BG Göttingen im Halbzeit-Check: El-Amin als Hoffnungsträger

Auf ihm ruhen die Hoffnungen zum Klassenerhalt: Göttingens Spielmacher Khalid El-Amin (am Ball gegen Gießens Polas Bartolo) spielte nach der Rückkehr sechsmal (15 Punkte/Schnitt). Foto: Jelinek/gsd

Göttingen. „I’ll be back!“ Diese wenigen Worte werden den Anhängern der BG Göttingen runtergehen wie Öl. Sie stammen von Khalid El-Amin, bevor er sich am Sonntag für eine Woche nach Hause (Minneapolis/USA) verabschiedete.

Er wird wieder da sein nach der ersehnten Pause wegen des All-Star-Spiels am kommenden Wochenende. Trainer Johan Roijakkers ist auf Gran Canaria, Dreier-Held Robert Kulawick in seiner Heimat Berlin, Harper Kamp besucht Hamburg und den Ex-BGer Jeremy Dunbar in Vechta, Ruben Boykin ist in Holland. Und Shane Edwards mit einem „One-Way-Ticket“ zurück in die USA? Noch gibt’s keine offizielle Erklärung der BG, ob das Dunking-Ass nun geht oder doch nicht. Auch er fließt in die Halbzeit-Bilanz mit ein.

Wie ist die Lage nach 17 Spielen der Hinrunde?

Direkter Abstiegsplatz nach 17 Spielen, das agt schon viel aus. Nur vier Siege. Ganz bitter: Ausgerechnet die direkten Vergleiche gegen die Abstiegskonkurrenten Tübingen (erstes Spiel 56:98) und Bremerhaven (77:99) wird die BG kaum mehr gewinnen können. Bedeutet: Am Ende braucht sie bei Punktgleichheit einen Sieg mehr als diese beiden Teams. Eine schwere Hypothek.

Was war bisher in dieser laufenden Saison positiv?

Leider wenig. Alle fünf Lokhallen-Spiele gingen verloren. Tolle Stimmung – keine Punkte. Absoluter Gewinner ist Harper Kamp, der 15 Mal(!) zweistellig traf. Danke nochmal an John Patrick, der ihn in Ludwigsburg doch nicht wollte. Mit Rückkehrer Khalid El-Amin kam endlich wieder Struktur ins BG-Spiel. Starke Zuschauerzahlen: 30 977 Fans kamen zu neun Heimspielen, macht 3442 pro Spiel – BBL-Platz 10!

Was war während der Hinrunde negativ?

Wegen der vielen Personal-Rochaden konnte kaum Harmonie entstehen, die Abstimmung, das (Spiel-)Verständnis der Akteure untereinander fehlte. In einigen Spielen (u.a. Ulm, Bayreuth) schien die Einstellung nicht zu stimmen. Bitter, wenn Leistungsträger wie David Godbold schwächeln, der zu viel Verantwortung tragen musste. Ruben Boykin, Malte Schwarz blieben blass, Shane Edwards glänzte nur durch TV-gerechte Dunks. Robert Kulawick, Dominik Spohr solide, in Mathis Mönninghoff steckt noch mehr. „Gummi-Tänzer“ (Fan-Bezeichnung) Terrell Everett muss sich wie gegen Gießen zusammenreißen, damit es läuft. Roijakkers‘ Spieler-Scouting war nicht so glücklich wie 2014/15 mit El-Amin, Raymar Morgan und Aufstiegsheld Alex Ruoff.

Warum drehte sich das Personal-Karussell so schnell?

!Juan Pattillo war der erste, der nicht fit sofort gehen musste. Armon Johnson folgte nach Disput in der Testphase. Der phlegmatische Ricky Minard verletzte sich auf einer Werbeplane in der Lokhalle, Trennung wenig später. Chris Alexander war keine Verstärkung. Chris Jones half gegen Bamberg aus. War aber zu teuer, ging nach Paris. Marque Perry sollte der neue Anführer werden, doch es folgte wenig – wieder weg. Everett kam, seine Leistungen waren aber wechselhaft. Schließlich die Rückkehr von El-Amin, der als Retter, Heilsbringer, Abstiegs-Verhinderer angesehen wird.

Was macht dem Team jetzt Hoffnung?

!Die BG hat noch eine Lizenz offen. 18 dürfen insgesamt vergeben werden. Transferschluss ist Ende Februar. Ein „Big Man“ wäre wünschenswert, ist aber sehr teuer.

Was war der Spruch der Vorrunde?

!„Die Arschlöcher sind schon weg!“ Trainer Roijakkers nach dem Abgang von Armon Johnson im „telekombasketball-TV“. (gsd-nh)

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