutung mehr haben soll. Und jetzt das! „Das ist cool“, sagt Ludwigsburgs Coach. „Auf dieses Spiel sind andere neidisch.“

Seine Familie, seine Schwiegereltern, viele Freunde und Bekannte werden Donnerstag in der ausverkauften S-Arena sein, sagt Patrick, der nochmal zurückblickt: „Neun Jahre war alles lila.“ Von 2002 bis 2011 war er selbst ein Veilchen, mit allen Ecken und Kanten, mit Erfolgen und Tiefschlägen.

Team wurde nachgebessert

Genau wie diese Saison. „Beide Mannschaften hatten ihre Ups und Downs. Im Dezember waren wir auf Platz 16, hatten krasse Verletzungsprobleme. Aber seit Weihnachten spielen wir viel besser.“ Was auch daran liegt, dass Patrick seinen Kader mehrfach umkrempelte. Coby Karl (Sohn von NBA-Coach George Karl) musste gehen, D.J. Kennedy wurde ebenso nachverpflichtet wie Center-Hüne Jon Brockman, der im Hinspiel gegen die BG sein Debüt feiert. Die Schwaben siegten 98:72, das Team von Johan Roijakkers war chancenlos.

„Wie bei der BG war unser Ziel nur, in der Liga zu bleiben“, sagt Patrick weiter. „Dass wir jetzt diese Chance auf die Playoffs haben, ist cool.“ Irgendwie scheint im Telefonat mit Patrick durchzuklingen, dass fast zwei Herzen in seiner Brust schlagen. Seine Söhne waren fast immer bei den BG-Heimspielen. Vielleicht haben sie ja diesmal lila und gelb-schwarze (Ludwigsburger) Schals dabei, spekuliert Patrick auch über die Atmosphäre in der Halle: „Das wird super. Das ist schon eine Hausnummer, wie die BG-Fans für Stimmung sorgen.“

Am Ende aber wird es nur einen Sieger geben. Sollten es „seine“ Ludwigsburg nicht sein, darf man davon ausgehen, dass „JP“ dann seinem Ex-Klub die Daumen drücken wird. Es ist angerichtet für dieses außergewöhnliche Spiel. (gsd)

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